2021 wird es in Luzern keine Fasnacht geben – Stadtrat Adrian Borgula: «Es ist uns wichtig, ein klares Zeichen zu setzen»

In einer Medienmitteilung macht die Stadt Luzern deutlich, dass 2021 in Luzern keine Fasnacht stattfinden kann. Noch offen ist, wie sie dies genau durchsetzen will.

Roman Hodel
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Geht es nach der Stadt Luzern, soll es diese Szenen 2021 nicht geben.

Geht es nach der Stadt Luzern, soll es diese Szenen 2021 nicht geben.

Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 24. Februar 2020)

Es sind klare Worte, die die Stadt Luzern am Dienstagabend in einer Medienmitteilung an die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler richtet: «Für die Stadt Luzern ist aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage sowie der heute geltenden gesetzlichen Bestimmungen von Bund und Kanton klar, dass 2021 in Luzern keine Fasnacht stattfinden kann.» Dies habe sie im Rahmen eines zweiten runden Tisches mit Vertretern der Fasnachtsorganisationen festgehalten. Auf Basis der aktuellen Schutzkonzept-Anforderungen und Versammlungsbeschränkungen seien die Fasnachtsanlässe nicht bewilligungsfähig.

«Es ist uns wichtig, ein klares Zeichen nach aussen zu setzen», sagt Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) dazu. Denn nach wie vor bestehe da und dort die Hoffnung, eventuell wenigstens eine Beizenfasnacht durchführen zu können. Er sagt:

«Nur dann hätte dies automatisch eine Strassenfasnacht zur Folge und das geht einfach nicht.»

Diese Haltung habe am runden Tisch auch niemanden überrascht mit Blick auf die aktuelle Lage. «Falls sich die Situation bis im Januar wider Erwarten deutlich ins Positive verändern sollte, sind Fasnächtler kreativ genug, in Kürze noch etwas auf die Beine zu stellen. Borgula betont, dass ihn als aktiven Fasnächtler der Entscheid selber schmerze, «aber lieber gar keine Fasnacht als eine Ausgabe in hochreduzierter Form».

Allerdings: Wie will die Stadt durchsetzen, dass keine Fasnacht stattfindet? Grundsätzlich braucht es keine Bewilligung, am Schmudo verkleidet durch die Altstadt zu wandeln. Borgula sagt:

«Das stimmt. Die rechtliche und auch polizeiliche Umsetzung müssen wir zuerst erarbeiten.»

Bezüglich Schmudo, Güdismontag und Güdisdienstag liegt die Hoheit beim Kanton. Er kann die Verordnung entsprechend anpassen, sodass kein fasnächtliches Treiben an diesen Tagen erlaubt wäre. Für den Rüüdige Samschtig und den Fasnachtssonntag hat es die Stadt selber in der Hand.

Klar wäre es laut Borgula, wenn der Bundesrat das aktuell geltende Versammlungsverbot für mehr als 15 Personen bis Ende Februar verlängern würde. «Dann wäre zumindest die rechtliche Situation eindeutig.» Viel wichtiger sei jedoch der Konsens. Borgula sagt:

«Wir appellieren an die Vernunft. Wenn sich alle Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die Stadt und der Kanton einig sind, dass 2021 keine Fasnacht stattfinden wird, so werden am Ende auch nur wenig Menschen während der Fasnachtstage in der Stadt aufkreuzen – und das ist das Ziel, leider.»

Wie in der Mitteilung der Stadt weiter steht, hat der Kantonale Führungsstab am letzten Freitag die Gemeinden über die aktuelle Situation im Zusammenhang mit den Fasnachtsanlässen informiert. Wie der Kantonale Führungsstab begrüsst auch die Stadt Luzern, dass diverse Veranstalter von sich aus bereits entschieden haben, keine grösseren Umzüge oder Veranstaltungen durchzuführen beziehungsweise ganz darauf zu verzichten. Es sei schlicht unvorstellbar, dass sich die Lage so positiv entwickelt, dass im Februar 2021 Fasnachtsanlässe bewilligt werden können. Wichtig sei jetzt auch, klare Zeichen zu setzen und allfällig aufwendige Vorbereitungen nicht ins Leere laufen zu lassen.

Fasnachtsorganisationen werden sich nun besprechen

Laut der Mitteilung der Stadt zeigen die am runden Tisch beteiligten Fasnachtsorganisationen Verständnis für die Haltung der Stadt, dass unter den aktuellen Bedingungen die Durchführung der Fasnacht nicht realistisch ist. Sie würden die wichtigsten Erkenntnisse der Diskussion nun mitnehmen und sich innerhalb ihrer jeweiligen Gremien besprechen.

Dies bestätigt etwa Röbi Marty, Präsident der Vereinigten, dem grössten Fasnachtsverband der Zentralschweiz mit über 80 Mitgliedern - er sagt:

«Wir sind uns der schwierigen Lage und unserer Verantwortung sehr bewusst.»

Aus diesem Grund werde man in den nächsten Tagen die Mitgliedervereine in die Meinungsbildung miteinbeziehen.

Die Vereinigten gaben erst vergangene Woche bekannt, dass das Monstercorso und die Guuggerbühnen mit grosser Sicherheit nicht stattfinden werden. Sie haben mit ihrem Entscheid länger zugewartet als das Lozärner Fasnachtskomitee und die Zünfte. Diese hatten bereits im September über die Absage der Umzüge und der Tagwachen informiert.