Füchse erzielen wieder höheren Preis

Am Zentralschweizer «Fääli-Märt» in Sursee sind die Preise für Füchse und Marder wieder etwas gestiegen. Und seit der Markt von Luzern nach Sursee verlegt wurde, verzeichnet er auch wieder mehr Besucher.

Drucken
Teilen
Eugen Kubli mit Füchsen am Fääli Markt in der Stadthalle in Sursee 2010. (Bild: Eveline Bachmann/Neue LZ)

Eugen Kubli mit Füchsen am Fääli Markt in der Stadthalle in Sursee 2010. (Bild: Eveline Bachmann/Neue LZ)

An den Ständen in der Stadthalle Sursee, beim laut Organisatoren grössten Fell-Markt der Schweiz, finden Besucher Gewehre, Jagdkleidung und das eine oder andere Fell von einem Wolf oder gar einem Bären aus Alaska (2500 Franken). Doch eigentlich geht es vor allem um Füchse, von denen allein im Kanton Luzern im Jagdjahr 2009/ 10 über 3200 erlegt - oder überfahren - wurden.

8 bis 9 Franken wurden am Dienstag in Sursee für ein Fuchsfell bezahlt. 2010 hatte der Preis noch bei 2 bis 5 Franken gelegen. Marderfelle erzielten in diesem Jahr 25 Franken, gegenüber 20 bis 25 Franken vor Jahresfrist.

Preiszerfall wegen Anti-Pelz-Kampagne

Doch wurden deutlich weniger Felle angeboten. 2010 wurden 750 Füchse und 80 Marder verkauft. In diesem Jahr waren es gerade einmal 360 Füchse und 80 Marder. Marktchef Hans Peter Meier führt das auf die schlechten Preise vom Vorjahr zurück. Die ganze Arbeit für 2 bis 5 Franken - «das lohnt sich nicht mehr».

Auch wenn die Jäger in diesem Jahr wieder bessere Preise erzielt haben, halten ihre Erlöse einem Vergleich mit jenen der 1970-er Jahre nicht stand. Damals brachte ein Fuchs 70 bis 80, ein Marder 130 bis 140 Franken.

Meier führt den Preiszerfall auf Anti-Pelz-Kampagnen zurück, die den Trägern und Trägerinnen von Pelz ein schlechtes Gewissen machten. Dem stimmt Josef Muggli, Fischerei- und Jagdverwalter des Kantons Luzern, zu, auch wenn er diese Gewissensfrage für nicht nachvollziehbar hält. Lederjacken und Lederschuhe zu tragen sei ja auch keine Gewissensfrage.

«Verschwendung eines Naturproduktes»

Ein Fuchs könne in freier Wildbahn leben, schreibt Muggli in der diesjährigen «Fääli-Märt-Poscht». Bis ihn ein Jäger mit einem weidgerechten Schuss erlege, weil der Fuchsbestand reguliert werden müsse. Mit seinem Pelz liefere der Fuchs eine natürliche Ressource. «Dieses Naturprodukt nicht zu nutzen, ist verschwenderisch.»

Muggli hofft deshalb langfristig auf ein Label «Fuchspelz aus nachhaltiger Jagd». Nur so würden die wunderbaren Fuchspelze auf dem Markt wieder einen gerechten Preis erzielen. Selbstverständlich müsse die Fuchsjagd dabei allen Standards des Tierschutzes genügen.

Auch wenn die Preise am Boden sind und der Markt rückläufig ist - das Interesse am «Fääli-Märt» ist gestiegen. Nachdem der traditionsreiche, über 100-jährige Jägeranlass im vergangenen Jahr von Luzern nach Sursee verlegt wurde, kommen wieder mehr Interessenten.

Sursee zieht mehr Besucher an

Kamen in Luzern jeweils zwischen 1100 und 1300 Personen an den Markt, so waren es 2010 insgesamt 1650. Auch in diesem Jahr rechnet man mit einem vergleichbaren Resultat. Die Besucher kommen aus der ganzen Zentralschweiz, aber auch aus dem Aargau und aus dem Bernischen.

Ausschlaggebend für die Verlegung waren die Bauarbeiten am Luzerner Messegelände Allmend. Zudem wurde es dort laut Marktchef Meier immer teurer. Auf dem Land dagegen seien die Menschen noch stärker mit der Jagd verbunden als in der Stadt. Der Wechsel sei ein voller Erfolg.

sda