Für jedes Weihnachts-Träumchen das passende Bäumchen

Bis zu 1,5 Millionen Tannenbäume finden schweizweit in der Weihnachtszeit den Weg in die Stuben. Dabei kommt auch in der Region Luzern ein neuer Trend auf.

Susanne Balli
Merken
Drucken
Teilen

Pro Weihnachtssaison werden in der Schweiz 1,2 bis 1,5 Millionen Christbäume verkauft und damit ein Umsatz von 40 bis 50 Millionen Franken erzielt. Der Anteil der Bäume, die in der Schweiz produziert werden, liegt bei 40 bis 45 Prozent. Die wichtigsten Importländer sind Dänemark, Deutschland und die Niederlande. Am beliebtesten sind bei den Schweizern die Nordmanntannen. Sie machen einen Anteil von 65 Prozent aus; 20 Prozent sind Fichten und je 5 Prozent Blaufichten, Korktannen oder andere Sorten. In der ganzen Schweiz gibt es zirka 640 Christbaumproduzenten, die auf einer Produktionsfläche (ohne Wald) von 600 Hektaren Christbäume anpflanzen. 45 Prozent der Bäume werden direkt ab Produzent, Christbaummarkt, Hof oder Wald verkauft, 30 Prozent über den Grossverteiler, 15 Prozent über Fachmärkte und Gartencenter und 10 Prozent über die Landi. Die Zahlen sind ungefähre Schätzungen der IG Suisse Christbaum. Als Konsument hat man bei der Wahl des Weihnachtsbaumes zahlreiche Möglichkeiten:

Ein Baum direkt von der Plantage

Zahlreiche Besitzer von Christbaumplantagen bieten die Möglichkeit, den Wunschbaum direkt vor Ort einige Wochen im Voraus selber auszuwählen und gut sichtbar mit der Adresse zu beschrifteten. Der Baum wird dann nach einer Terminvereinbarung frisch geschnitten und kann gleich bezahlt und mitgenommen werden. Weihnachtsbäume zum selber Auswählen bietet zum Beispiel die Willy Ottiger Gartenbau und Baumschule, Ottenrüti 5, in Rothenburg. Ottigers haben auf insgesamt 7 Hektaren an vier verschiedenen Orten Weihnachtsbaum-Kulturen (weitere Infos unter www.ottiger-baumschule.ch oder Telefon 041 280 83 22). Auch bei Bühlmann's Weihnachtsbäumen, Rottertswil, Emmen, kann man auf Wunsch selber seinen passenden Baum in der Plantage auswählen (www.buehlmanns-weihnachtsbaeume.ch).

Damit der Weihnachtsbaum lange frisch bleibt, sollte man ihn am besten bis kurz vor Weihnachten in einem Kessel Wasser im Garten oder auf dem Balkon lagern. Der Stammfuss sollte auf keinen Fall angespitzt und die Rinde nicht entfernt werden, denn sonst kann der Baum das Wasser nicht gut aufnehmen und nadelt rasch.

Ein Baum für den Balkon

Wer einen grünen Daumen hat und sich mit einem eher kleineren Baum zufrieden gibt, kann sich ein Tännchen im Topf anschaffen. Am einfachsten ist es, dieses auch während der Weihnachtszeit draussen auf der Terrasse oder dem Balkon stehen zu lassen. Wer den Baum über die Weihnachtstage in die Stube nehmen will, sollte ihm stets ausreichend Wasser geben, weil durch die Zimmertemperatur viel Wasser verdunstet. Der Baum sollte nur während weniger Tage drinnen bleiben. Je länger der Baum in der Wohnung ist, desto heikler wird es, ihn wieder nach draussen zu stellen, weil er im Zimmer aus seiner Winterruhe geweckt wird und austreibt. Am besten erholt er sich nach den Feiertagen an einem hellen kühlen Ort ohne Frost, zum Beispiel einem Wintergarten, bevor man ihn – idealerweise erst im Frühling – wieder nach draussen stellt. Tännchen im Topf gibt’s sowohl in Gärtnereien, Baumschulen wie auch bei diversen Grossverteilern oder der Landi zu kaufen.

