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Mall of Switzerland: Für den Bombendroher könnte es sehr teuer werden

Mitte März vergangenen Jahres versetzte ein damals 36-Jähriger Besucherinnen und Besucher der Mall of Switzerland in Angst und Schrecken. Der Mann ist geständig. Die Staatsanwaltschaft will den Fall im Sommer ans Gericht überweisen.
Thomas Heer
Gegen 1000 Menschen mussten am 14. März 2018 aus der Mall of Switzerland evakuiert werden. (Bild: Pius Amrein, Ebikon, 14. März 2018)

Gegen 1000 Menschen mussten am 14. März 2018 aus der Mall of Switzerland evakuiert werden. (Bild: Pius Amrein, Ebikon, 14. März 2018)

Für die Kundinnen und Kunden aber auch das Personal der Mall of Switzerland war es wohl der denkwürdigste Tag, in der noch jungen Geschichte dieses Einkaufszentrums, jener 14. März vergangenen Jahres. Denn ein damals 36-jähriger Mann drohte von einer Telefonzelle aus damit, in der Mall of Switzerland eine Bombe hochgehen zu lassen.

In der Folge kam es zu einem Grosseinsatz verschiedener Blaulichtorganisationen. Ein Sprengkörper wurde jedoch nie gefunden. Dafür ging den Fahndern wenige Tage nach der Tat, der Droher ins Netz. Nach mehrwöchiger Untersuchungshaft kam er Mitte April wieder frei. Gemäss Medienberichten gestand der Mann die Tat. Seit dem 28. Juni 2018 befasst sich die Luzerner Staatsanwaltschaft mit dem Ereignis. Wie deren Sprecher Simon Kopp sagt, soll der Fall bis vor den Sommerferien an das zuständige Gericht überwiesen werden.

Psychiater dürften sich mit dem Mann befasst haben

Ein identifizierter und geständiger Täter: eine einfache Sache für die Justiz, so könnte man meinen. Der Fall scheint aber komplexer zu sein, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Was steckt dahinter? Simon Kopp will sich dazu nicht äussern. Wer sich mit ausserkantonalen Experte zur Dauer des Verfahrens unterhält, bekommt verschiedene Vermutungen zu hören. Nicht ganz überraschend, stimmen die Fachleute in der Annahme überein, dass sich mit dem Mann und dessen Tat auch dafür spezialisierte Psychiater befassen. Es dürfte darum gehen, abzuklären, in welchem gesundheitlichen Zustand der Droher sich zum Zeitpunkt des Verbrechens befand. Je nach Befund kann das auf das Urteil einen entscheidenden Einfluss haben.

Weiter könnte es nach Auffassung der Experten auch darum gehen, dass dem Mann noch andere Straftaten zur Last gelegt werden. Gibt es diesbezüglich möglicherweise Verbindungen zum Mall-of-Switzerland-Vorfall oder handelt es sich bei der Tat vom März 2018 um ein singuläres Ereignis?

Mit welchen Konsequenzen muss der Täter rechnen? Gemäss Andreas Eicker, Professor für Strafrecht an der Universität Luzern, kommen folgende Straftatbestände in Frage: Schreckung der Bevölkerung, Drohung und Nötigung. Eicker schreibt: «Dem Täter droht mit Rücksicht auf diese Tatbestände maximal eine Freiheitsstrafe von drei Jahren oder eine Geldstrafe.»

Dem Täter drohen auch zivilrechtliche Forderungen

Eicker schreibt weiter: «Gemäss Luzerner Polizeigesetz und dem Gebührengesetz können dem Täter neben den Verfahrenskosten auch die Aufwendungen für den Polizeieinsatz auferlegt werden.» Dies unter der Voraussetzung, dass der Mann – und davon ist nach heutigem Wissensstand auszugehen – den Einsatz vorsätzlich oder grobfahrlässig verursacht hat. Zudem macht Eicker darauf aufmerksam, dass eventuell auch noch zivilrechtliche Schadensersatzforderungen bestehen. Dies beispielsweise von Mietern der Mall of Switzerland, die aufgrund der Bombendrohung Mindereinnahmen in Kauf nehmen mussten.

Kurz nach der Freilassung des Täters aus der Haft besuchte die «Zentralschweiz am Sonntag» jene Frau, die zu diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Droher im gleichen Haushalt lebte. Sie sagte damals, sie könne sich nicht erklären, weshalb es zu dieser Tat kam. Im Verlauf der Gerichtsverhandlung dürfte dazu mehr zu erfahren sein.

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