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So viel Aufwand betreiben die Luzerner Pfadis für ihre Türme

Eine mehr als 13 Meter hohe Rakete, ein 7 Meter hohes Eingangstor, Türme und zahlreiche mit Zelten bestückte Plattformen schmücken den Lagerplatz der Pfadi Luzern in Escholzmatt. Zwei Bauchefs sorgen für die Sicherheit.
Sandra Peter
Die Pfadi Malters mit ihrem Prestige-Bau in Escholzmatt. (Bild: Martin Lustenberger)

Die Pfadi Malters mit ihrem Prestige-Bau in Escholzmatt. (Bild: Martin Lustenberger)

Zu einem richtigen Pfadilager gehören auffällige Holzbauten einfach dazu. Dies ist im kantonalen Lager «LUpiter18» der Pfadi Luzern in Escholzmatt nicht anders. Auf den Türmen wehen Fahnen der jeweiligen Abteilung und markieren deren Revier, Holzleitern oder gar Treppen führen hoch auf die Plattformen. Die Zelte stehen nicht einfach am Boden, sondern thronen auf Pfahlbauten. Der Kreativität scheinen hierbei kaum Grenzen gesetzt, die Lagerleitung hat gar eine Rakete und ein Lagertor mit einer Seilbrücke errichtet. Neugierig werden die Meisterleistungen mit jenen der anderen verglichen und stolz auf Facebook präsentiert. Beim Bau von Türmen und Plattformen wird nichts dem Zufall überlassen.

Zwei Bauchefs haben die Bauten der Lagerleitung wie die Rakete oder das Eingangstor vorgängig geplant und den Aufbau vor Ort koordiniert. Diese Bauten stellten Helfer und Pfadileiter bereits auf, bevor die Kinder und Jugendlichen ins Lager zogen.

Auch die einzelnen Pfadiabteilungen mussten alle ihre über einen Meter hohen Bauten vorher bei den Bauchefs einreichen, wie Martin Lustenberger alias «Goofy», der Kommunikationsverantwortliche des Lagers erklärt. Die beiden Bauchefs Martin Büeler, mit Pfadinamen «Vif», und David Krummenacher alias «Ogi» prüften die Pläne und bewilligten diese, wenn alles in Ordnung war. Vor Ort kontrollierten der Bauingenieur-Student und der Maschineningenieur die aufgestellten Plattformen und Türme und ordneten bei Bedarf Anpassungen an.

Pfadi Seppel (Bild: Martin Lustenberger)
Die Rakete (Bild: Dimitri Gwinner)
Pfadi Horw (Bild: Martin Lustenberger)
Das Eingangstor (Bild: Dimitri Gwinner)
Pfadi Rain (Bild: Martin Lustenberger)
(Bild: Martin Lustenberger)
Pfadi Malters (Bild: Martin Lustenberger)
Pfadi Nölliturm (Bild: Martin Lustenberger)
Pfadi Meggen (Bild: Martin Lustenberger)
Pfadi Seemöwe Kreuzlingen (Bild: Martin Lustenberger)
Pfadi Lindegar (Bild: Martin Lustenberger)
11 Bilder

Eindrückliche Bauten im Kantonslager der Pfadi Luzern

«Grössere Sachen erstellen die Leiter in der Regel selber, kleine wie den Aufbau der Zelte übernehmen die Kinder», so Lustenberger. «Ich habe schon das Gefühl, dass bei einzelnen Abteilungen etwas mehr gebaut wurde als sonst, jedoch nicht höher» beantwortet er die Frage nach den üblichen Dimensionen der Bauten. «Die höchsten Türme der einzelnen Abteilungen sind acht Meter hoch. Und auf der Plattform der Rakete steht man auf 8 Metern über dem Boden.» Die Höhe sei durch die Länge der zur Verfügung gestellten Rundhölzer begrenzt worden, fügt er an.

Eigene Sicherheitsregeln definiert

Von der Suva her bestünden keine Sicherheitsvorschriften für die Lagerbauten und vom J&S nur für das Programm, sagt Lustenberger. Sicherheitsvorschriften für den Aufbau hat die Lagerleitung selber definiert und an die Abteilungen weiter gegeben. Beim Hantieren mit Motorsägen wird immer Schutzbekleidung und beim Bau von Türmen werden Helme getragen. Die in der Höhe arbeitenden Pfader sind durch Gurte gesichert. Zudem würden heikle Aufgaben nur Leute mit entsprechender Erfahrung oder beruflichem Hintergrund übernehmen, so Lustenberger.

Beim Aufbau hat es denn auch keine grösseren Verletzungen gegeben. «Dies ist eigentlich erstaunlich. Ab und zu gibt es da bei einer Abteilung schon eine Verletzung und hier kommen gleich 35 zusammen», sagt Lustenberger. Hie und da ein Pflaster habe es jedoch schon gebraucht. «Aber das sind Kleinigkeiten».

Verwendetes Material und Maschinen

- 10 Kilometer Rundholz

- 120 Meter Gewindstangen

- 10'000 Schrauben

- 2 Stapler

- 2 Bagger

- 1 Hebebühne

- 1 Traktor mit Hebearmen

- 1 Pflug

- 10 Motorsägen

Jeder Bau ist mit einem farbigen Band gekennzeichnet. «Die Farbe signalisiert, bei welchen Windgeschwindigkeiten ein Bau evakuiert würde», führt Lustenberger aus. Einige der Bauten werden erst bei 80 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit evakuiert, auf anderen darf man bei 40 Stundenkilometern nicht mehr schlafen.

Betreten dürfen die allgemeinen Bauten alle, sowohl Leiter als auch Kinder. «Die Rakete und das Lagertor stehen bombenfest, da bewegt sich nichts», sagt Lustenberger. Zudem seien diese gut abgesichert mit Geländern. Pro Plattform dürften aber nicht mehr als vier Personen rauf. Abends wird die Rakete geschlossen, indem die unterste Leiter eingezogen wird. Für die Bauten der einzelnen Abteilungen ist jede Pfadi selber verantwortlich und kann daher eigene Regeln für das Betreten aufstellen.

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