FUSSBALL: Emmen beherbergt den SC Kriens

Bis im Sommer 2018 trägt der Fussballclub SC Kriens seine Heimspiele im Gersag-Stadion aus – einst spielte hier sogar der grosse FCL.

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Hier soll im März das erste Spiel des SC Kriens stattfinden: Das Gersag Stadion in Emmen. (Bild: pd)

Hier soll im März das erste Spiel des SC Kriens stattfinden: Das Gersag Stadion in Emmen. (Bild: pd)

Der Gemeinderat Emmen hat mit dem Fussballclub SC Kriens eine Vereinbarung abgeschlossen. Demnach kann die 1. Mannschaft des SC Kriens ihre Meisterschafts- und Cup-Heimspiele bis im Sommer 2018 im Stadion Gersag in Emmenbrücke austragen. Das teilte der Emmer Gemeinderat gestern mit – aufgrund Recherchen unserer Zeitung.

Die Übergangslösung in Emmen wird nötig, weil das veraltete Fussballstadion Kleinfeld abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Das neue Stadiongebäude in Kriens wird von der Luzerner Pensionskasse als Investorin für rund 15 Millionen Franken erstellt. Es soll im Juli 2018 bezugsbereit sein (wir berichteten).

Gersag auch bei allfälligem Aufstieg «geeignet»

«Dass wir vorübergehend im Gersag-Stadion in Emmen spielen können, ist für uns eine ideale Lösung», sagt SCK-Präsident Werner Baumgartner. Der grosse Vorteil sei, «dass das Gersag-Stadion auch bei einem allfälligen Aufstieg des SC Kriens in die nächsthöhere Liga genutzt werden könnte – das wäre in anderen möglichen Ausweichstadien nicht möglich». Als Alternativen geprüft worden waren das Kickers-Stadion in Luzern, das Stadion des FC Horw und der Rasenplatz beim Leichtathletik-Stadion Allmend in Luzern.

Der SC Kriens spielt zurzeit in der Promotion League, der dritthöchsten Liga der Schweiz, und belegt dort nach der Vorrunde mit 5 Punkten Vorsprung den ersten Rang. Ein Aufstieg in die Challenge League,, das Sprungbrett zur Super League, ist also durchaus möglich. Offiziell ist das Gersag-Stadion nur für die 2. Liga interregional, die fünfthöchste Liga der Schweiz, zugelassen. «Es kann aber problemlos auch für die Promotion League genutzt werden», sagt SCK-Präsident Baumgartner. Das bestätigt Franco Gulli, Präsident des FC Emmenbrücke. «Auch für die Challenge League wäre im Gersag-Stadion keine Zusatzbühne nötig», sagt Baumgartner, «allenfalls kleinere Anpassungen.»

In den Saisons 2009/10 und 2010/11 trug der grosse FC Luzern während des Baus der Swissporarena übergangsweise seine Heimspiele in Emmenbrücke aus. Damals wurde gegenüber der Haupttribüne auf einem Erdwall eine provisorische gedeckte Stahlrohrtribüne erstellt.

532 Sitzplätze und 3000 Stehplätze

Auf der Tribüne des Gersag-Stadions gibt es 532 Sitzplätze. Dazu kommen 3000 Stehplätze. «Das reicht für uns», sagt Baumgartner. «Wenn wir in der Rückrunde zwei-, dreimal ein ausverkauftes Stadion hätten, wäre das toll.» In der Vorrunde besuchten jeweils 500 bis 2000 Zuschauer die SCK-Spiele. Das erste Spiel des SC Kriens im Gersag-Stadion findet am 11. März 2017 gegen den FC Bavois statt.

Trainieren wird der SC Kriens weiter in Kriens. So kann auch die 1. Mannschaft des FC Emmenbrücke, die in der 3. Liga regional spielt, weiter im Gersag-Stadion spielen und muss nicht auf einen Nebenplatz ausweichen. «Auch für uns ist es eine gute Lösung», sagt FCE-Präsident Franco Gulli. «Die SCK-Spiele werden unserer Club-Beiz Zusatzeinnahmen bescheren.» Die Stadionmiete muss der SC Kriens der Gemeinde Emmen zahlen.

Hugo Bischof
hugo.bischof@luzernerzeitung.ch