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Fusion von Hitzkirch und Altwis: Jetzt wird die Vergangenheit neu aufgerollt

Für den Zusammenschluss von Hitzkirch und Altwis ist nun eine Projektgruppe im Einsatz. Um die Heirat per 2021 zu besiegeln, nimmt diese alte Fusionsakten wieder hervor – und damit auch eine umstrittene Idee.
Evelyne Fischer
Blick auf Altwis. Die Gemeinde möchte per 2021 mit Hitzkirch fusionieren. (Bild: Pius Amrein, 23. Dezember 2017)

Blick auf Altwis. Die Gemeinde möchte per 2021 mit Hitzkirch fusionieren. (Bild: Pius Amrein, 23. Dezember 2017)

Die Fusionspläne der zwei Seetaler Gemeinden Hitzkirch und Altwis sind einen Schritt weiter: Unter dem Vorsitz von Benno Felder, Gemeindeschreiber von Hitzkirch, nimmt nun die Projektsteuerung ihre Arbeit auf. Felder dürfte für diese Aufgabe bestens gewappnet sein: Der einstige Gemeindeschreiber von Hämikon und Retschwil ist seit 2009 für die Gemeinde Hitzkirch tätig und hat damit schon eine erfolgreiche und eine geplatzte Fusion miterlebt. Weiter gehören der Projektsteuerung die beiden CVP-Gemeindepräsidenten David Affentranger (Hitzkirch) und Hans Elmiger (Altwis) an sowie Johann Hunkeler, Gemeindeschreiber von Altwis.

Weil die beiden Gemeinden bereits vor fünf Jahren ein Zusammengehen geprüft haben, sollen laut Mitteilung vom Mittwoch jene Akten wieder aus der Schublade genommen werden. «Es ist unser Ziel, die Verhandlungen möglichst schlank zu führen», sagt Hans Elmiger, Gemeindepräsident von Altwis. «2013 ist gute Arbeit geleistet worden, auf der wir aufbauen können.» Dies betreffe etwa die Liste der Organisationen, Kommissionen und Dienstleistungen, die zusammengeführt werden könnten. Sein Hitzkircher Pendant David Affentranger pflichtet bei. «Wir möchten den Aufwand in Grenzen halten, wollen aber nochmals alle Punkte genau anschauen.»

Altwis droht der Verlust der Schule

Intensive Debatten in zwei Bereichen sind bereits vorprogrammiert: Finanzen und Bildung. Hitzkirch, 5200 Einwohner, weist derzeit samt Rabatt einen Steuerfuss von 2,05 Einheiten auf. Jener von Altwis, 400 Einwohner, liegt bei 2,4 Einheiten. Der Kantonsbeitrag muss folglich genug hoch sein, um dieses Ungleichgewicht aufzufangen. Eine Summe will Affentranger dazu nicht nennen.

«Letztlich muss eine gute Lösung für beide Gemeinden angestrebt werden. Dafür wird es Opfer brauchen.»

Hans Elmiger (CVP), Gemeindepräsident Altwis

Ferner geht es um den Schulstandort: Die Vernehmlassung zur geplatzten Fusion sah in Altwis eine Schulschliessung vor. Elmiger sagt dazu: «Wir würden es sehr begrüssen, wenn wir unsere Schule behalten könnten. Mit der Einführung der Basisstufe und der Zusammenlegung von Abteilungen setzten wir bisher alles daran, um den Schulstandort aufrecht zu halten.» Letztlich müsse aber eine gute Lösung «für beide Gemeinden» angestrebt werden. Elmiger: «Dafür wird es Opfer brauchen.» Laut Affentranger gehe man das Thema offen an. «Im Bewusstsein, dass es einer der grössten Knackpunkte ist.» Ob in Hitzkirch für die Altwiser Kinder genug Schulraum vorhanden wäre, lasse sich derzeit nicht sagen.

Klar ist hingegen: Sagen beide Gemeinden Ja zur Fusion, würde Altwis zum Ortsteil von Hitzkirch. «Etwas anderes wäre gegenüber den anderen Ortsteilen nicht fair», sagt Affentranger. Altwis würde sich dann auch der Kanzlei von Hitzkirch angliedern, womit die seit 2012 bestehende Verwaltungsgemeinschaft mit Ermensee enden würde. Diesem Szenario sei man sich bewusst, sagt Reto Spörri (FDP), Gemeindepräsident von Ermensee. «Momentan profitieren beide Gemeinden von der Verwaltungsgemeinschaft. Steigt Altwis aus, wird eine eigene Kanzlei für uns unter dem Strich teurer.» Dennoch habe er «vollstes Verständnis für die aktuellen Fusionsabklärungen».

2020 an die Urne, 2021 die Fusion

Die Gemeinderäte prüfen nun in Fachgruppen, wie die Zusammenarbeit in den Geschäften ihrer jeweiligen Ressorts aussehen könnte. Voraussichtlich im Frühling 2019 dürfte die öffentliche Vernehmlassung starten. «Im Frühjahr 2020 ist die Urnenabstimmung vorgesehen», sagt Hans Elmiger. «Im Idealfall noch vor den kommunalen Gesamterneuerungswahlen im selben Jahr.» Der Zusammenschluss soll per Januar 2021 erfolgen.

«Heute weiss ich, dass man als Ortschaft trotz Fusion die Identifikation nicht verliert.»

David Affentranger (CVP), Gemeindepräsident Hitzkirch

Auch wenn es noch viel Überzeugungsarbeit braucht, ist Elmiger zuversichtlich. «Für Altwis ist die Zeit reif.» Die Verhandlungsbasis sei heute eine andere: «Wir stehen finanziell viel besser da.» 2013 lag der Steuerfuss von Altwis bei 2,6 Einheiten. Positiv gestimmt ist auch Affentranger, der als Müswanger bereits einen Zusammenschluss hautnah miterlebt hat. «Heute weiss ich, dass man als Ortschaft trotz Fusion die Identifikation nicht verliert. Verstärkt man die Zusammenarbeit, profitiert davon nicht nur die einzelne Gemeinde, sondern die ganze Region.»

So fusionserfahren ist das Seetal

«Es gibt wohl kaum eine Gemeinde im Kanton Luzern, die derart fusionserfahren ist wie Hitzkirch.» Dem Zitat von David Affentranger, Gemeindepräsident von Hitzkirch, ist eine gewisse Ironie nicht abzusprechen: 2006 scheitert der geplante Elfer-Zusammenschluss von Aesch, Altwis, Ermensee, Gelfingen, Hämikon, Hitzkirch, Mosen, Müswangen, Retschwil, Schongau und Sulz. Ein Jahr später kommt es dann doch zur Fusion: Hitzkirch, Gelfingen, Hämikon, Mosen, Müswangen, Retschwil und Sulz schliessen sich auf Januar 2009 zusammen. Einige Jahre später liebäugeln Altwis und Hitzkirch wieder mit einem Zusammenschluss. Die Pläne versanden 2014 aus finanziellen Gründen: Der Kanton stellt den Gemeinden bei einer Fusion einen Beitrag von rund 3,5 Millionen Franken in Aussicht – verlangt hat Hitzkirch hingegen einen Beitrag von rund zehn Millionen Franken. (fi)

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