Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

So kriegt man Tore in Echtzeit mit

Egal ob zu Hause oder in der Stammbeiz: Wer die Fussball-WM am TV verfolgt, ist zwar live dabei – dennoch gibt es nicht überall gleichzeitig Grund zum Jubeln oder Ärgern. Den schnellsten Empfang liefert immer noch eine gute alte Technologie.
Roger Rüegger
Das Schweizer Fernsehen überträgt zwar alle WM-Spiele in Echtzeit – trotzdem gibt es Unterschiede, je nachdem, ob man den Match via Internet oder Kabel schaut. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 17. Dezember 2017)

Das Schweizer Fernsehen überträgt zwar alle WM-Spiele in Echtzeit – trotzdem gibt es Unterschiede, je nachdem, ob man den Match via Internet oder Kabel schaut. Bild: Gaetan Bally/Keystone (Zürich, 17. Dezember 2017)

Nach dem WM-Spiel Brasilien – Schweiz am vergangenen Sonntagabend war der Jubel riesig. Doch während der Nachbar nach dem Schlusspfiff bereits Freudengeschrei verlauten liess, gab es in der eigenen Wohnung womöglich noch keinen Grund dazu. Ganz einfach deshalb, weil das Spiel hier noch gar nicht abgepfiffen war. Besonders ärgerlich ist diese Situation, wenn derjenige, der ein Spiel gebannt und voller Anspannung am TV verfolgt, vom Nachbarn erfahren muss, wenn Tore fallen.

Grund dafür ist der Empfang. Wer eine Live-Sendung via Internet-Stream oder per App am Smartphone verfolgt, ist nur noch ansatzweise direkt dabei. Das sogenannte Streaming verzögert sich bis fast zu einer Minute. Der Vorteil dieser Technologie ist, dass man sie praktisch überall anwenden kann und eine einwandfreie Qualität geliefert bekommt.

Fünf Programme via Antenne empfangbar

Für das wahre Live-Erlebnis braucht es aber keine neue Technologie. Tore in Echtzeit erlebt man auch mit der guten alten Zimmer-Antenne, wie Kilian Pfister, Techniker bei Radio Pilatus, auf Anfrage erklärt. «Das schnellste Signal empfängt man digital terrestrisch. DVB-T heisst das oder ausgeschrieben Digital Video Broadcasting terrestrial», erklärt der Sendetechniker, welcher seit über 25 Jahren das Sendernetz für Radio Pilatus betreibt. «Also mit einer Antenne, hier in Luzern empfangbar vom Sendeturm auf der Rigi.» Mit der Antenne sind in der Schweiz fünf Programme empfangbar. «Die SRG muss diese Grundversorgung gewährleisten», erklärt der Radiomann. Für Fussballfans ist die Grundversorgung abgedeckt. Denn das Schweizer Fernsehen SRF überträgt sämtliche Spiele dieser WM. Die Bilder, die über die Luft via Antenne (DVB-T) übertragen werden, sind zwar eins zu eins direkt, von der Qualität her jedoch nicht annähernd so gut wie die HD-Technik. Zwar sind sowohl taktische Ausrichtung wie auch Spielzüge der Mannschaften mit digitalem Empfang erkennbar, welcher Spieler sich mit welcher Tätowierung schmückt, ist aber nur schwer oder gar nicht auszumachen.

Der Empfang via Satelliten-Schüssel funktioniert fast in Echtzeit. Die Verzögerung eines Satellitensignals im Vergleich zum DVB-T-Signal beträgt gemäss der SRG rund drei Sekunden. Das Kabelfernsehen dürfte in etwa mit derselben Verzögerung Signale senden. Bis zu sieben Sekunden warten muss man bei Internet-TV (zum Beispiel Swisscom), und wer die Spiele am Smartphone (zum Beispiel mit der SRF-Sport-App) ansieht, jubelt wie eingangs beschrieben fast eine Minute später als die Fussball-Fans mit einem terrestrischen Signal. Dieselbe Verzögerung gilt für Internet-Streams.

Auch Radiosignal verzögert sich

Auch der Empfang der Radiosender erfolgt je nach Übertragungstechnologie vom Studio zum Sendernetz schneller oder weniger schnell. Das UKW-Signal wäre laut Kilian Pfister immer noch am schnellsten bei den Radiohörern. Im Radiostudio wird jedoch das Programmmaterial (Musik und Sprache) für den Verbreitungsvektor UKW etwa 3,7 Sekunden verzögert und dem DAB+-Signal zeitlich angeglichen. Der Grund der Verzögerungen liegt in den unterschiedlichen Übertragungsarten des analogen und des digitalen Signals. Das digitale DAB-Signal durchläuft gemäss der SRG mehrere Stationen vom Studio zum DAB+-Empfänger – im Gegensatz zum analogen UKW-Signal. Mit dem schnellen Empfang ist aber in absehbarer Zeit Schluss. Voraussichtlich 2021 wird das UKW-Signal abgeschaltet. Ab dann gibt es nur noch die Technologie DAB+.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.