Fusionsabstimmung: Altwis gehört ab 2021 zur Gemeinde Hitzkirch

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Altwis und Hitzkirch haben dem Zusammenschluss klar zugestimmt: Die beiden Gemeinden werden per 1. Januar 2021 fusionieren.

Livia Fischer
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Hans Elmiger (links) und David Affentranger nach der Abstimmung.

Hans Elmiger (links) und David Affentranger nach der Abstimmung.

Bild: PD

5900 Einwohner und eine Fläche von rund 31 Quadratkilometern – so wird die Gemeinde Hitzkirch ab Januar 2021 nach der Fusion mit Altwis aussehen. 87,1 Prozent der Bevölkerung in Altwis und 81,9 Prozent der Hitzkircher und Hitzkircherinnen haben dem Zusammenschluss zugestimmt, wie die beiden Gemeinden mitteilten. Die Stimmbeteiligung betrug in Altwis 69,6 Prozent, in Hitzkirch 37 Prozent. Im Herbst finden die Wahlen für den neuen Gemeinderat von Hitzkirch statt. Die jetzigen Behörden bleiben bis Ende Jahr im Amt.

Das Ergebnis freut die CVP-Gemeindepräsidenten David Affentranger (Hitzkirch) und Hans Elmiger (Altwis) unglaublich. Wegen der Coronanotlage fand keine Feier statt, nur die beiden haben sich getroffen. «Einander nicht mal da die Hand zu geben, war ganz komisch und schade. Aber wir haben auf Distanz mit einem Glas Wein angestossen», erzählt Affentranger.

Erster Fusionsversuch war gescheitert

Affentranger und Elmiger sprechen die Vorgeschichte ihrer beiden Gemeinden an. Der Grund, warum sie bis kurz vor der Abstimmung noch «nervös und angespannt» gewesen seien. Schon vor sieben Jahren wagte Altwis einen Fusionsversuch; das Eigenkapital der kleinen Gemeinde war aufgebraucht. Der Hitzkircher Gemeinderat prüfte einen Zusammenschluss, brach das Projekt aber ab. Die Begründung: Die Fusion lohne sich nicht.

Seither hat sich die Gemeinde Altwis finanziell stark erholt. Die Ertragskraft aus den Steuern ist gestiegen, die Verschuldung konnte aufgrund von Sparmassnahmen und kantonalen Beiträgen abgetragen werden. 2018 stellte Altwis erneut einen Antrag, mit der Gemeinde Hitzkirch zu fusionieren. Diesmal erfolgreich. Nach Abwägung der Chancen und Risiken empfahlen beide Gemeinderäte, die Fusion zu vollziehen. «Das Projekt hat einfach seine Reifezeit gebraucht», sagt Elmiger heute. Der Kanton unterstützt den Zusammenschluss mit einem Beitrag von 2,4 Millionen Franken.

Schule Altwis fällt der Fusion zum Opfer

2009 schloss sich Hitzkirch mit den Gemeinden Gelfingen, Hämikon, Mosen, Müswangen, Retschwil und Sulz zusammen. Davor hatte jedes Dorf seine eigenen Zonenpläne. «Seit der Fusion können diese nun gemeinsam geplant werden. So haben nicht mehr alle Dörfer Industriezonen, behalten aber trotzdem weiterhin ihr kulturelles Zentrum», sagt Affentranger. Die Wahrung der Identität der einzelnen Ortsteile sei enorm wichtig.

Von der gemeinsamen Zonenplanung soll bald auch Altwis profitieren – der Gemeinderat spricht von einer raumplanerisch und wirtschaftlich besseren Weiterentwicklung und der Möglichkeit, dass sich die Gemeinden so auf ihre individuellen Stärken fokussieren können. Die Rede ist auch von «Synergieeffekten in Behörden und Verwaltung». So muss etwa nur noch eine Jahresrechnung erstellt werden.

Mit der Fusion wird die Schule Altwis in vier Jahren in jene Hitzkirchs integriert. «Das war das emotionalste Thema», sagt Elmiger. Es sei zwar schade um die Kleinstschule, man habe aber ohnehin nicht garantieren können, dass die Schule in zehn Jahren noch genügend Kinder gehabt hätte: «Wir sind eine Rückzonungsgemeinde und hätten uns alleine nicht wesentlich weiterentwickeln und vergrössern können.»

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