Für das neue Energiegesetz des Kantons Luzern ist der Zustand des Hauses ausschlaggebend

2019 tritt das kantonale Energiegesetz in Kraft. Für Hauseigentümer kann das ein
Umrüsten bedeuten – Unsicherheiten inklusive. An der Messe Bauen+Wohnen in Luzern können sie sich beraten lassen.

Beatrice Vogel
Drucken
Teilen
An der Messe Bauen+Wohnen in Luzern können sich Besucher über Fragen rund um Energie und Wohneigentum informieren – auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten. (Bild: PD/ZT Fachmessen)

An der Messe Bauen+Wohnen in Luzern können sich Besucher über Fragen rund um Energie und Wohneigentum informieren – auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten. (Bild: PD/ZT Fachmessen)

Wird in einem Haus die Heizung ersetzt, müssen zehn Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbarer Energie gespeist werden. Zentrale Elektroboiler und -Heizungen sind in den nächsten 15 Jahren zu ersetzen. Unter anderem diese Neuerungen bringt das revidierte Energiegesetz des Kantons Luzern mit sich, das 2019 in Kraft tritt (wir berichteten).

Für so manchen Hauseigentümer stellt sich dabei folgende Frage: Wann muss genau was ersetzt werden, und welche Möglichkeiten gibt es für eine energetische Erneuerung des Hauses? «Wer ein Gebäude besitzt, das energetisch in einem guten Zustand ist, muss sich keine Sorgen machen», sagt Jules Pikali. Er ist Sekretär der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen der Regionalkonferenz Zentralschweiz und Geschäftsführer der Energieberatungsfirma Oekowatt.

«Von der Gesetzesrevision betroffen sind vor allem jene, die ihr Haus aus energetischer Sicht vernachlässigt haben.» Solange ein Haus nicht umgebaut wird und die Heizung einwandfrei funktioniert, muss der Eigentümer nichts daran ändern – es sei denn, das Haus besitzt eine zentrale Elektroheizung, die wie erwähnt bis Ende 2034 ersetzt werden muss.

Frühzeitig nach Alternativen suchen

«Sobald aber am Haus etwas verändert wird, muss die Erneuerung dem aktuellen Stand der Technik entsprechen», sagt Pikali. Das Gesetz schreibt dabei nicht die Massnahmen, sondern das Ziel vor. Das Haus kann somit gesamthaft betrachtet werden. Zulässig ist, dass beim Ersatz der Wärmeerzeugung statt erneuerbarer Energie eine Energiesparmassnahme umgesetzt wird. So kann es sinnvoll sein, statt eine neue Heizung einzubauen, die Wärmedämmung des Daches zu realisieren oder die Fenster zu erneuern. «Wenn der Hauseigentümer die alte Ölheizung nicht erst ersetzt, wenn sie bereits kaputt ist, sondern sich frühzeitig nach Alternativen umsieht, wird er mit Sicherheit eine kostengünstigere und umweltverträgliche Lösung finden», so Pikali.

Der Hauseigentümer kann dabei aus zwölf Standardlösungen wählen. Zu diesen gehören das Ersetzen der Fenster, Wärmepumpen, Fernwärme oder Solaranlagen. Beratung erhält der Hausbesitzer von Fachpersonen. «Derzeit werden alle Heizungsinstallateure entsprechend geschult», sagt Jules Pikali. Auch Architekten können beraten und Alternativen aufzeigen. Ebenso kann man sich bei Fragen an den Hauseigentümerverband wenden.

Vorträge zu Energiethemen

Wer sich schon in den nächsten Tagen zum Thema Energie informieren will, kann die Messe Bauen+Wohnen auf der Luzerner Allmend besuchen. Dort werden den Besuchern die erwähnten zwölf Möglichkeiten aufgezeigt: Auf einem Energiepfad erfahren sie etwa, wie der Einbau einer Holzfeuerung oder der Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich ist. Vor Ort sind Experten, die einen individuell beraten, etwa betreffend der Energieeffizienzklasse, in der sich das eigene Haus befindet. Des Weiteren gibt es täglich Kurzvorträge zu diversen Energiethemen, wie «gesetzeskonforme Heizungssanierungen, rechtliche Vorgaben für Neubauten, Minergie oder Solarstrom. Am Freitagvormittag findet das Forum Architektur zum Thema «Bauen, Umbauen für die Zukunft» statt.

An der Messe Bauen+Wohnen geben 250 Aussteller in zwei Hallen Einblick in die Trends bei Wohnen, Küche, Bad und Garten und zeigen Neuheiten von Wellness bis Multimedia. Die Messe findet heuer zum 20. Mal statt.

Hinweis
Messe Bauen+Wohnen, 4.-7. Oktober, Messe Luzern. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, 10-18 Uhr, Sonntag, 10-17 Uhr. Eintritt: 12 Franken, Donnerstag gratis. Weitere Infos: www.bauen-wohnen.ch