Friedliche 1.Mai-Feier in Luzern

Rund 150 Personen haben an der 1.Mai-Feier in der Stadt Luzern teilgenommen. Die Seebrücke musste für kurze Zeit für den Verkehr gesperrt werden. Chefökonom Daniel Lampart kritisierte den «Steuerbetrug für Millionäre».

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Der Demonstrationszug auf der Seebrücke. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Der Demonstrationszug auf der Seebrücke. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Laut Angaben der Luzerner Polizei verlief die um 11 Uhr gestartete 1.Mai-Kundgebung in Luzern ohne Zwischenfälle. Gegen 17.10 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Die Seebrücke musste in Fahrtrichtung Bahnhofplatz für kurze Zeit gesperrt werden. Es kam zu Rückstaus.

An der vom Luzerner Gewerkschaftsbund organisierten 1.Mai-Feier sind sämtliche Auflagen erfüllt worden, wie die Luzerner Polizei in einer Mitteilung festhält. Der Demonstrationszug führte von der Seebrücke zur Hauptpost und von dort via Jesuitenplatz, Reussbrücke und Altstadt zurück zum Kapellplatz. Die Veranstaltung auf dem Kapellplatz dauerte bis 22 Uhr.

Der Demonstrationszug auf dem Weg durch die Luzerner Altstadt. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
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Juso-Sympathisanten auf dem Kapellplatz. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Rund 150 Personen folgten dem Aufruf des Luzerner Gewerkschaftsbundes. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
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The Roaring Twenties geben auf dem Kapellplatz ein Konzert. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
1.Mai-Abzeichen (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
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The Roaring Twenties geben auf dem Kapellplatz ein Konzert. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
SGB-Chefökonom Daniel Lampart kritisiert die Steuern für Millionäre. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Alt-Nationalrat und SP-Politiker Hans Widmer (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Die Juso mit dem Plakat eines Stadtratskandidaten. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
SP-Kantonsrätin Ylfete Fanaj: «In meiner Kindheit im Kosovo feierten wir diesen Tag mit Freudenfeuern.» (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Der ehemalige Geschäftsleiter des Luzerner Gewerkschaftsbundes und Nationalrat der Grünen Louis Schelbert: «Leute, die sonst hart arbeiten, dürfen an diesem Tag unbeschwert feiern.» (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Regionalsekretärin der Mediengewerkschaft Comedia Franziska Lustenberger: «Am 1. Mai darf man sich offen zur Arbeit äussern - etwa auch zum Lohn.» (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Walter Schnieper, Alt Stadtrat (SP): «Der Faktor Arbeit wird leider immer noch viel zu wenig geschätzt.» (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Der Demonstrationszug auf dem Weg durch die Luzerner Altstadt. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes hielt die Festansprache. Er kritisierte den «Steuerbetrug für Millionäre». Die bürgerliche Steuer- und Abgabepolitik mache den Reichen Geschenke und spare bei den Normalverdienern.

Es gebe Leute, die sagten, dass der Architekt Jean Nouvel das Luzerner Kultur- und Kongresszentrum (KKL) gebaut habe, so Daniel Lampart laut Redetext. Das sei natürlich falsch. Ohne Hunderte von Arbeitern und Arbeiterinnen würde heute vom KKL noch gar nichts stehen.

Und so sei es auch in der Schweizer Wirtschaft. «Ohne uns stünde die Schweiz still», sagte der SGB-Chefökonom. Doch die Schweizer Politik denke offenbar anders und stehe im Dienst der Oberschicht. Wie sonst könne man erklären, dass die Steuern für die Gutverdiener und Reichen im Land immer weiter gesenkt werden, fragte Lampart.

Wenn Multimillionäre wie Christoph Blocher gleich viel für die Krankenkassenprämie zahlten wie die Verkäuferin oder der Maler, dann sei etwas faul, meinte Lampart. Vor 20 Jahren habe der Bundesrat versprochen, dass niemand mehr als 8 Prozent des steuerbaren Einkommens für die Krankenkassenprämien ausgeben soll. Doch dieses Versprechen werde nicht eingehalten.

Lampart kritisierte in seiner Rede unter anderem niedrige Löhne, Bestrebungen zur Verlängerung der Ladenöffnungszeiten, Angriffe auf die Renten. Wer arbeite, müsse einen guten Lohn erhalten. Deshalb müssten die Gewerkschaften kämpfen. Für die Arbeitnehmer müssten täglich deren Rechte eingefordert werden. «Damit sie den Anteil erhalten, der ihnen zusteht.» Am Morgen hatte Lampart bereits eine ähnliche Rede in Bülach gehalten.

rem/sda