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FUSSBALL: FCL will Eltern-Sperrzone

Jetzt geht auch der FC Luzern gegen aggressive Eltern vor: Sie müssen künftig 2 Meter Abstand zum Spielfeld halten.
«Wir müssen den Eltern ganz klar die Grenzen aufzeigen», Markus Berwert, Innerschweizer Fussballverband. (Bild: Archiv Neue LZ)

«Wir müssen den Eltern ganz klar die Grenzen aufzeigen», Markus Berwert, Innerschweizer Fussballverband. (Bild: Archiv Neue LZ)

Carole Gröflin

«Eltern müssen endlich vernünftig werden», sagt Peter Hauser. Er ist Leiter des FCL-Turniers für Junioren namens Pfingst-Masters. Den Horrorszenen, bei welchen Eltern nach dem Schlusspfiff in Rage geraten und Junioren der gegnerischen Mannschaft attackieren, müsse ein Riegel geschoben werden. Deshalb hat der FCL nun konkrete Massnahmen beschlossen: «Beim nächsten Turnier wird es Zuschauerzonen geben, in denen sich die Eltern und Fans in 2 Metern Distanz zum Spielfeld aufhalten können», erläutert Hauser. Zudem sollen die Zuschauer bei gewissen Spielen auf einer Tribüne Platz nehmen.

Attacken bereits im Mai

Wüste Szenen gabs also nicht nur beim Spiel der C-Junioren am Finalturnier in Bern (Ausgabe vom Montag). Jetzt wird erstmals offiziell bekannt, dass sich Ähnliches auch am diesjährigen Pfingst-Masters-Turnier in Luzern ereignete, wo U-10- bis U-13-Teams aus dem In- und Ausland Ende Mai teilgenommen haben. «Wir erhielten von vielen Klubs das Feedback, dass sich die Teams von Lausanne-Sports unsportlich verhalten haben», bestätigt Turnierleiter Hauser. Doch nicht nur die Junioren verhielten sich unfair, auch die Eltern am Spielfeldrand benahmen sich daneben: Ein Goalie von Hertha Berlin etwa weinte bittere Tränen, als er ausgewechselt wurde. Grund: Eltern des gegnerischen Teams haben ihn von der Seitenlinie aus beschimpft.

Verband will Eltern aufrütteln

«Ein solches Verhalten kann nicht geduldet werden», sagte sich Peter Hauser und will bei der nächsten Ausgabe des Pfingst-Masters-Turniers den Fokus auf das faire Verhalten auf und neben dem Platz legen. Um den Eltern diese Vernunft einzuimpfen, legt der FCL künftig bei Junioren-Anlässen Wert darauf, dass «das Fairplay der Spieler und insbesondere der Eltern thematisiert wird». Laut Hauser erhofft sich der FCL, dass solche Massnahmen möglichst in die ganze Schweiz ausstrahlen.

Das Thema aggressive Eltern an Matches ist beim Innerschweizerischen Fussballverband (IFV) ebenfalls akut. Um die Eltern dafür zu sensibilisieren, hat der IFV für die Saison 2015/16 eine neue Kampagne gestartet. Unter dem Namen «Eltern weg vom Spielfeldrand» will man bei den E- bis G-Junioren respektive den 6- bis 10-Jährigen dafür sorgen, dass eine «emotionale Distanz zwischen Zuschauern und Trainern, Schiedsrichtern und Spielern» geschaffen werden kann.

Die Bestrebungen des FCL begrüsst Markus Berwert, Präsident der Wettspielkommission beim IFV. «Es geht hier schliesslich um Kinderfussball, die jüngsten sind erst siebenjährig. Hier müssen wir ganz klar den Eltern die Grenzen aufzeigen», so Berwert weiter. Jedoch betont er, dass der Fall auf dem Sportplatz Wartegg, wo ein Vater vor rund zwei Wochen dem Trainer seines Sohnes einen Faustschlag verpasst hat, in diesem Ausmass ein Einzelfall war (siehe Box). Dennoch stünden auch die Vereine in der Pflicht, Empfehlungen anzunehmen und umzusetzen.

Bereits viel tut heute der FC Emmen. «Am Spielfeldrand montieren wir 1,20 Meter hohe Banden», sagt Dragan Bijorac, Junioren-Obmann vom FC Emmen. Zudem werden die Spielleiter geschult, «damit solche Eskalationen unterbunden werden können». Bei den kleineren Junioren bringe man zudem ein Absperrband des Schweizerischen Fussballverbandes an. Und jemand vom Vorstand sei jeweils an den Heimspielen präsent. «Wir können nicht noch mehr tun und Securitypersonal einstellen», so Bijorac.

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