FRITSCHI-ENTFÜHRUNG: Die Basler führen unseren armen Fritschi vor

Bei diesen Bildern blutet jedem Luzerner Fasnächtler das Herz: Bruder Fritschi wird eng bewacht von vier Uniformierten mit Hellebarden durch die Strassen von Basel geführt. Just am Aschermittwoch, begleitet von Drummlern und Pfyffern.

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Streng bewacht: Bruder Fritschi im Basler Exil. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Streng bewacht: Bruder Fritschi im Basler Exil. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Nein, so ist Fritschi gewiss keine Ehrengast, wie ihn Lukas Stutz, Meister der Basler Zunft zu Safran, noch am Dienstag in unserer Zeitung beschrieb. Fritschi ist ein Gefangener.

Schlechtes Essen für Fritschi
Es gehe ihm gar nicht gut, klagt dann auch Fritschi unter den stets wachsamen Augen seiner Häscher. «Basler Läckerli, nichts als Basler Läckerli, bekomme ich zu essen», klönt er. Und von Basel habe er noch gar nichts gesehen, er sei ja die ganze Zeit über in seinem Käfig.

Lukas Stutz selber relativiert seine Aussage vom Dienstag: «Am Anfang haben wir konsequent auf Basler Läckerli gesetzt. Jetzt haben wir aber gemerkt, dass diese Fritschi nicht so bekommen – wegen seinen schadhaften Zähnen.» Besonders weh getan hat Fritschi, dass er nichts von der Luzerner Fasnacht mitbekommen habe. Zwar gehe er an den Morgestraich, «aber meine Fasnacht ist leider schon zu Ende».

Zeigefinger
Beim Zunftessen der Zunft zu Safran, etwa vergleichbar mit dem «Bärteliessen» in Luzern, wurde Fritschi regelrecht vorgeführt: den anderen Zünften und den Zuschauern in den Gassen von Basel. «Ah, der da mit der braunen Maske ist also dieser Fritschi», meinten Passanten und zeigten auf den Gefangenen. Immerhin hat Fritschi auch Besuch aus Luzern bekommen. Philipp Gmür, Zunftmeister der Zunft zu Safran Luzern und Fritschivater 2008, war ebenfalls Gast am Zunftessen. Ein Ehrengast, ganz ohne Bewachung.

Es werde schon Zeit den Fritschi wieder nach Luzern zurückzuholen, versicherte Gmür. Die Fritschene, die Frau von Bruder Fritschi, die seit der Entführung die Herrschaft über die Fasnacht hat, «gerate fast schon ein wenig ausser Kontrolle.»

Michi Graber