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GASTRONOMIE: «Schlössli» steht zum Verkauf

Vor sechs Jahren kaufte die Cresta Holding AG das Luzerner Restaurant Schlössli Utenberg. Nun will sie es wieder abstossen. Das beliebte Ausflugsziel bleibt bis auf weiteres geschlossen – ein Déjà-vu.
Im Restaurant Schlössli Utenberg werden zur Zeit keine Gäste bedient. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Im Restaurant Schlössli Utenberg werden zur Zeit keine Gäste bedient. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 24. April 2017))

Sandra Monika Ziegler
sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Wer über den Dietschiberg flaniert, steht beim Restaurant Schlössli Utenberg wieder einmal vor verschlossenen Türen. Schon in den Jahren 2007 und 2011 war das «Schlössli» über mehrere Monate geschlossen. Weder Gäste noch Ruhe kehren in das altehrwürdige Patrizierhaus aus dem Jahr 1757 ein. Eine Notiz am Gebäude klärt auf: «Das Schlössli-Team verabschiedet sich und bedankt sich für Ihren Besuch.» Geschäftsführer bis Ende 2016 war Davide Biolcati aus Como.

Blick zurück ins Jahr 2011: Damals erwarb die Cresta Hotel Holding AG mit Sitz in Zug das Gebäude im Baurecht. Die Stadt Luzern trat das «Schlössli» 1997 für 50 Jahre im Baurecht ab (wir berichteten). Der Baurechtszins beträgt jährlich 20 000 Franken, wie Stefan Christen, Leiter Finanzliegenschaften Management Stadt Luzern, bestätigt. «Bis jetzt verzeichnet die Stadt keine Ausstände», so Christen.

Marchetti einziger Verwaltungsrat

Für den Betrieb des Restaurants wurde die Schlössli Utenberg AG gegründet. Als einziger Verwaltungsrat waltet auch hier Marco Marchetti, genauso wie bei der Cresta Hotel Holding AG. Der Mann ist kein unbeschriebenes Blatt, wie diversen Medien zu entnehmen ist. Da ist unter anderem von «Betrug», «Insolvenzverschleppung» und «Titel-Bluff» zu lesen. Seine Spuren hat er auch bei der börsenkotierten Accu Holding AG mit Sitz in Emmenbrücke hinterlassen. Diese Firma steht vor dem Aus, wie unsere Zeitung Ende letzten Jahres berichtete. Die Akte «Marco Marchetti und seine Accu Holding» lese sich wie ein Wirtschaftskrimi erster Güte, stand damals zu lesen. Im Zusammenhang mit dem eröffneten Konkurs der Firma Accu Holding AG läuft ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Zürich, wie im März die «Südostschweiz» weiter vermeldete. Auf Anfrage bestätigt die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft, dass das Verfahren gegen Marco Marchetti nach wie vor pendent ist, und dass sich der Beschuldigte nach wie vor in Haft befindet. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Baurechtsvertrag zum Verkauf

Doch zurück zum Restaurant Schlössli. Laut Christen wurde die Stadt Luzern bereits im Februar von der Cresta Hotel Holding AG informiert: «Uns wurde schriftlich mitgeteilt, dass sie das Baurecht veräussern wollen.» Wird ein Käufer gefunden, so muss die Stadt dazu ihr Einverständnis geben. Und das werde sie voraussichtlich auch tun, so Christen. «Denn wir sind sehr daran interessiert, dass das Restaurant wieder geöffnet wird.» Der laufende Baurechtsvertrag verändert sich durch einen allfälligen Verkauf nicht und bleibt bis 2047 bestehen.

Mit Marchetti arbeitete auch Roger Eyer zusammen. Er war 2010 für die Verhandlungen zwischen der Cresta Hotel Holding AG und dem damaligen Besitzerpaar Marion und Peter Schmidig-van Steen zuständig. Eyer verliess die AG bereits im September 2011. Er zeigt sich nicht überrascht, dass das Schlössli Utenberg geschlossen ist. Ebenfalls schlechte Erfahrungen machten Nadja Schuler und Stephane Wirth. Sie führten das «Schlössli» über zwei Jahre und bezeichnen die «Cresta» punkto Management als «einzige Katastrophe». Lieferanten hätten auf ihr Geld gewartet und der Abfall sei auch nicht mehr abgeholt worden. Als dann noch die Löhne ausblieben, war Handeln angesagt, so Schuler rückblickend: «Wir konnten nicht mehr hinter dem Unternehmen stehen.» Mit «grossem Aufwand» seien sie doch noch zu ihrem Geld gekommen. Stephan Wirth und Nadja Schuler wirten seit 2013 erfolgreich im Hotel Restaurant Hirschen im aargauischen Villigen.

Die Türen im Schlössli Utenberg bleiben vorerst geschlossen. (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

Die Türen im Schlössli Utenberg bleiben vorerst geschlossen. (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

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