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FUSION: Ebersecken gibt Gemeindename ab

Altishofen und Ebersecken wollen per 1. Januar 2020 heiraten. Mittlerweile liegen Zwischenergebnisse auf dem Tisch. Die Finanzen dürften einen Knackpunkt bilden.
Ernesto Piazza
Steuern die Geschicke von Ebersecken und Altishofen: Thomas Roos (links) und Urs Kaufmann. (Bild: Pius Amrein (Altishofen, 10. April 2017))

Steuern die Geschicke von Ebersecken und Altishofen: Thomas Roos (links) und Urs Kaufmann. (Bild: Pius Amrein (Altishofen, 10. April 2017))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Seit August arbeiten Altishofen und Ebersecken an «ihrer» Fusion. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse der fünf eingesetzten Fachgruppen auf dem Tisch. Am Mittwochabend wurden rund 170 Interessierte aus beiden Gemeinden an einer Infoveranstaltung darüber informiert.

Ebersecken sei mit seinen 400 Einwohnern zu klein, um finanziell langfristig zu überleben, führte Gemeindepräsident Thomas Roos (CVP) als gewichtigen Punkt für den Zusammenschluss an. Auch ein Sonderbeitrag des Kantons, der allerdings ein Ansteigen des Steuerfusses auf 2,6 Einheiten voraussetzen würde, «wäre nur kurzzeitig gedacht». Sein Amtskollege Urs Kaufmann (CVP) warb für einen Zusammenschluss, indem er betonte: «Altishofen wird durch diese Fusion grösser und auch stärker. Für die Weiterentwicklung der Gemeinde ist Ebersecken kein schlechter Partner.» Er machte aber deutlich: «Ein guter Kantonsbeitrag ist für das Gelingen der Fusion wichtig.» Hier liegt der ordentliche Teil bei 1,02 Millionen Franken. Möglich ist ein Zusatz von bis zu einer halben Million. Bei finanzieller Notlage kann er erhöht werden.

Konkrete Zahlen zum möglichen Beitrag konnten die Verantwortlichen an der Infoveranstaltung noch keine liefern. Darüber wird erst verhandelt, wenn das Unterstützungsgesuch beim Kanton liegt. Das dürfte im Januar 2018 der Fall sein.

Ebersecken als «grüne Lunge» der Gemeinde

Hervorgehoben wurde von beiden Partnern auch, dass eine Fusion «spannende, raumplanerische Möglichkeiten» eröffnen würde. Dabei käme Ebersecken als Naherholungsgebiet die Rolle der «grünen Lunge» zu. Bei Altishofen würde die Herausforderung «starke Entwicklung» liegen. Der künftige Gemeindename ist Altishofen. Der Ortsteil Ebersecken übernimmt das Wappen von Altishofen, doch beispielsweise Vereine können das eigene weiter verwenden. Zudem übernimmt Ebersecken die organisatorischen und rechtlichen Strukturen von Altishofen. Das Bau- und Zonenreglement bleibt für eine Übergangsfrist in beiden Gemeinden bestehen. Der künftige Gemeinderat rekrutiert sich aus fünf Mitgliedern, wobei keine Sitzgarantie besteht. Die bereits heute greifende Verwaltungsgemeinschaft wird nicht angetastet, genauso wenig das regionale Bauamt. Die Nutzung des Gemeindehauses Ebersecken wird in der Übergangsphase geklärt.

Die beiden Schulstandorte will man aufrechterhalten – aber mit einer gemeinsamen Leitung. Die Musikschulen bleiben vorerst. Das Vereinsleben habe in beiden Gemeinden einen hohen Stellenwert, hiess es. Daran will man nicht rütteln. Bei Spitex (neu: Nebikon-Altishofen) und Feuerwehr (neu: Altishofen-Nebikon) gibt es aber Veränderungen. Das Feuerwehrlokal Ebersecken wird aufgehoben. Kommt die Fusion, ist diesbezüglich ein Zusammenschluss mit Schötz vom Tisch.

Bei der anschliessenden Diskussion gab es emotionale wie existenzielle Voten. So, beispielsweise, ob Ebersecken bei dem relativ vielen an die Altishofer Bauern verpachteten Landwirtschaftsland auch mitmache. Eine Votantin erklärte: Sie habe mit Leib und Seele eine Bindung zu Ebersecken. Ihr mache es weh, wenn sie künftig den Kindern das Wappen von Altishofen zeigen müsse. Roos sagte: «Eine Fusion ist immer eine emotionale Geschichte. Doch nichts ist konstanter als die Veränderung.» Ein Votant sorgt sich über die in den nächsten zehn Jahren zu tätigenden Investitionen. Diese würden im Finanzplan berücksichtigt, hiess es. Um im Nachhinein möglichst keine negativen Überraschungen zu erleben, werde aktuell der Zustand der Werke und Gebäude aufgenommen.

Eine Frage betraf auch das Abholen von Fusions-Know-how bei anderen Gemeinden. Betreffend Schule habe man sich beispielsweise bei umliegenden fusionierten Kommunen informiert, hiess es. Roos erklärte, auf Schötz angesprochen: «Altishofen ist für uns der logischste Schritt.» Und Kaufmann sagte: «Nachdem Ebersecken sich bei einer Konsultativabstimmung grossmehrheitlich für uns entschied, war der Fall für uns klar.»

Im Idealfall wird im Frühjahr 2018 der Fusionsvertrag erarbeitet. Im Juni erfolgt die Vernehmlassung durch den Stimmbürger. Im Juli/August entscheidet der Gemeinderat über «Go oder No Go». Die Urnenabstimmung ist für Herbst geplant. Bei einem Ja wird am 1. Januar 2020 fusioniert.

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