Frivole Pinguine tanzen den Gangnam Style

«Läbertran und Kaiserschmarr`n»: So heisst der neueste Streich der Moggetätscher. Auch die Wetterschmöcker bekommen dabei ihr Fett weg.

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Pinguine auf dem «Stadtkeller»-Dach. (Bild: Eveline Beerkicher / Neue LZ)

Pinguine auf dem «Stadtkeller»-Dach. (Bild: Eveline Beerkicher / Neue LZ)

Warten, frieren, immer wieder nach oben schauen und sich freuen, wenn das Moggetätscher-Theater auf dem Dach des Stadtkellers endlich anfängt: Auch heuer wiederholt sich dieses Ritual an der Fasnacht auf dem Sternenplatz mehrfach täglich zu den vor Ort angegebenen Zeiten. Dargeboten wird – einmal mehr mit aufwendiger Kulisse, originellen Masken und professionell produziert – das Stück „Läbertran & Kaiserschmarr`n“. Es handelt sich bereits um das 28. (!) Dachtheater der Kreativtruppe. Toll: In diesem Jahr kommt die Klangqualität kristallklar daher; sämtliche Dialoge sind akustisch gut verständlich.

Fusionen und andere Gelüste

Als Szenerie für die ironischen Seitenhiebe dient diesmal die ferne Antarktis. Diese steht Luzern «fusionstechnisch näher als beispielsweise Kriens, Horw oder Meggen», wie der Erzähler aus dem Off pointiert ausführt. In bester Pseudo-Tierfilm-Manier wird das Leben der Pinguine beleuchtet. Die possierlichen Tierchen erfreuen sich eines Lebens ohne Sorgen – von Lebertran-Sucht und etwaigen Protestaktionen gegen zu übermässigen Fischstäbchen-Konsum einmal abgesehen. Zu dumm, dass diese Idylle durch Polarforscher, die eine Volkszählung durchführen wollen, empfindlich gestört wird.

Doch auch im Südpol-Staate selber scheint einiges im Argen zu liegen: Entweder wollen die Vorsprecher bei den pinguin-kaiserlichen Audienzen Ihro bayrisch parlierende Hoheit bestechen oder aber um Erlaubnis bitten, um bei der «besten Armee der Welt» unter Ueli Maurer dienen zu dürfen. Der Kaiserpinguin gibt dazu zwar sein Placet, aber fügt entnervt hinzu: «Hoffen wir mal schwer, dass ihr nicht die Gripen bekommt.»

«Eisbär» wird abgewürgt

Auch wenn frühere Moggetätscher-Produktionen schon mit mehr politischem Witz brillierten, dürfte nach dem rund zehnminütigen Spektakel garantiert niemand enttäuscht von dannen gehen: Die in astreinem Schwyzer Dialekt dargebrachten «Meteo»-Persiflagen mit ihren Wetterschmöcker-Binsenweisheiten sind zum Kugeln. Auch bei den musikalischen Einlagen kommt Freude auf: Von «Es lebe der Sport», über «Ab in den Süden» (in dieser Fassung logischerweise umgetextet auf «Norden») bis zur Wave-Hymne «Eisbär» aus dem Jahr 1980, die mit dem Kommentar «Eisbären gibts am Südpol gar nicht» abgewürgt wird.

Und spätestens, wenn die Pinguine unisono im Stile des Jöh-Trickfilms «Happy Feet» das Tanzbein zum aktuellen Hitparaden-Kracher «Gangnam Style» schwingen, ist die Gute-Laune-Stimmung perfekt. Daumen hoch!

Dave Schläpfer
 

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