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GASTGEWERBE: Einheimische dürfen billiger ins Hotel

Die Branche ist sich einig: Soll sich der Tourismus nachhaltig entwickeln, braucht es das Wohlwollen der Bevölkerung. Dieses will man sich jetzt mit einer besonderen Aktion sichern.
Kilian Küttel
Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 21. Juli 2017))

Auf dem Rathaussteg sind häufig auch Touristen unterwegs. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 21. Juli 2017))

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

König Midas hatte ein goldenes Händchen: Glaubt man der griechischen Sage, verwandelte sich alles, was er berührte, ins schimmernde Edelmetall. Das gefiel ihm so lange, bis er zu Braten, Brot und Wein griff – und merkte, dass ihm der Tod gewiss war.

Daraus lernen wir: Erfolg hat seine Schattenseiten. Auch in Luzern, wo der Tourismus boomt. 2014 besuchten 8,2 Millionen Tagesgäste die Stadtregion. 2009 waren es noch 6,6 Millionen. Auch die Zahl der Logiernächte wächst stetig. Wurden 2005 im gesamten Kanton etwas weniger als 1,5 Millionen Übernachtungen gezählt, stieg die Zahl bis 2016 auf über 2 Millionen an.

«Luzern macht vieles verdammt gut»

An sich sind das gute Nachrichten. Oder wie es Jürg Stettler, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern, ausdrückt: «Luzern macht vieles verdammt gut.» Die negativen Auswirkungen streitet aber auch er nicht ab. Gewisse Orte in Luzern sind von Touristen überlaufen, das traditionelle Gewerbe verschwindet. Kurz: Je grösser der Erfolg, desto höher die Belastung. Und das Problem dürfte sich akzentuieren. Stettler schätzt, dass bis 2030 jährlich bis zu 14 Millionen Tagestouristen kommen könnten.

Genau diese Entwicklung diskutierten am Mittwochabend Vertreter aus Hotellerie, Politik, Gewerbe und der Bevölkerung. Luzern Tourismus hatte zum Podium ins Hotel Palace geladen (siehe Kasten). Während des Gesprächs war mehrmals die Rede davon, dass die Akzeptanz der Allgemeinheit zentral sei, wenn der Tourismus in Luzern in Zukunft erfolgreich sein will. Wie sich jetzt zeigt, bleibt es nicht bei leeren Worten: Luzern Tourismus lanciert im Januar eine Aktion, von der die Allgemeinheit profitieren soll. Genaueres will die Organisation erst nächste Woche preisgeben, allerdings ist die Rede davon, Luzernerinnen und Luzerner zu sehr günstigen Preisen in den hiesigen Hotels übernachten zu lassen. «Wir wollen bei den Leuten das Verständnis für den Tourismus wecken», sagt Ferdinand A. Zehnder, Präsident der Luzern Tourismus AG. Und weiter: «Früher wollte man Luzern in der ganzen Welt bekannt machen. Heute ist es wieder wichtiger, dass wir die Akzeptanz der Bevölkerung für den Tourismus wahren.»

Für Jürg Stettler ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Eine zentrale Frage sei für ihn: «Wie gehen die Touristiker auf die Bevölkerung zu, damit man diese Akzeptanz auch erreicht?» Wenn die Aktion nur dabei bleibe, dass die Bevölkerung günstig übernachten könne, bringe das zwar Goodwill. «Aber damit man eine nachhaltige Unterstützung erreicht, sind Dialog und Austausch wichtig.» In Luzern sei man auf einem guten Weg, und solche Aktionen seien ein probates Mittel. «Aber man sollte nicht vom eingeschlagenen Weg abkommen», so Stettler. Das weiss auch Luzern-Tourismus-Präsident Zehnder. Er sagt: «Wir machen diese Promotion nicht, weil wir glauben, ein Imageproblem zu haben. Aber wir möchten proaktiv vorgehen und die Bindung zur Bevölkerung stärken.»

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