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Unisex-WCs dürften ab Juni legal sein

Unisex-WCs in Luzerner Restaurants: Was SP-Kantonsrat Giorgio Pardini gefordert hat, dürfte ab Juli legal sein. Denn auch bürgerliche Parteien sind einverstanden – zur Überraschung des Motionärs.
Alexander von Däniken
Die Unisex-WCs im Hotel Anker sind umstritten. (Bild: Nadia Schärli / LZ (13. Dezember 2016))

Die Unisex-WCs im Hotel Anker sind umstritten. (Bild: Nadia Schärli / LZ (13. Dezember 2016))

Mit seiner Forderung griff SP-Kantonsrat Giorgio Pardini nicht ins Klo, sondern ein Thema auf, das von links bis rechts Zustimmung findet. Mit dem WC hat es trotzdem zu tun. In einer Motion forderte der Stadtluzerner Politiker, dass Restaurants auch geschlechterneutrale WCs haben dürfen. Den Ausschlag gab das Hotel Anker: Bei der Wiedereröffnung im Dezember 2016 bot der Stadtluzerner Betrieb die erste Unisex-WC-Anlage an – und verstiess damit gegen geltendes Recht. Denn in der kantonalen Gastgewerbeverordnung ist von «geschlechtergetrennten Toilettenanlagen» die Rede.

Das Kantonsparlament wandelte vor einem Jahr Pardinis Motion in ein Postulat um. Dieses fand bei den anderen Fraktionen und der Regierung aber breite Zustimmung. Das ist auch jetzt der Fall. Die betreffende Änderung ist Teil einer Revision der Gastgewerbeverordnung – und stösst in der Vernehmlassung bis tief in bürgerliche Kreise auf Akzeptanz.

«Konsens ist im Kanton Luzern möglich»

Giorgio Pardini ist ob der breiten Zustimmung überrascht: «Das habe ich nicht erwartet», sagt er auf Anfrage. «Es ist aber schön zu sehen, dass im Kanton Luzern ein Konsens möglich ist, wenn man Sachpolitik betreibt.» Bei der Vernehmlassung kamen auch Überlegungen auf, Unisex-WCs auch für Bars und Clubs zu erlauben. Darin sieht Pardini grundsätzlich kein Problem, solange der Arbeitnehmerschutz gewährleistet bleibe.

Also keine Unisex-WCs für Angestellte, wie es zum Beispiel die FDP in Betracht zieht? Hier ist Pardini zurückhaltend: «Die Angestellten sind ja wesentlich länger im Betrieb als die Gäste; hier muss man differenzieren.» Nicht umsonst sei dies auf Bundesebene geregelt, und zwar im eidgenössischen Arbeitsgesetz. Allerdings ist auch hier eine Motion hängig, die eine entsprechende Änderung fordert.

Zurück in den Kanton Luzern: Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die revidierte Gastgewerbeverordnung wie vorgesehen am 1. Juli 2018 in Kraft treten kann. Das bedeutet für die Restaurants vor allem eine finanzielle Ent­lastung, sagt Pardini: «Die Gastronomiebetriebe stehen unter einem enormen Kostendruck. Entsprechend kann es sich bei Sanierungen lohnen, auf Unisex-Anlagen umzustellen.» Das federführende Justiz- und Sicherheitsdepartement unter Paul Winiker (SVP) wertet nun die Stellungnahmen aus und wird die Vorlage voraussichtlich noch vor den Sommerferien dem Kantonsrat unterbreiten.

Auch Unisex-Pionier Eltschinger ist erfreut

Freuen dürfte die breite poli­tische Zustimmung vor allem auch die Remimag AG, welche unter anderem das Hotel Anker betreibt. Betriebsleiter Bastian Eltschinger ist tatsächlich froh – aber weniger überrascht: «Grundsätzlich haben wir schon erwartet, dass Unisex-WCs in der heutigen Zeit erlaubt werden.»

Das Echo weit über die Kantonsgrenzen hinaus habe ihn aber schon erstaunt. «Es ist schön, dass wir etwas bewegen konnten.» Eltschinger betont, dass man die WC-Anlage nicht absichtlich illegal installiert habe. «Wir hatten damals ein Änderungsgesuch eingereicht; offenbar kam dieses aber nie an.»

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