Für mehr Busse fehlt das Geld

In der Agglomeration und der Stadt Luzern soll der öffentliche Verkehr das bevorzugte Verkehrsmittel werden. Voraussetzung dafür ist ein grundlegend verbessertes Busnetz. Doch es steht weniger Geld zur Verfügung.

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Oft stecken die Busse im Stau, wie hier im Feierabendverkehr auf der Pilatusstrasse. Im ÖV-Bericht 2012 bis 2015 findet nun auch die Luzerner Regierung, dass es «ein grundlegend verbessertes Busnetz und höhere Kapazitäten» braucht. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Oft stecken die Busse im Stau, wie hier im Feierabendverkehr auf der Pilatusstrasse. Im ÖV-Bericht 2012 bis 2015 findet nun auch die Luzerner Regierung, dass es «ein grundlegend verbessertes Busnetz und höhere Kapazitäten» braucht. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Die Regierung setzte sich aber noch zwei weitere Ziele für die Jahre 2012 bis 2015, heisst es im aktuellen öV-Bericht, den die Luzerner Regierung am Montag veröffentlichte: eine höhere Kundenzufriedenheit und einen verbesserten Kostendeckungsgrad. Heute wird der Aufwand von rund 323 Mio. Franken zu rund 48 Prozent aus den eigenen Erträgen gedeckt. Die Regierung geht davon aus, dass sich der Kostendeckungsgrad bis 2015 auf 50 Prozent verbessern wird.

4 Millionen weniger zur Verfügung

Um den öffentlichen Verkehr zum bevorzugten Verkehrsmittel in der Agglomeration und der Stadt Luzern zu machen, brauche es ein grundlegend verbessertes Busnetz und höhere Kapazitäten. Knappe Mittel begrenzten aber den Entwicklungsspielraum. «Da für die gesamte Planungsperiode insgesamt 4 Millionen Franken weniger zur Verfügung stehen, können nicht alle geplanten Massnahmen umgesetzt werden», heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei.

Die Mittel seien einerseits für die Fortsetzung begonnener Projekte vorgesehen, so etwa für die die Tieflegung und den Doppelspurausbau der Zentralbahn, den Umbau des Bahnhofs Malters und die Beiträge an die BLS Netz AG, hauptsächlich aber für die Verbesserung der Umsteigepunkte zwischen Bahn und Bus oder Bus und Bus. Für die Regierung ist aber klar: Die zentrale Rolle bei der Angebots- und Infrastrukturentwicklung spielt der Tiefbahnhof Luzern. Deshalb will sie das Projekt bis zur Baureife vorantreiben und die Finanzierung aufzeigen.

Unzuverlässigkeit wird kritisiert

Die Kundenzufriedenheit sei in den letzten Jahren zwar stetig angestiegen, heisst es im Bericht weiter. Nicht zufrieden seien die Kunden aber unter anderem mit der Zuverlässigkeit in den Stosszeiten, der Bedienungsfreundlichkeit der Billettautomaten und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese Qualitätsaspekte sollen verbessert werden.

Der Regierungsrat hat gemäss dem Gesetz über den öffentlichen Verkehr dem Kantonsrat alle zwei Jahre einen Bericht über die mittel- und langfristige Entwicklung der Angebote für den öffentlichen Verkehr vorzulegen. Der öV-Bericht liegt nun erstmals vor. Der Kantonsrat soll ihn in der Januarsession behandeln.

sda/rem