Gansabhauet in Sursee: Ein Schlag reichte

In Sursee hat am Martinstag die traditionelle Gansabhauet stattgefunden. Die erste Gans fiel nach sieben Schlägen, bei der zweiten trennte bereits der erste Hieb den Rumpf vom Kopf.

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Christoph Muther aus Sursee war bei der ersten Gans erfolgreich. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Christoph Muther aus Sursee war bei der ersten Gans erfolgreich. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Damit war das Spektakel, das am Freitagnachmittag vor gegen 3000 Schaulustigen vor dem Rathaus in Sursee stattfand, verhältnismässig schnell zu Ende. 101 junge Frauen und Männer hatten sich als Schläger angemeldet. Ausgelost wurden 50 Personen, zum Zuge kamen schliesslich nur acht.

Christoph Muther aus Sursee war bei der ersten Gans erfolgreich. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Christoph Muther aus Sursee war bei der ersten Gans erfolgreich. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die beiden Sieger waren erneut Männer. Der siebte Schläger, Christoph Muther aus Sursee, holte sich die erste Gans. Christian Fries aus Sursee, der bei der zweiten Gans erfolgreich war, hatte bereits vor zwei Jahren den entscheidenden Hieb ausgeführt. Der Sieger darf jeweils die Gans mit nach Hause nehmen.

Die Klinge ist stumpf

Bei der Gansabhauet werden zwei tote Gänse aufgehängt. Die Wettstreiter, gekleidet in einen roten Mantel und mit einer Sonnenmaske, müssen mit einem Hieb versuchen, den Hals des Tiers zu durchtrennen. Dies ist weniger einfach als es aussieht, denn die Schläger sehen nichts u

nd müssen den Hieb mit einem stumpfen Säbel ausführen. Zudem müssen sie vor dem Zuschlagen ein Glas Wein trinken und sich mehrmals um die eigene Achse drehen.

Die Gans wird zum Ort des Geschehens getragen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Bild: Nadia Schärli / Neue LZ
Die Sonnenmaske ist bereit. (Bild: Die typische Sonnenmaske ist bereit.)
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Einzug der Gans vor dem Rathaus in Sursee. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Gleich zwei toten Gänsen soll der Kopf abgeschlagen werden. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Bub beim «Chäszänne», dem traditionellen Grimassenschneiden. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Auch das Stengenklettern darf nicht fehlen. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Gut vorgetastet ist halb gewonnen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Christoph Muther aus Sursee war bei der ersten Gans erfolgreich. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
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Kinder beim Sackhüpfen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Ein Schläger mit verbunden Augen versucht die Gans zu treffen. (Bild: Keystone)
Der Brauch verschwand 1820 aus Sursee, aber bereits 43 Jahre später wurde er wieder zum Leben erweckt. (Bild: Keystone)
Gekleidet in einen roten Umhang... (Bild: Keystone)
...bewaffnet mit einem stumpfen Dragonersäbel... (Bild: Keystone)
...die Augen hinter der goldenen Sonnenmaske verbunden... (Bild: Keystone)
versuchen junge Frauen und Männer das Federvieh zu treffen. (Bild: Keystone)
Er hat getroffen: Christian Fries freut sich, nachdem er die zweite Gans beim ersten Schlag heruntergeschlagen hat. (Bild: Keystone)
Ein Schläger macht sich bereit. Die Augen sind verbunden. (Bild: Keystone)
Die Gänse für die traditionelle Gansabhauet werden auf den Festplatz getragen. (Bild: Keystone)
Der Festplatz liegt vor dem Rathaus. (Bild: Keystone)
Zwischen den einzelnen Schlägen... (Bild: Keystone)
können sich die Kinder beim «Chäszänne» ein Stück Käse verdienen. (Bild: Keystone)
Je verrückter, umso besser (Bild: Keystone)
Möglichst verrückt soll die Grimasse sein: Das sieht ordentlich aus. (Bild: Keystone)
«Chäszänne» (Bild: Keystone)

Die Gans wird zum Ort des Geschehens getragen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Die Ursprünge der Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er aber zu neuem Leben erweckt.

«Chäszänne» und «Stangechlädere»

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf die Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim «Stängechlädere» Geschenke ergattern oder beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein «Räbeliechtli»-Umzug fehlt nicht.

sda/rem

Einen Stimmungsbericht lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.