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Garten-Sharing macht zwei Familien glücklich

Seit einer Weile pachten zwei Familien eine Gartenparzelle auf der Allmend. In dieser Zeit haben die beiden Mütter ihre Vorurteile revidiert - oder zumindest fast.
Roman Hodel
Rahel Eisenhut (links) und Fabienne Tobler. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 9. Juli 2018))

Rahel Eisenhut (links) und Fabienne Tobler. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 9. Juli 2018))

Eher älter, eher pensioniert und eher bünzlig. So stellte sich Rahel Eisenhutdie typischen Pächter eines Familiengartens vor. Jetzt hat sie selber einen – mit 36 Jahren. «Ich hatte schon länger den Wunsch, meine Familie und mich selbst versorgen zu können», sagt Rahel. Auf dem Spielplatz ihrer Wohnsiedlung lernte sie eines Tages Fabienne Tobler kennen. Wie das so geht – ihre Söhne sind fast gleich alt. Bald stellte sich heraus, dass Fabienne und ihr Ehemann einen Schrebergarten gepachtet haben und ihn gerne mit einer anderen Familie teilen würden. Zwei Jahre ist das nun her.

An einem Nachmittag in dieser Woche sitzen wir im Garten der beiden Familien, Areal Allmend zwischen Luzern und Horw, 113 Parzellen auf 26945 Quadratmeter. Die Sonne brennt auf die Beerensträucher, die Salatköpfe, den Pfirsichbaum. Die beiden Frauen sind am Jäten. Ihre Söhne spielen Versteckis. «Die Selbstversorgung ist auch für uns wichtig», sagt Fabienne. Doch für die 31-Jährige gibt es noch weitere Gründe: «Im Garten unternimmt man als Familie gemeinsam etwas.» Ihr Ehemann verlegt beispielsweise die Böden, Rahels Ehemann verantwortet die Bauten. Ausserdem könnten die Kinder an der frischen Luft spielen «und lernen, dass die Gurken eben nicht aus der Migros kommen, sondern aus der Erde».

Stolz schreiten die beiden Buben durch den Garten und zeigen, wo was wächst. Der Vier- und der Fünfjährige pflegen sogar ihr eigenes Beet. Aktuell recken sich dort unter anderem Sonnenblumen gegen den Himmel. In den Beeten daneben klafft derweil das eine oder andere Loch. «Wir haben vieles schon geerntet, weil wir im April aufgrund eines Versehens alles auf einmal gesetzt hatten», erklärt Rahel und schmunzelt. Sie habe das Datum der Eisheiligen verwechselt. «Ui, zum Glück blieb es den Mai über warm, sonst wäre die Ernte dann mickrig ausgefallen.»

Ratschläge von Garten-Nachbarn und Onkel Google

Gärtnern ist aber auch eine Wissenschaft für sich. «Am Anfang hatten wir doch keine Ahnung davon und pflanzten an, was wir selber mögen», sagt Fabienne. Nicht alles gedieh nach Wunsch. Inzwischen wissen die Mütter Bescheid – auch dank Ratschlägen von Garten-Nachbarn und Hilfe von Onkel Google. «Letztes Jahr konnten wir sogar Honigmelonen ernten», sagt Rahel. Überhaupt, all dieses eigene Gemüse. «Wenn wir hier am Grillieren sind, kannst du einfach mal schnell Salat schneiden gehen, frischer geht’s nicht.» Fabienne ergänzt: «Ein Rüebli aus dem eigenen Garten ist nun mal anders, viel besser.»

Doch bei aller Schwärmerei: Ein Garten bedeutet viel Arbeit. Während andere in der Badi liegen, heisst es für die beiden Familien oft: Auf zur Allmend! Die Beete dürstet es nach Wasser, vom Jäten ganz zu schweigen. Wobei Rahel Letzterem durchaus Positives abgewinnt: «Es erdet mich.» Auch ihr Bild von den Schrebergärtlern hat sie revidiert: «Es ist ein kunterbuntes Volk hier – mit inzwischen vielen jungen Familien.» Und bünzlig? Nun ja, das schimmert höchstens bei den Regeln durch, mit denen man es auf dem Areal genau nimmt. Rahel sagt: «Das Häuschen für die Tomaten mussten wir stutzen.» Es war drei Zentimeter zu hoch.

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