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Kommentar

Frühförderung der Stadt Luzern schiesst am Ziel vorbei

Die Eltern von dreijährigen Kindern in der Stadt Luzern müssen nächstes Jahr einen Fragebogen über deren Sprachkenntnisse ausfüllen. Der administrative Aufwand der Stadt ist gross – und ebenso die Gefahr, dass jene Kinder, die eine Sprachförderung am nötigsten hätten, nicht erreicht werden.
Robert Knobel
Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region Luzern.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region Luzern.

Die Einschulung eines Kindes kann für die Schule unschöne Überraschungen bereit halten. Zum Beispiel, wenn die Lehrperson merkt, dass das Kind kaum Deutsch spricht. Zwar gibt es mit «Deutsch als Zweitsprache» (DaZ) entsprechende Förderprogramme. Doch elementare Kenntnisse der Sprache sind für einen Schuleintritt unabdingbar.

Daher ist es sinnvoll, wenn Kinder mit entsprechenden Defiziten nicht erst mit 5 oder 6 Jahren auf dem Radar der Behörden erscheinen. Der Kanton Luzern verpflichtet die Gemeinden, schon vor dem Schuleintritt genau hinzuschauen und bei Bedarf Massnahmen einzuleiten.

Die Erfahrungen in Emmen zeigen allerdings, dass das blosse Verschicken eines Fragebogens nicht ausreicht. Deshalb will die Stadt Luzern noch weiter gehen und bei säumigen Eltern per Telefon nachhaken. Dadurch sollen 95 Prozent der Kinder mit Bedarf auch die nötige Förderung erhalten. Dieses Ziel ist ziemlich hoch gegriffen. Denn abgesehen vom erwähnten Telefonanruf haben die Behörden wenig Handhabe, um Eltern zur Kooperation zu bewegen. Deshalb ist die Gefahr gross, dass trotz grossem administrativem Aufwand genau diejenigen Familien nicht erreicht werden, die es am nötigsten hätten.

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