Fussball
SC Kriens schnuppert in Vaduz am Sieg – und verliert doch noch 2:3

Es ist einfach nur noch zum Kopfschütteln und Abwinken: Kriens liegt im Challenge-League-Spiel gegen den FC Vaduz rund zehn Minuten vor dem Schlusspfiff mit 2:1 in Führung. Am Schluss muss die Mannschaft von Trainer René van Eck trotzdem mit leeren Händen aus Liechtenstein heimreisen. Vaduz kehrt die Partie noch mit Toren in der 82. und 85. Minute.

Turi Bucher
Drucken

Es war ein weiterer Kriens-Match, der aufzeigte, dass es in Kriens für die neue Saison in der Promotion League (dritthöchste Schweizer Liga) einen kompletten Neuanfang braucht. Diese SCK-Mannschaft ist derart von der Rolle, derart verunsichert und destabilisiert, dass der neue Sportchef Marco Wiget zuerst und eigentlich ab sofort viel psychischen Ballast und spielerisches Unvermögen aus diesem Team loswerden muss. Denn wie sich Kriens am Samstagabend in der Schlussphase von der Siegesstrasse in den Niederlagenabgrund manövrierte, lässt für die kommenden Monate nichts Gutes erahnen. Es war die 14. Krienser Niederlage in Serie.

Kriens-Torhüter Joschua Neuenschwander sitzt am Boden. Auch am Samstag reichte es für Kriens nicht zum Sieg.

Kriens-Torhüter Joschua Neuenschwander sitzt am Boden. Auch am Samstag reichte es für Kriens nicht zum Sieg.

Bild: Michael Zanghellini/ Freshfocus (Vaduz, 12. März 2022)

Sessolo erzielt beide Kriens-Tore

Die Krienser gingen in Vaduz früh in Führung. Ashvin Balaruban wurde in der 8. Minute mit einem 40-m-Pass in den Strafraum der Platzherren geschickt, und als der Vaduzer Torhüter Benjamin Büchel sowie sein Abwehrkollege Dario Ulrich (Ex-Kriens) gemeinsam verteidigen wollten, wurde Balaruban dabei zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Penaltypunkt. Helios Sessolo versorgte den Foulelfmeter, obwohl Goalie Büchel die richtige Seite für einen Hechtsprung gewählt hatte, halbhoch und präzise.

Kriens hatte weitere gute Möglichkeiten, hätte den Spielstand erhöhen können. Lino Lang zum Beispiel in der 18. Minute, oder Sessolo in der 27. Minute, als er allein vor Büchel abschliessen konnte, der Ball aber an die Latte abgefälscht wurde.

Die Liechtensteiner hatten bis dahin nichts, erst in der 30. Minute einen gefährlichen Schuss von Tunahan Cicek. Gleich im Gegenzug (31.) kam aber bereits wieder Lang zu einer guten Gelegenheit.

Die Vaduzer übernahmen nun das Spieldiktat, die Krienser verteidigten solide und versuchten mit Konterangriffen Nadelstiche zu setzen. Kriens-Keeper Joschua Neuenschwander, neu an Stelle von Pascal Brügger im Einsatz, rettete in der 43. Minute mit einer Glanzparade den Vorsprung in die Pause. Neuenschwander fischte einen Distanzschuss von Ulrich aus dem «Kreuz».

Vaduz-Ausgleich nach Goalie-Fehler

Der Ausgleich gelang Vaduz in der 57. Minute, als es zu seinem siebten Eckball kam. Torhüter Neuenschwander wehrte die Cornerflanke schlecht ab, der eingewechselte Anes Omerovic schoss zum 1:1 ein. Aufgrund der spielbestimmenden Überlegenheit ein verdienter Ausgleich.

Kriens brach vorerst nicht ein, kreierte bald einen guten Gegenangriff: In der 62. Minute gelangte ein Ball – war es ein Schuss, war es ein Pass von Captain Marijan Urtic? – im Vaduzer Strafraum zu Helios Sessolo, und dieser schob gekonnt zum 2:1 für Kriens ein. Sessolo – zweifellos der beste Fussballer in dieser Krienser Mannschaft.

Bedauernswertes Kriens

Kriens auf Siegeskurs, aber… klar, zu drei Punkten kam der SCK auch in Vaduz nicht. Schlimm, wie man in der 82. Minute Milan Gajic an der Grundlinie flanken liess. In der Mitte gewann Vaduz-Mittelstürmer Simone Rapp das Kopfballduell gegen Ivan Harambasic: 2:2.

Gut, dann immerhin ein Punktgewinn für Kriens in diesem Auswärtsspiel? Mitnichten. Nun fielen die Krienser ins alte Muster der Verunsicherung zurück, kassierten gleich mit dem nächsten Vaduzer Angriff (85.) das 2:3.

Eines der sportlich schlimmsten Fussballjahre in der Vereinsgeschichte dauert für den bemitleidenswert miserablen SC Kriens noch zehn Spielrunden.

Vaduz – Kriens 3:2 (0:1)

Rheinpark. – 1193 Zuschauer. – SR Von Mandach.

Tore: 8. Sessolo (Foulpenalty) 0:1. 57. Omerovic 1:1. 62. Sessolo 1:2. 82. Rapp 2:2. 85. Djokic 3:2.

Vaduz: Büchel; Ulrich, Rahimi (36. Omerovic), Iodice (75. Djokic), Hug; Fehr (67. Staubli), Gajic, Lüchinger (67. Gasser), Di Giusto; Cicek (75. Sutter), Rapp.

Kriens: Neuenschwander; Urtic, Harambasic, Goelzer, Busset (46. Kameraj); Mistrafovic; Lang (72. Avdijaj), Aliu, Yesilçayir (84. Bollati), Balaruban; Sessolo (76. Bürgisser).

Bemerkungen: Vaduz ohne Schmid, Wieser, Gomes und Dobras (alle verletzt). Kriens ohne Mulaj (gesperrt), Selasi (krank), Costa und Alessandrini (alle verletzt). 27. Lattenschuss Sessolo. Verwarnungen: 57. Sessolo (Reklamieren), 64. Fehr, 65. Hug (Fouls).