Frühenglisch: Schüler haben «big problems»

Die Bilanz nach sechs Jahren Frühenglisch in der Primarschule ist im Kanton Luzern durchzogen. Doch nicht die Schüler, sondern die Lehrer sollen nun nachsitzen.

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Vor allem beim Lesen hapert es gewaltig: Viele Primarschüler tun sich im Fach Frühenglisch schwer und erreichen ihre Lernziele nicht. (Bild: Keystone)

Vor allem beim Lesen hapert es gewaltig: Viele Primarschüler tun sich im Fach Frühenglisch schwer und erreichen ihre Lernziele nicht. (Bild: Keystone)

Das hatten sich die Luzerner Bildungsverantwortlichen anders vorgestellt: Eine Studie, welche die kantonale Dienststelle für Volksschulbildung in Auftrag gab, zeigt, dass das Frühenglisch viele Primarschülerinnen und Primarschüler überfordert. Konkret heisst das: Im Bereich Listening (Hören) verpassen sechs Jahre nach der Einführung des Frühenglisch mehr als die Hälfte der Sechstklässler, deren Leistungen in der Studie untersucht wurden, die vorgegebenen Lernziele. Im Reading (Lesen) erfüllt sogar nur jedes dritte Kind die Minimalanforderungen. Zwar schneiden die Schüler im Bereich Writing (Schreiben) und Speaking (Sprechen) besser ab. Dennoch sagt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle für Volksschulbildung: «Die schlechten Resultate können wir so nicht stehen lassen.»

«Falsches Konzept»

Vincent ortet Handlungsbedarf - aber nicht etwa bei den Schülern, sondern bei den Lehrern. «Einige haben noch nicht verstanden, wie Englisch in der Primarschule vermittelt werden soll. Sie gehen von einem falschen Fremdsprachenkonzept aus und brauchen Unterstützung.» Bei den Lehrerinnen und Lehrern empfindet man das nicht als Kritik - im Gegenteil. Die Idee zu mehr Lehrerausbildung im Bereich Englisch wird begrüsst.

Pascal Imbach

Experte fordert: «Übung abbrechen»

FREMDSPRACHENpi. Gar nicht überrascht vom durchzogenen Abschneiden der Luzerner Primarschüler im Englischunterricht zeigt sich Urs Kalberer. Der 50-Jährige hat an der Universität Manchester untersucht, welchen Einfluss früher Fremdsprachenunterricht auf den langfristigen Lernerfolg hat. Sein Fazit: Das Luzerner Modell überfordert die Schüler - je zwei Stunden Englisch und Französisch pro Woche sind zu wenig. «Man sollte die Übung abbrechen und in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichten.»

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen LZ und im E-Paper.