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Für die Austragung des Donnschtig-Jass stehen zwei Luzerner Dörfer in den Startlöchern

Hildisrieden und Weggis duellieren sich um die Austragung des Donnschtig-Jass. Vieles mussten die beiden möglichen Organisatoren bereits klären – der Entscheid fällt allerdings auf dem Jassteppich.
Ernesto Piazza
Ob Hildisrieden oder Weggis die besseren Karten hat und den Donnschtig-Jass austragen darf, entscheidet sich am 18. Juli. (Bild: Pius Amrein, 8. Oktober 2018)

Ob Hildisrieden oder Weggis die besseren Karten hat und den Donnschtig-Jass austragen darf, entscheidet sich am 18. Juli. (Bild: Pius Amrein, 8. Oktober 2018)

Hildisrieden oder Weggis? Zwei Luzerner Gemeinden buhlen um die Austragung des Donnschtig-Jass. Wer bei der SRF-Sendung das Rennen machen wird, entscheidet sich am 18. Juli entweder in Arbon oder in Rorschach. Zwei Monate vor dem möglichen Auftritt sind die beiden Organisationskomitees auf Kurs.

In Hildisrieden waren es einige Neuzuzüger des Quartiers Sonnhaldenhof Süd, die den Stein ins Rollen brachten. An einer Vorstandssitzung der Strassengenossenschaft sei die Idee, sich für diesen Anlass zu bewerben, aufgetaucht, erklärt Gabriel Galliker. Umgehend wurde das Anmeldeformular ausgefüllt. Keine zwei Wochen später meldete sich das SRF. Bis es allerdings soweit war, ins Rennen steigen zu können, «verging noch einige Zeit», sagt das OK-Mitglied. «Doch dann ging plötzlich alles sehr schnell.»

Die Donnschtig-Jass-Verantwortlichen von SRF inspizierten die Varianten vor Ort und entschieden sich als möglichen Austragungsort für den Platz vor dem alten Schulhaus. Kommt der Donnschtig-Jass nach Hildisrieden, muss die Kantonsstrasse während einem Tag gesperrt werden. Zu den Auflagen gehört ebenfalls, dass man für die Marketingaktivitäten wie Flyer oder T-Shirts beim SRF das «Gut zum Druck» einholt. Weiter müssen organisatorische Abläufe definiert werden. «Die Vorbereitungen laufen so, als ob wir den Anlass definitiv durchführen könnten», weiss Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger.

Das Gewerbe zeigt sich kulant

Vor eine spezielle Herausforderung stellt die Organisatoren zweifelsohne die Kurzfristigkeit. Weil sie erst wenige Tage vor der möglichen Austragung wissen, ob sie zum Zuge kommen, passiert bei positivem Ausgang im Thurgau vieles unter Zeitdruck.

Aktuell haben 25 Sponsoren zugesagt. Der Gemeinderat stehe ebenfalls voll hinter dem Anlass, sagt Galliker. Im Budget sind hierfür 5000 Franken eingestellt. Der Betrag ist als Defizitgarantie zu verstehen. Mit ihm werden bereits getätigte Auslagen gedeckt, sollte der Donnschtig-Jass nicht in Hildisrieden Station machen.

Weiter betont Galliker: «Wir haben von unseren Lieferanten für Zelte, Verpflegung und Getränke die Zusicherung, die Bestellungen kostenlos stornieren zu dürfen.» Dasselbe gilt für die reservierten Hotelzimmer der Fernsehcrew. «Hier zeigen sich der Campus Sursee und das einheimische Hotel-Restaurant zum Roten Löwen sehr kulant», sagt Emmenegger. Die Gemeinde stellt die Infrastruktur gratis zur Verfügung. Jetzt müssen die Hildisrieder Jasser nur noch reüssieren. Dann können die mit Material beladenen Vierzigtönner des SRF im Dorf auffahren.

Weggis bietet tolles Ambiente am See

Wenn da nicht Weggis wäre: Die Seegemeinde hegt auch Ambitionen den Donnschtig-Jass zu organisieren. «Wir waren bereits vor 10 Jahren dabei, fuhren damals ins Wallis und verloren gegen Stans», erinnert sich OK-Präsidentin Nadine Imgrüth. Da sie in der Familie viel jassen würden, «fand ich es cool, diese Idee wieder aufzunehmen». Gesagt – getan: Nachdem sie den Gemeinderat mit deren Präsident Roger Dähler sofort mit im Boot hatte, nahm das Schiff Fahrt auf. Apropos Schiff: Kommt der Donnschtig-Jass nach Weggis, wird er am Pavillon am See ausgetragen.

Das SRF hätte zwar noch andere Standorte angeschaut, «liess sich jedoch von der Kulisse überzeugen», sagt Imgrüth. Und das aus gutem Grund: Wenn während der Sendung Dampfschiffe am nahe gelegenen Steg an- und ablegen, kann der Fernsehzuschauer noch ein Auge vom Ambiente mitnehmen. Dieser Standort gibt den Organisatoren auch die Möglichkeit, verkehrstechnisch nicht zu grosse Klimmzüge – sprich Sperrung von Hauptverkehrsadern – machen zu müssen.

Zweimal pro Woche wird in die Karten gegriffen

300 Festbankgarnituren sind bestellt. Zusätzliche nachzureichen, sei kein Problem, erklärt Imgrüth. Die Festwirtschaft ist aufgegleist, die Cateringcrew weiss Bescheid. Die Unterkünfte im Dorf sind reserviert – und können kostenlos storniert werden. Da die Hoteliers dadurch ein gewisses Risiko eingehen, berücksichtigen die Organisatoren im Vorfeld des möglichen Grossanlasses diese mit ihren Events. So fanden die internen Vorausscheidungen dort statt. Und bis zum Anlass wird beispielsweise auch das «Jasstraining» in diesen Lokalen durchgeführt. Denn momentan wird zweimal pro Woche kräftig in die Karten gegriffen. Vor allem der elfährige Jungjasser, der sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt hatte, bekommt wertvolle Tipps.

Für ein eventuelles Defizit kommt die Gemeinde auf. «Von dort erhalten wir grosse Unterstützung», so Nadine Imgrüth. Resultiert ein Gewinn, soll er der Bevölkerung zuteil werden. «Wir könnten uns beispielsweise einen eingravierten Brunnen oder einen Steingarten vorstellen. Sie sollen an den Donnschtig-Jass erinnern.» Die Organisatoren erwarten 2500 bis 3000 Zuschauer. Ins Thurgau wird ein Fancar organisiert. Und die Jasser werden auch von einer kleinen Trychlergruppe begleitet. Zu Hause wollen die Weggiser ein grosses Fest steigen lassen. Dieses soll bis um Mitternacht gehen. Denn nach dem offiziellen Anlass spielt auf der Eventbühne eine Ländlerkappelle auf.

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