Ein Baum zur Miete

Wer keinen Christbaum kaufen will, aber dennoch nicht darauf verzichten kann, hat die Möglichkeit, einen Baum im Topf zu mieten. Die Nachfrage nach Bäumen zur Miete hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Mittlerweile gibt es diese Möglichkeit auch in der Region Luzern. Die Gärtnerei Niederberger in Kriens (www.gaertnerei-niederberger.ch) hat in den letzten zwei, drei Jahren diesen neuen Geschäftszweig kontinuierlich ausgebaut. «Wir haben uns das Ziel gesetzt, diese Saison 700 bis 800 Christbäume im Topf zu vermieten», sagt Geschäftsführer Paul Niederberger. An einem Miet-Baum seien besonders auch Familien interessiert, die einen Christbaum möchten, der am Schluss nicht auf dem Kompost oder als Biogasmasse endet. «Wir bieten auch Familienbäumchen an, die zur Weihnachtszeit immer wieder in die gleichen Familien kommen und den Rest des Jahres in unserer Gärtnerei sind», sagt Niederberger.

Die Kosten für ein Miet-Bäumchen (zwischen 70 Zentimeter und 220 Zentimeter mit Topf) bewegen sich zwischen 34 und 169 Franken. Auf Wunsch wird ein Bring- und Holservice angeboten. Für die Gärtnerei Niederberger ist das Kultivieren der Bäume im Topf «eine ökologische und nachhaltige Chance für einen neuen Betriebszweig».

Philipp Gut, Geschäftsführer der IG Suisse Christbaum, hat Vorbehalte, was den Nutzen für die Umwelt betrifft. «Betrachtet man die aufwendige Anzucht in Töpfen, was häufig auch im Ausland geschieht, und das Herumkarren von schweren Einzelbäumen, sowie das Entsorgungsproblem der Bäume samt Erde, Wurzelballen und Topf, so bleiben doch Fragezeichen.» Die mehrmalige Verwendung und ein späteres Weiterleben des Baumes in der Natur seien eine angenehme Illusion.

Paul Niederberger sagt allerdings dazu: «Unser Fahrdienst ist ökologisch. Wir bieten einmal pro Woche eine Tour mit den Miet-Bäumen an», sagt er. Zudem gebe es nach der Weihnachtszeit praktisch keine Ausfälle bei den Bäumen. «Wir waren im letzten Jahr überrascht, in welch gutem Zustand die Topfbäumchen wieder zu uns zurück kamen. Wir mussten sie lediglich zirka drei Wochen akklimatisieren, damit sie wieder in die Winterruhe zurückkehren, wir mussten keinen Baum entsorgen.»

Ein Baum für den Keller

Die einen finden ihn unglaublich praktisch, die anderen einfach nur scheusslich. Tatsache ist: Der künstliche Weihnachtsbaum polarisiert. Auch wenn er nicht allen gefällt, hat der künstliche Baum doch auch seine Vorteile. Er ist mehrmals wiederverwendbar, nadelt nicht und ist hugs-flugs aufgebaut. Wer es also nicht lassen kann, findet bei verschiedensten Anbietern eine grosse Auswahl an künstlichen Tannenbäumen in diversen Grössen und Ausführungen. Die Preise variieren stark. Während hochwertige Modelle, denen man erst auf den zweiten Blick ansieht, dass sie künstlich sind, schnell mehrere hundert Franken kosten, gibt’s auch deutlich günstigere Modelle. Diese sehen dann aber wirklich künstlich aus. Immerhin kann man einige Modelle wie einen Schirm zusammenklappen, so dass sie im Keller bis zur nächsten Weihnacht nicht allzu viel Platz in Anspruch nehmen.

Für welchen Baum Sie sich auch entscheiden: Steht er endlich in der Stube, kommt die wohl grösste Herausforderung. Die Lichterkette, die ein Jahr lang im Keller lagerte, muss entwirrt werden. Und man hegt jedes Jahr aufs Neue den Verdacht, dass im Keller ein unheimlicher «Lichterkettenverhudler» wohnt. Auch wenn man sich nach Weihnachten die grösste Mühe gibt, die Lichterkette so präzise wie möglich zusammenzulegen – es nützt nichts. Geht es Ihnen nicht auch so? Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Fröhliche Weihnachten!