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FUSSBALL: Vater schlägt Juniorentrainer ins Gesicht

Weil sein Sohn nicht spielt, wird der Vater eines B-Junioren handgreiflich. Er muss mit einer Anzeige rechnen.
Auch im Juniorenfussball geht es oftmals hart zur Sache, doch sollten die Grenzen der Fairness immer eingehalten werden. (Symbolbild Roger Zbinden)

Auch im Juniorenfussball geht es oftmals hart zur Sache, doch sollten die Grenzen der Fairness immer eingehalten werden. (Symbolbild Roger Zbinden)

Bei einem Juniorenmatch in der Stadt Luzern ist es am Sonntag zu einem tätlichen Angriff auf einen Trainer gekommen. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit, ungefähr nach 40 Spielminuten, ging der Vater des Ersatztorhüters der B-Junioren-Mannschaft von Emmen United auf den Trainer des Teams los und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Der Grund für diesen Angriff war offenbar, dass sein Sohn nicht spielte. Das berichtet das Online-Portal «regiofussball.ch».

Die Attacke ereignete sich anlässlich des letzten Saisonspiels zwischen dem Team OG Kickers und Emmen United auf der Sportanlage Wartegg. Die B-Junioren-Spieler sind zwischen 16 und 17 Jahre alt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls lagen die Kickers bereits mit 3:0 in Führung.

Spiel kurz unterbrochen

Gegenüber unserer Zeitung bestätigt der Trainer von Emmen United den Vorfall. «Der Vater des Spielers hat mir ins Gesicht geschlagen», sagt der Juniorentrainer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Nur dank der sofortigen Reaktion eines anderen Spielervaters sowie eines am Arm verletzten Spielers von Emmen hätten weitere Angriffe des Vaters verhindert werden können. «Meine Nase blutete, und ich fiel nach hinten auf die Trainerbank», erzählt er. «Gebrochen ist Gott sei dank nichts.»

Der Vater des Ersatztorhüters sei nach der Attacke vom Platz geführt worden, berichtet der Trainer. Das Spiel habe für rund fünf Minuten unterbrochen werden müssen, wurde anschliessend aber wieder fortgesetzt. Wie auch andere Augenzeugen bestätigen, sei der Ersatztorhüter selber nach rund 70 Minuten ebenfalls gegenüber dem Trainer ausfällig geworden. Der Trainer selber kann sich dieses Verhalten nicht erklären: «Der Spieler ist vorher noch nie negativ aufgefallen.»

Vorfall bei Polizei gemeldet

Er habe den Vorfall bei der Polizei gemeldet, sagt der Trainer. Alles sei schriftlich aufgenommen worden, und er habe jetzt drei Monate Zeit, sich zu überlegen, ob er die Anzeige wirklich durchziehen wolle, sagt er.

Der Trainer sagt, dass ihm so etwas während seiner zehnjährigen Tätigkeit als Juniorentrainer noch nie passiert ist. «Die Eltern verhalten sich in der Regel anständig.»

Sanktionen werden geprüft

Hätte das Spiel nach der Attacke des Vaters auf den Trainer einer Mannschaft nicht abgebrochen werden müssen? «Ein Spielabbruch liegt im Ermessen des Schiedsrichters», sagt der Präsident des Innerschweizer Fussballverbandes (IFV), Urs Dickerhof. Der Verein hätte seine Spieler vom Platz nehmen können, so Dickerhof. Doch dann hätte die Mannschaft eine 0:3-Forfait-Niederlage kassiert. «Wir warten nun den Bericht des Schiedsrichters ab und werden dann über mögliche Sanktionen gegen den Vater und den Spieler entscheiden», sagt Dickerhof. Dies dürfte heute der Fall sein.

Übrigens: Die Kickers gewannen das Spiel gegen Emmen United mit 5:2.

Dominik Weingartner

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