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Führungsstab des Kantons Luzern rüstet sich für Terrorbedrohung 

Bund, Kantone und Städte rüsten sich für die Bewältigung einer terroristischen Bedrohung. Die Vorbereitungen dazu dauerten sechs Monate, die Übung drei Tage. 

Yasmin Kunz
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Was tun bei einer terroristischen Bedrohung? 60 Angehörige des Führungsstabs des Kantons Luzern und von Partnerorganisationen des Bevölkerungsschutzes haben genau dieses Szenario durchgespielt. 

Während der 52-stündigen Übung wurden die bestehenden Sicherheitsstrukturen und -prozesse der Schweiz im Falle einer lang anhaltenden terroristischen Bedrohung auf die Probe gestellt. Ziel der dreitägigen Übung war es, die Strukturen, Organisation und Abläufe in einer Krisensituation auf gesamtschweizerischer Ebene zu überprüfen. 

(Bild: PD)

(Bild: PD)

Vinzenz Graf, Chef des Luzerner Führungsstabs, zieht ein positives Fazit. «Die Formationen haben gut zusammengearbeitet. Die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Behörden und Partnerorganisationen haben weitgehend funktioniert.» Man werde die Übung nun genau auswerten und die Erkenntnisse in die weitere Arbeit des kantonalen Führungsstabs einbeziehen.

Vorbereitung dauerte ein halbes Jahr 

Die Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienst des Bundes ermöglichte die Erarbeitung eines realistischen Szenarios, das den Teilnehmenden gestaffelt in vier Lageberichten von April 2018 bis September 2019 unterbreitet wurde, wie es in der Mitteilung des kantonalen Führungsstabs heisst. In den sechs Monaten zwischen den Berichten konnten die Beteiligten ihre Planungen und Strategien anpassen, die notwendigen Massnahmen ergreifen und sich vorbereiten. Die Übung selber wurde dezentral an den gewohnten Standorten durchgeführt. Schweizweit haben rund 70 Organisationen (Stäbe, Bundesstellen, Kantone, Städte und kritische Infrastrukturen) einen Beitrag zur Stabsrahmenübung geleistet.

Herausforderung ist die Information
an die Bevölkerung 

Das Übungsszenario mit der lang andauernden Terrorlage hatte grosse Auswirkungen auf die Bevölkerung des Kantons Luzern. Vinzenz Graf sagt: «Durch die Bedrohungslage mussten verschiedenste vorsorgliche Massnahmen getroffen werden, dies etwa im Bereich Sicherheit von wichtigen Infrastrukturen, der Sicherstellung von Lebensmitteln und Trinkwasser, der Vorbereitung für die Aufnahme von Schutzsuchenden, der Ressourcenplanungen im Gesundheitswesen und der präventiven Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung.» Eine besondere Herausforderung war insbesondere die zeitgerechte Kommunikation und Information der Bevölkerung.

Der kantonale Führungsstab

Der kantonale Führungsstab ist auf kantonaler Ebene das Führungsorgan im Bevölkerungsschutz. Er kommt in ausserordentlichen Situationen zum Einsatz. Sein Auftrag ist der Schutz der Bevölkerung und ihrer Lebensgrundlagen bei Katastrophen, in Notlagen sowie im Fall eines bewaffneten Konflikts.