Fussball
Nach 0:2 zum 3:2-Sieg: Der FC Schötz ist eine Wundertüte

Der FC Luzern U21 verliert das Nachtragsspiel der 1. Liga gegen Schötz mit 2:3. In der Halbzeit sprach nur noch wenig für die Schötzer.

René Barmettler
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Der Schötzer Jessay Nimi (rechts) kommt hier gegen den Luzerner Théophil Bachmann zu spät.

Der Schötzer Jessay Nimi (rechts) kommt hier gegen den Luzerner Théophil Bachmann zu spät.

Bild: Roger Grütter (Kriens, 13. April 2022)

Luzern U21 bestimmte das Geschehen, doch die Schötzer hielten dagegen. Dann aber, in der 41. Minute kippte die Partie zu Gunsten des FCL – zumindest vorerst: Nach einem groben Foul des Schötzers Cyrill Gasser legte sich dieser auch noch bei der Coaching-Zone mit dem FCL-Trainer Sandro Chieffo an. Wenige Sekunden später die nächste Aufregung: Der Schiedsrichter diktierte einen Foulpenalty, den Ruben Dantas Fernandes souverän zum 1:0 verwandelte.

Nun fielen die Schötzer total von der Rolle, kassierten Sekunden vor der Halbzeit durch Théophil Bachmann auch noch den zweiten Treffer. So locker hatte sich der FCL zuvor nicht durch die meist gut stehende Schötzer Abwehr durchkombinieren können. Zur Halbzeit, so schien es, war diese Partie bereits vorentschieden.

Siegtreffer fällt in der Nachspielzeit

Doch weit gefehlt. Schötz steckte nicht auf. Auch weil Trainer Roger Felber in der Pause «laut werden musste». Die Luzerner behielten zwar noch immer die Oberhand, doch als die letzte halbe Stunde eingeläutet wurde, kippte das Spiel. Zunächst verwertete Patrik Gjidoda eine Hereingabe zum 1:2 (60.). Dann traf Nathan Tayey Mituensi (82.) zum viel umjubelten 2:2-Ausgleich. Und als die Nachspielzeit lief, brachten die Luzerner den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Guy-Roger Eschmann sorgte mit dem 3:2 für den Schlusspunkt einer hektischen Partie, die der FCL U21 nie hätte aus der Hand geben dürfen. Wegen dieser Niederlage rückte Schötz punktemässig zu den Luzernern auf.

Felber hat nun das Uefa-A-Trainerdiplom

Der Rückrundenauftakt der Schötzer begann viel versprechend. Auswärts landeten die Luzerner Hinterländer beim Aufstiegsaspiranten Wohlen einen 4:2-Erfolg. Danach folgten eine 0:5-Heimniederlage gegen Leader Grasshoppers U21 und ein 0:4 beim FC Kosova. Der Zufall wollte es, dass Schötz eine Woche darauf beim selben Gegner um den Einzug in den Schweizer Cup 2022/23 anzutreten hatte. Den frühen Rückstand in der 23. Minute machten die Luzerner in der Schlussviertelstunde wett und siegten dank eines Treffers von Patrik Gjidoda in der 94. Minute noch mit 2:1. Danach herrschte wieder Flaute, zwei Niederlagen ohne ein Tor erzielt zu haben. Und nun der gestrige 3:2-Sieg. Dieser FC Schötz ist eine Wundertüte. Für Trainer Roger Felber, der kürzlich das Uefa-A-Trainerdiplom erworben hatte, sagte:

«Genau das hatte ich im Vorfeld dieses Spiels angesprochen. Uns war bewusst, wie wichtig dieses gegen Luzern ist.»

Nach dem 0:2-Rückstand kam keine Verzweiflung auf, «denn in der Vorrunde hatten wir einige Male bewiesen, dass wir solche Spiele noch kippen können. Doch wir müssen das abstellen, sonst können wir die Matchuhr jedes Mal zu Beginn mit 0:2 gegen uns stellen», meinte Felber mit Galgenhumor. Die Wende gegen die Luzerner schrieb er der Ersatzbank zu,

«ich hatte noch viel Power zum Einwechseln. Diese Mannschaft lebt, wir müssen uns einfach noch mehr belohnen.»

Auch dem FC Luzern U21 lief es bis am letzten Sonntag nicht besonders. Sechs Spiele, zwei Punkte, das Nachwuchsteam musste sich zuletzt nach hinten in der Rangliste orientieren. Der 3:0-Sieg in Langenthal zuletzt war ein Befreiungsschlag. Mehr als eine Halbzeit lang agierte Luzern in Überzahl, drei Treffer zwischen der 86. und 94. Minute entschieden schliesslich diese Begegnung. Und es sah lange Zeit danach aus, als ob die Jungmannschaft auch die Schötzer in Schach halten könnte. Aber auch der FCL U21 ist halt eine Wundertüte.

Luzern U21 – Schötz 2:3 (2:0)
Kleinfeld, Kriens. – 200 Zuschauer.
Tore: 42. Ruben Dantas Fernandes (Foulpenalty) 1:0. 45. (+1) Bachmann 2:0. 60. Gjidoda 2:1. 82. Mituensi 2:2. 91. Eschmann 2:3. –
Luzern U21: Radtke; Ottiger, Mauricio Willimann, Freimann, Von Holzen; Alejandro Willimann; Ruben Dantas Fernandes, Hegglin, Rupp; Bachmann, Villiger (73. Molliqaj). –
Schötz: Stadelmann; Nimi (78. Eschmann), Fischer, Williner, Mijatovic; Bühler (78. Rapelli), Roth (63. Mituensi), Gasser, Schmid (46. Osaj); Keranovic (93. Boakye); Gjidoda.