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FÜHRERAUSWEIS: Luzerner Fahrlehrer sind sich uneins über die Pläne des Bundes

Mit 17 schon ans Steuer: Der Schweizerische Fahrlehrer-Verband stellt sich klar gegen die Pläne des Bundesamtes für Strassen ­(Astra).
Raphael Zemp
Kaum hatte er den Check in der Tasche, war er ihn auch schon wieder los: Ein Neulenker drückte im April in Baar so richtig aufs Gaspedal. Der aufheulende Motor und die durchdrehenden Reifen fielen prompt der Polizei auf. Die Fahrprüfung hatte der Schweizer nur Stunden zuvor bestanden. Seine erste Spritztour blieb vorerst auch seine letzte: Den druckfrischen Führerausweis durfte er gleich wieder abgeben. Gleichentags ging der Polizei noch ein anderer Autofahrer ins Netz: Er hatte überhaupt keinen Ausweis. Er wurde angewiesen, sein Auto stehen zu lassen. Doch nur Stunden später erwischte ihn die Polizei erneut. Sein Wagen wurde daraufhin beschlagnahmt. (Symbolbild Neue LZ)

Kaum hatte er den Check in der Tasche, war er ihn auch schon wieder los: Ein Neulenker drückte im April in Baar so richtig aufs Gaspedal. Der aufheulende Motor und die durchdrehenden Reifen fielen prompt der Polizei auf. Die Fahrprüfung hatte der Schweizer nur Stunden zuvor bestanden. Seine erste Spritztour blieb vorerst auch seine letzte: Den druckfrischen Führerausweis durfte er gleich wieder abgeben. Gleichentags ging der Polizei noch ein anderer Autofahrer ins Netz: Er hatte überhaupt keinen Ausweis. Er wurde angewiesen, sein Auto stehen zu lassen. Doch nur Stunden später erwischte ihn die Polizei erneut. Sein Wagen wurde daraufhin beschlagnahmt. (Symbolbild Neue LZ)

«Die Vorlage ist nicht nur misslungen, sie kann sogar tödliche Auswirkungen haben», sagt Verbandspräsident Urs Fasel. Das Astra will die Fahrpraxis der Neulenker stärken und darum künftig bereits 17-Jährige ans Steuer lassen. Neu sieht es ausserdem zwei obligatorische Fahrschulstunden vor. Streichen will der Bund hingegen den praktischen Weiterbildungstag.

Auch die Luzerner Fahrlehrer sind nicht erfreut über die geplanten Änderungen. Ihre Reaktionen fallen indes nicht ganz so klar aus. Was das Astra vorschlage, sei «nicht grundsätzlich schlecht», aber auch «nichts komplett Neues», findet etwa Beat Kälin, Inhaber der Stadt Luzerner Fahrschule Kälin und Burkhard. Denn auch das heutige System erlaube es Neulenkern, sich viel Praxis auf der Strasse anzueignen. Sollten künftig schon 17-Jährige ans Steuer, dann seien die Begleitpersonen besonders gefordert, glaubt Kälin. «Vielleicht sollten diese einen Auffrischungskurs besuchen müssen.»

«Teilnehmer finden Weiterbildung sinnvoll»

Nicht nur für Kälin bleibt schleierhaft, wie das Praxis-Wissen eines ganzen Weiterbildungstags künftig in zwei obligatorische Fahrlektionen gepackt werden soll. «Alle glaubten, dass wir mit diesen Kursen nur Geld verdienen wollen», ereifert sich Seppi Müller von der Fahrschule Müller aus Hochdorf. In erster Linie gehe es dabei um die Verkehrssicherheit. Zudem: «80 Prozent der Teilnehmer finden den Kurs sinnvoll», weiss Müller, der diese Kurse selbst anbietet.

Kein Verständnis für die geplante Abschaffung hat auch Beat Allamand vom Ausbildungszentrum WAB Zentralschweiz. Zwar findet er, der Kurs müsse dringend überarbeitet werden. Aber ersetzen könnten die neu geplanten obligatorischen Fahrstunden den Praxiskurs niemals. Zusammen mit 27 anderen WAB-Vertretern aus der ganzen Schweiz hat er deshalb einen kürzeren und günstigeren Kurs ausgearbeitet – und dem Bund vorgelegt.

«Jüngeren Autofahrern fehlt das Gefahrenbewusstsein»

Dass das Astra mehr Fahrpraxis einfordert, findet Josef Aregger, Inhaber einer Fahrschule in Doppleschwand, «grundsätzlich gut». Wer aber garantiere, dass die jungen Lenker auch wirklich mehr fahren – und nicht einfach nur ein Jahr auf die praktische Prüfung warten? Bedenklich findet Aregger auch, dass künftig schon 17-Jährige Auto fahren dürfen. Er spricht für viele Berufskollegen, wenn er sagt: «Je jünger die Autofahrer, desto weniger ausgeprägt ist ihr Gefahrenbewusstsein. Die Folgen sind mehr Unfälle.»

Raphael Zemp

raphael.zemp@luzernerzeitung.ch

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