Furcht vor Coronavirus macht Desinfektionsmittel in Luzern zur Rarität – Apotheker schaffen mit Hausrezepten Abhilfe

Im Kanton Luzern gibt es bislang keinen bestätigten Corona-Virus-Fall. Apotheken erleben einen Ansturm – und wissen sich zu helfen. 

Raissa Bulinsky
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Von der Furcht vor dem Coronavirus getrieben, werden Apotheken und Drogerien überrannt. Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind Mangelware und Apotheker kämpfen mit Engpässen. Doch Panikreaktionen wegen des Coronavirus sind fehl am Platz, teilte das Gesundheits- und Sozialdepartement mit. Im Kanton Luzern gibt es bisher keine bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus. Es könne gegenwärtig nicht von einer Coronavirus-Epidemie gesprochen werden. Gemäss Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) wurden schweizweit mehrere hundert Personen getestet, darunter auch Personen aus dem Kanton Luzern.

Ob die Furcht vor dem Virus gross ist oder nicht – die Hände sollten trotzdem regelmässig gewaschen und desinfiziert werden, wie das BAG empfiehlt. Doch der Mangel an Desinfektionsmittel macht den meisten einen Strich durch die Rechnung. Ob in Form von Tüchern oder im Fläschchen für Hände und Flächen: Desinfektionsmittel sind momentan ein Verkaufsschlager. Folglich kommt es vielerorts zu Engpässen und Ausverkäufen, was mehrere Luzerner Apotheken auf Anfrage bestätigen.

Apotheken reagieren mit hausgemachten Mitteln

Einige Luzerner Apotheken schaffen der Knappheit an Desinfektionsmitteln Abhilfe. Mit scheinbar simplen Zutaten wie Alkohol, Gel und Geruchsstoffen stellen sie das begehrte Mittel im eigenen Haus her. Doch ob dies künftig Engpässe vermeiden kann, ist offen. Sicher ist aber, dass die Nachfrage die Produktionskapazitäten übersteigt. So sagen zwei Apotheker auf Anfrage unserer Zeitung, dass die hausgemachten Desinfektionsmittel bereits nach einem Tag wieder ausverkauft sind und täglich neues hergestellt werden muss. Ihre Namen wollen die Apotheker nicht in der Zeitung lesen. 

Auch die B. Braun Medical AG, Hersteller von medizintechnischen und pharmazeutischen Produkten mit Sitz in Sempach, bestätigt eine erhöhte Nachfrage an Desinfektionsmitteln, die zweifelsohne durch das Coronavirus beeinflusst wurde. «Wir stellen klar eine erhöhte Nachfrage fest, vor allem für Händedesinfektionsmittel», sagt Roman Kübler, Geschäftsführer des Unternehmens. Von einem Engpass könne aber nicht gesprochen werden, da wichtige Kunden beliefert werden können. B. Braun Medical liefert in erster Linie an professionelle Anwender im Gesundheitswesen, zum Beispiel Spitäler und Arztpraxen.

Desinfektionsmittel, produziert bei B. Braun Medical AG in Sempach.

Desinfektionsmittel, produziert bei B. Braun Medical AG in Sempach.

Bild : Pius Amrein, Sempach, 13. August 2009)

Auch die B. Braun Medical AG treffe Massnahmen wegen der erhöhten Nachfrage an Desinfektionsmitteln, beispielsweise durch das Optimieren der Arbeitsprozesse. Kübler erklärt: «Das Desinfektionsmittel wird innerhalb eines Tages produziert, allerdings wird bei jeder Produktionseinheit anschliessend sieben Tage lang die mikrobiologische Qualität überprüft, bevor sie für den Verkauf freigegeben wird, so dass der gesamte Prozess acht Tage dauert.»

Bistum Basel empfiehlt Vorsichtsmassnahmen

Zur Prävention gegen eine Ansteckung durch das Corona-Virus empfiehlt das Bistum Basel für Zusammenkünfte und Versammlungen von Gläubigen, insbesondere Liturgien, folgende Vorsichtsmassnahmen:
– Wer Grippensymptome aufweist, bleibt zu Hause. Das gilt auch für Liturgen.
– In der Eucharistiefeier erhalten die Gläubigen die Kommunion auf die Hand; von der Mundkommunion ist abzusehen. Wer die Kommunion austeilt, hat vorher die Hände zu desinfizieren.
– Bei einer Konzelebration wird das Blut Christi durch Eintauchen der Hostie konsumiert; der letzte Priester, der kommuniziert, trinkt den Kelch aus.
– Die Weitergabe des Friedensgrusses entfällt.
– An manchen Orten kann es angebracht sein, die Weihwasserbecken zu leeren. (rai)

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