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Funk am See setzt den Rotstift an

Morgen beginnt das populäre Musikfestival im Lido. Ein Defizit wie bei der letzten Ausgabe können sich die Veranstalter nicht leisten.
Simon Bordier
Das «Funk am See» auf der Lidowiese in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das «Funk am See» auf der Lidowiese in Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Alle zwei Jahre verschaffen sich Bands aus dem In- und Ausland auf der Lidowiese Luft – und mit ihnen über 10 000 Fans. Das soll auch ab morgen wieder der Fall sein, wenn die elfte Ausgabe von Funk am See über die Bühne geht (siehe Box). Dabei kommen Musikbegeisterte in den Genuss eines breiten Programms, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Dies handhaben der Verein Open Air Lidowiese und Radio 3fach bereits seit 20 Jahren so, während andere Musikfestivals oft kostenpflichtig sind.

Rasenschäden von 10 000 Franken

Wie schwierig die Finanzierung ist, mussten die Veranstalter allerdings bei der letzten Ausgabe schmerzlich erfahren. 2014 machten starke Regenfälle einen Strich durch die Rechnung: Es kamen weniger Besucher als erwartet, ergo wurde weniger konsumiert, die Wiese wurde stark beschädigt, und übrig blieb ein Defizit von rund 40 000 Franken, wie Yanik Kloter, der Kommunikationschef des Festivals, erklärt. Allein die Kosten für die Instandsetzung der Wiese habe mit einem «niedrigen fünfstelligen Betrag» zu Buche geschlagen.

Das Defizit konnte gemäss Kloter mit den Gewinnen aus den Vorjahren wettgemacht werden. «Es darf sich dieses Jahr aber keinesfalls wiederholen», betont er. Zumindest das Wetter dürfte diesmal etwas besser mitspielen, auch wenn es Wünsche offen lässt: Gemäss Meteo Schweiz bleibt es am Freitagabend warm und trocken, am Samstag werden vereinzelt Schauer erwartet.

Auf das Wetter mögen sich die Organisatoren aber nicht verlassen. Sie sind gründlich über die Bücher gegangen. «Wir konnten mit unseren bisherigen Sponsoren und Partnern neue Bedingungen aushandeln», erklärt Kloter. Das finanzielle Polster sei nun besser. Bei den Ausgaben wurde der Rotstift angesetzt. Man habe die Kosten für die Werbung (Grafik) sowie für die Infrastruktur gesenkt. «Wir haben etwa die Bars neu angeordnet, sodass wir mit weniger Bars gleich viele Personen bedienen können», erklärt Kloter. Während des Festivals werde sich neu ein Landschaftsgärtner um den Rasen kümmern, damit dieser keinen grossen Schaden nehme: «Wenn nötig, werden wir sensible Flächen absperren, Kies streuen oder zusätzliche Schutzvliese auslegen.»

Das Open Air wird durch Sponsoren, öffentliche Beiträge und den Konsum vor Ort finanziert. Verantwortlich für die Durchführung ist der Verein Open Air Lidowiese. Nach Melchior Bendel, der den Verein zehn Jahre leitete, ist seit letztem April neu Roland Graf (37) Präsident. Graf ist Marketing- und Verkaufsleiter und hat vor 16 Jahren im Organisationskomitee des Open Airs angefangen. Der Lidowiese fühle er sich seit seiner Jugend stark verbunden.

«Es gibt immer mehr Festivals»

Die Zeiten für das Funk am See seien aber nicht leichter geworden. «Es gibt immer mehr Festivals, da müssen wir schauen, wie wir uns positionieren wollen», erklärt Graf. Man müsse Bands und Publikum zunehmend mit anderen Veranstaltern teilen. Das Programm möchte Graf dabei weiter im Geist von Radio 3fach halten. Sprich: stilistische Vielfalt bieten sowie einen Mix aus Luzerner und auswärtigen Bands, all dies mit Schwerpunkt auf Jugendkultur. «Wir verstehen uns als Kulturförderer», sagt Graf. Funk am See sei nicht einfach ein Open Air, sondern ein Luzerner Happening, wo man «Freunde treffen und tolle Musik hören kann».

Funk am See soll gratis bleiben

Andererseits müsse man auf einen grünen Zweig kommen. Auf Eintrittspreise soll dennoch auch künftig verzichtet werden, aber: «Wir möchten das Bewusstsein unserer Besucher dafür stärker, dass wir auf Einnahmen angewiesen sind: Würde jeder Besucher mindestens 20 Franken ausgeben, wäre das Balsam für unser Budget», so Roland Graf.

Immer noch Helfer gesucht

Das Open Air ist auch auf viele freiwillige Helfer angewiesen. Zwischen 200 und 250 sind es an der Zahl. Die Suche gestaltete sich zunächst schwierig: Mitte Juli hatten erst rund 100 Personen ihre Hilfe zugesagt (Ausgabe vom 18. Juli). «Nach unserem dringlichen Appell in den Medien haben sich glücklicherweise viele Menschen gemeldet», freut sich Helferkoordinator David Ammon. Aktuell könne man auf gut 220 Helfer zählen. Wer kurzfristig helfen möchte, kann sich immer noch auf der Internetseite des Open Airs anmelden.

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