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GASTRONOMIE: Wauwils einziges Restaurant geht Ende Monat zu

Im «St. Wendelin» in Wauwil kommt es nach nur gerade einem Jahr erneut zu einem Pächterwechsel. Frühstens ab April dürfte im Traditionshaus wieder Betrieb einkehren.
Gisela Eicher und Georg Putz übernehmen den «St. Wendelin» in Wauwil. (Bild: Pius Amrein (Wauwil, 1. Dezember 2016))

Gisela Eicher und Georg Putz übernehmen den «St. Wendelin» in Wauwil. (Bild: Pius Amrein (Wauwil, 1. Dezember 2016))

«Schweren Herzens haben wir uns entschieden, das Gasthaus St. Wendelin per 28. Februar 2018 zu schliessen.» So informieren die jetzigen Pächter Gisela Eicher und Georg Putz auf ihrer Website, dass Wauwils einziges Restaurant Ende Monat zu geht. «Aus wirtschaftlichen Gründen», wie es auch im Gemeindeblatt «Wauwiler Info» heisst. Trotz ihrer Leistungen im Bereich Service und Küche habe man das Traditionshaus nicht erfolgreich führen können, schreiben die Pächter. «Dies hat uns zur Einsicht geführt, die Selbstständigkeit aufzugeben und zukünftig wieder unsere gastronomischen Fähigkeiten als Arbeitnehmer einzusetzen.» Weitere Auskünfte wollte das Pächterpaar auf Anfrage nicht erteilen. Den Angestellten wurde gekündigt. Gutscheine müssen bis Ende Februar eingelöst werden.

Mehrere Wechsel seit Ende 2013

Gisela Eicher und Georg Putz haben das Zepter am 18. Januar 2017 übernommen. Damals starteten sie mit gut zehn Mitarbeitern. «Wendelin»-Besitzer Alois Moser aus Küssnacht bedauert den Weggang von Eicher und Putz. «Sie haben versucht, ihr Bestes zu geben, und doch hat es nicht gereicht.» Georg Putz sei ein exzellenter Koch - im früheren Restaurant Villa Hausermatte in der Stadt Luzern hatte der Südtiroler 13 Gault-Millau-Punkte. «Ich war guten Mutes, dass mit diesem Pächterpaar Ruhe in den Wendelin einkehrt», sagt Moser. Denn seit Varatharajah Niththiyabhavanantham, genannt Varathan, das Gasthaus Ende 2013 nach acht Jahren zugunsten eines eigenen Restaurants in Sursee verliess, waren die Gastspiele der Pächter jeweils kurz.

«Der Wettbewerb ist knallhart»

Auf www.miet-objekte.ch sucht Alois Moser nun nach Nachfolgern. «Unser Ziel ist es, den Betrieb ab April mit neuen Pächtern wiedereröffnen zu können.» Der Zeitpunkt sei aber nicht entscheidend. «Wir richten unser Augenmerk auf eine langfristige Lösung, gehen keine Experimente ein», sagt Moser. «Ein weiteres Scheitern liegt nicht mehr drin.» Man suche einen «innovativen» Pächter mit einer «soliden gastgewerblichen Ausbildung», mitbringen müsse dieser aber auch «fundierte, betriebswirtschaftliche Fähigkeiten», heisst es in der Ausschreibung. «In der Gastronomie gibt es ein massives Überangebot an Sitzplätzen, hinzu kommt die stets zunehmende Regulierung der Branche. Der Wettbewerb ist knallhart», sagt Moser. «Ein Koch muss heute auch Unternehmer sein, kalkulieren können.»

Insgesamt bietet der «St. Wendelin» Platz für 180 Gäste. Der monatliche Mietzins für Restaurant und Saal beträgt 6990 Franken. Für die Zukunft würden aber alle Optionen geprüft, «allenfalls auch eine Verkleinerung des Gastrobetriebs», um das Restaurant «als Familienbetrieb» führen zu können. Daher wäre auch die Miete des «St. Wendelin» ohne Saal für 5990 Franken eine Möglichkeit. Besitzer Alois Moser hat das Gasthaus laut eigenen Angaben seit Übernahme im Jahr 2000 für 7 Millionen Franken renoviert.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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