GASTRONOMIE: Samuel Vörös will künftig Seesicht

Der initiative Luzerner Wirt will ausserhalb der Stadt aktiv werden. Sein Wunschobjekt ist das Seehotel Kastanienbaum. Verhandlungen laufen.

Sandra Monika Ziegler
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Samuel Vörös in der Brasserie Bodu am Kornmarktplatz in der Luzerner Altstadt. (Bild Dominik Wunderli)

Samuel Vörös in der Brasserie Bodu am Kornmarktplatz in der Luzerner Altstadt. (Bild Dominik Wunderli)

Sandra Monika Ziegler

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, doch Samuel Vörös (36) will der neue Pächter des Seehotels Kastanienbaum auf der Horwer Halbinsel werden. Das ergeben Recherchen unserer Zeitung. «Wir sind mit den Besitzern in Kontakt», sagt er. Was sind seine Pläne für das Seehotel Kastanienbaum? «Dort sollen Feriengefühle geweckt werden, es soll eine Oase der Ruhe vor den Toren Luzerns sein», schwärmt Vörös heute schon. Er würde dort auf klassische Seegastronomie im mittleren Preissegment setzen. Konkret: «Es kann ein Filet im Teig, ein Fisch aus dem See oder auch eine leckere Grillade sein.»

Das Seehotel würde, wie auch die anderen Betriebe unter Vörös’ Regie, seine Individualität behalten und autonom betrieben. Vörös würde dann zusammen mit Dominik Grossenbacher die Gesamtverantwortung übernehmen, einem langjährigen gastronomischen Weggefährten.

Verzögerungen bei Verhandlungen

Grossenbacher ist 31 Jahre alt und gelernter Koch. Mit Vörös arbeitete er in Luzern bereits bei der Tavolago AG und im Restaurant Davis im Tennisclub Lido. Und in der Stadt machte er sich mit «Dominiks Mittagstisch-Zmittag wie zu Hause» auf sich aufmerksam. Weitere Personalien wurden jedoch wegen der laufenden Verhandlungen noch auf Eis gelegt. Es gebe Verzögerungen, weil der ehemalige Pächter bis dato die Schlüssel noch nicht abgegeben habe. Der ehemalige Pächter Walter Kandl ist nach elf Jahren vorzeitig aus seinem Vertrag ausgestiegen. Dieser hätte bis 2017 gegolten. Aktuell fechten die Besitzerfirma Robal AG und der ehemalige Pächter Kandl juristische Kämpfe aus.

Trotzdem steht Samuel Vörös bereit. «Die Eigentümer und ich sind übereingekommen, dass wir gemeinsam frischen Wind auf die Horwer Halbinsel bringen», sagt er.

Samuel Vörös ist in der Luzerner Gastroszene bestens bekannt. Erstmals aufgefallen ist er 2006, als er im Alter von 26 Jahren als Geschäftsführer bei der Tavolago AG einstieg. Die Gastronomietochter der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) ist für die Gastronomie auf den Schiffen zuständig. Unter Vörös eröffnete Tavolago auch Betriebe an Land. Für seine Arbeit wurde er mit 27 Jahren mit dem Milestone Award geehrt, der besonders innovativen Talenten in der Schweizer Gastronomie zukommt und einen Ausbildungsgutschein beinhaltet.

Nach acht Jahren, per Ende 2013, verliess Vörös den Betrieb mit mehr als doppelt so viel Umsatz als zu Beginn auf eigenen Wunsch. Er wollte an Land in der Brasserie Bodu in der Luzerner Altstadt selbstständig gastronomisch aktiv werden. Dazu rief Vörös die Corbeau AG ins Leben. Dort ist er Verwaltungsrat und Eigentümer. Im Juni 2014 gründete er ausserdem zusammen mit der Bäckerei Hug die Wirzhaus AG und ist dort Delegierter des Verwaltungsrats. Diese Gesellschaft betreibt das ehemalige Café Hug, heute Mill’Feuille, am Luzerner Mühlenplatz. Und seit Januar 2015 engagiert er sich in der Restaurant Lagerhaus AG, in der er ebenfalls Verwaltungsratspräsident ist.

Jeder Betrieb wird eine AG

Seit März 2015 stehen Vörös in der Corbeau AG Simone Müller-Staubli und seit Beginn Stefan Päplow zur Seite. Auch die Gasthof Krone Blatten AG gehört inzwischen zu Vörös’ Portefeuille. Sein Prinzip: Für jeden Gastrobetrieb, in dem er mitwirkt, wird eine eigene Aktiengesellschaft gegründet. Das habe den Vorteil, dass neue Leute mit an Bord kommen. Unlängst ist Vörös auch in der Zur Werkstatt AG eingestiegen. Hier ist nicht er, sondern Simone Müller-Staubli federführend, die auch das Marketing für die Gesamtgruppe verantwortet.

Vörös fasst sein gastronomisches Interesse so zusammen: «Ich engagiere mich gerne dort, wo es mir gefällt, bei spannenden Projekten.» Das habe ihn auch dazu bewogen, beim Restaurant Libelle im Maihof-Quartier aktiv zu sein. Dort sitzt er nicht nur im Verwaltungsrat, sondern ist mitverantwortlich für das Gastrokonzept.