FUSSBALL-CHAOTEN: Auch die Zürcher prüfen jetzt die Fotofahndung

Die Kantonspolizei Luzern hat Fotos von Chaoten veröffentlicht, die sich am Ostermontag nach einem FCL-Match auf dem Spielfeld geprügelt haben. Das zeigt Wirkung – bis nach Zürich.

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Szene von den Ausschreitungen beim Bahnhof Altstetten am 17. Mai 2009. (Bild EQ)

Szene von den Ausschreitungen beim Bahnhof Altstetten am 17. Mai 2009. (Bild EQ)

Es ist das zweite Mal, dass die Kantonspolizei Luzern auf der Jagd nach Fussball-Chaoten zum Mittel der Fotofahnung greift. Und wiederum mit Erfolg: Wie Simon Kopp, Sprecher der Strafuntersuchungsbehörden, sagt, haben sich am Mittwochmorgen zwei der acht abgebildeten Personen gemeldet. «Zudem sind Dutzende Mails und Mitteilungen zu verschiedenen Verdächtigen bei uns eingegangen», so Kopp. Die Bilder der Personen, die sich gestellt haben, sind inzwischen von der Homepage entfernt worden.

Gesetzliche Grundlagen vorhanden
Das Vorgehen in Luzern strahlt wiederum weit über die Region hinaus: Die Öffentlichkeitsfahndung könnte nun auch in Zürich realisiert werden. Man prüfe «ernsthaft», Bilder der an den Krawallen vom 17. Mai beim Bahnhof Altstetten beteiligten, noch nicht identifizierten Hooligans zu veröffentlichen, wie Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte. Wie auch beim Luzerner Modell muss ein konkreter Verdacht für eine Sachbeschädigung oder Gewalt gegen Polizisten vorliegen. Sobald eine Person identifiziert ist, wird auch hier das entsprechende Bild vom Internet entfernt. Die gesetzlichen Grundlagen für eine Fotofahndung bestehen im Kanton Zürich bereits.

Damit würde die Zürcher Stadtpolizei auch dem FC Zürich folgen, der die Methode auf der klubeigenen Homepage mit Erfolg bereits am 2. Mai 2008 angewandt hatte. Auch in St. Gallen hatte man im vergangenen Jahr gute Erfahrungen mit dem Fotofahnung gemacht. Und auch die Berner Young Boys haben – nach den Krawallen beim Schweizer Cupfinal – offenbar vor, die Methode anwenden.

scd/red/get