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GASTRONOMIE: Angestellte warten auf ihren Lohn

Das Restaurant The Kitchen in Luzern ist seit Wochen geschlossen. Nun haben ehemalige Mitarbeiter einen Anwalt eingeschaltet und fordern ihr Geld. Sie sind mit ihrer Forderung nicht allein.
Sandra Monika Ziegler
Die ehemaligen Angestellten Nini Vu und Guido van Hoof vor dem Lokal The Kitchen. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 20. September 2016)

Die ehemaligen Angestellten Nini Vu und Guido van Hoof vor dem Lokal The Kitchen. Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 20. September 2016)

Das Restaurant The Kitchen an der Pilatusstrasse ist geschlossen. Auf der Homepage wird dies mit Betriebsferien begründet. Den Angestellten wurde jedoch bereits Ende Juli gekündigt, seither warten sie auf ihren Lohn. Derweil schaut sich Alexander Skryabin, Verwaltungsrat der Kitchen Luzern AG, nach einem neuen Investor um. Nach «Subway», «New York Food» und «The Kitchen» soll wohl bald ein neuer Name die Fassade zieren. All diese Betriebe gehörten zur Kitchen Holding AG. Auch mit dem neuen Investor dürften die Strippenzieher die gleichen bleiben.

Gekündigt wurde aus wirtschaftlichen Gründen. Trotzdem wurde im Kündigungsschreiben versprochen, den Juli- und den August-Lohn nachzuzahlen und Überstunden wie Ferientage mit der Schlussrechnung zu begleichen. Doch bis heute sind das nur leere Worte.

Guido van Hoof und Nini Vu haben beide ein Jahr in «The Kitchen» gearbeitet. «Die Lohnabrechnungen für den Juli haben wir bekommen, das Geld aber nicht», sagt Vu. Sie musste ihre Wohnung kündigen. Da Vu ihr Wirtepatent auf dem Lokal hatte, bekam sie auch eine Rechnung von der Gewerbepolizei. Vu hat, wie sie sagt, «einen Schuh voll rausgezogen» und würde nicht mehr so gutgläubig ihr Patent zur Verfügung stellen. Guido van Hoof bringt es auf den Punkt: «Es ist unglaublich, wie sie uns über den Tisch gezogen haben. Wir haben kein Vertrauen mehr in die Betreiber und haben deshalb einen Anwalt eingeschaltet.»

Ein Anwalt kämpft jetzt für ihre Rechte

Insgesamt 9 der 15 ehemaligen Angestellten haben sich einen Anwalt genommen. Nun kämpft Rechtsanwalt Joel Steiner von der Luzerner Advokatur Morgarten für ihr Recht. Für Steiner ist klar, dass die ehemaligen «Kitchen»-Mitarbeiter ein Anrecht auf ihren Lohn haben. Doch bis dieser beglichen wird, könnte es noch dauern, so Steiner. Deshalb haben sich die Geprellten umgehend bei ihrer Arbeitslosenkasse gemeldet. Doch auch von da floss bisher noch kein Geld. Steiner erklärt: «Der Anspruch besteht erst ab September, weil die Mitarbeiter bis dahin einen Lohnanspruch gegenüber ‹The Kitchen› haben. Bei einem insolventen Arbeitgeber hätten sie allerdings Anspruch auf eine sogenannte Insolvenzentschädigung. Doch das Unternehmen hat bisher noch keine Insolvenz angemeldet.» Aus diesem Grund haben seine Klienten die Betreibung eingereicht. Angesprochen auf die ausstehenden Löhne, sagt «The Kitchen»-Geschäftsführerin Alla lo Russo: «Dazu kann ich nichts sagen. Ich stehe genau gleich da wie das übrige Personal.»

Alexander Skryabin ist zurzeit im Ausland und beantwortet keine Fragen. Weitere Recherchen haben ergeben, dass auch diverse Lieferanten offene Rechnungen haben.

Sandra Monika Ziegler

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