Gameorama
Am Hirschengraben findet die Luzerner Fasnacht doch noch statt

Guggemusik, Konfetti und Plaketten: Das Spielmuseum Gameorama dreht die Uhr zurück und feiert die Fasnacht nach. Im neuen Escape Room geht es um die Rettung der rüüdigen Tage.

Federico Gagliano
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Es war eigentlich alles bereit: Als die Betreiber des Spielmuseums Gameorama von der Absage der Fasnacht erfuhren, beschlossen sie, einen Escape Room zum Thema vorzubereiten. Am Schmutzigen Donnerstag hätte der Raum am Hirschengraben 41b um 5 Uhr morgens öffnen sollen – doch die Coronamassnahmen verhinderten den Start. Nun ist es so weit: Diese Woche wird der Raum mit dem Titel «Der Fasnachtsdieb» eröffnet.

Das Rätselspiel beginnt mit einer eigenen Geschichte: Am Morgen des Schmutzigen Donnerstags, eine Stunde vor dem Urknall, verschwindet der Zunftstab des Fritschivaters spurlos. Die Aufgabe der Hobbydetektive ist es, innerhalb einer Stunde den Stab zu finden und das Fasnachtsfest zu retten. Zwei bis sechs Spieler rätseln sich dann durch drei verschiedene Räume: Zuerst befindet man sich auf der Strasse, danach in einer Beiz und zuletzt in einer weiteren Location, die hier nicht verraten werden soll.

Angela Vögtli mit dem Zunftstab im ersten Raum von «Der Fasnachtsdieb».

Angela Vögtli mit dem Zunftstab im ersten Raum von «Der Fasnachtsdieb».

Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. April 2021)

Und ja: Dank Guggenlärm und fasnachtstreuer Deko fühlt man sich in die Fasnachtszeit hineinversetzt. Trotzdem sollte man die Schwierigkeit nicht unterschätzen. Angela Vögtli, Betreiberin des Gameoramas und der dazugehörigen Escape Rooms namens «The Riddle Escape Games», warnt:

«Es ist eher ein Escape Room für Fortgeschrittene.»

Auf erfolgreiche Rätsler wartet auch eine Belohnung: eine Fasnachtsplakette. Diese wurde von Linus Jäck, Major der Chacheler Musig Chriens, entworfen. Er hat auch den Zunftstab gestaltet, den es zu finden gilt.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 22. April 2021)

Tambourmajor half auch mit

Genau solche Details seien den Betreibern, selbst begeisterte Fasnächtler, wichtig gewesen. Vögtli konnte auch auf die Hilfe eines weiteren Fasnachtsveteranen setzen: Ihr Vater, Andreas Vögtli, war langjähriger Tambourmajor der Müsali Musig Luzern und ist als Baumeister für die Räume tätig. Alle Masken, die die Räume zieren, sind von der Müsali Musig. Einige andere Guggenmusiken hätten zusätzlich noch Fotos zur Verfügung gestellt.

Neben der Planung der neuen Fasnachtsidee wurden die Escape-Räume, die ursprünglich an der Baselstrasse waren, hinter das Spielmuseum im Innenhof des Hirschengrabens gezügelt. Vögtli erklärt:

«Es ist einige Arbeit nötig gewesen. Neben der Nähe zum Spielmuseum haben wir jetzt auch mehr Platz für weitere Räume.»

Das nächste Rätsel ist bereits in der Entstehung: Es soll um einen Bäcker gehen, dessen Guetzlirezept verschollen ist. «Dieser neue Raum ist gut für Familien geeignet und soll im Sommer öffnen», sagt Vögtli. Bis dahin: Das Fasnachtsrätsel wird das ganze Jahr betrieben. Wer die rüüdige Zeit nachholen oder sich für die kommende Fasnacht einstimmen will, hat also nun die Gelegenheit - zumindest eine Stunde lang.

«The Riddle Escape Games» befinden sich am Hirschengraben 41b hinter dem Gameorama. Der Preis beträgt 100 Franken für zwei Personen, pro weitere Person steigt der Preis um 20 Franken. Der Escape Room ist von Freitag bis Sonntag zwischen 10 und 20.30 Uhr offen.