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Gebühr für Cartouristen: Nun zieht die Stadtluzerner SP nach

Nach dem Montana-Hoteldirektor bringen nun auch die Stadtluzerner SP und Juso eine Gebühr für Cartouristen aufs Tapet – und spannen dabei mit Genossen einer anderen Tourismusdestination zusammen.
Roger Rüegger
Könnten bald kosten: Carhaltestellen beim Schwanenplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 21. Juni 2018)

Könnten bald kosten: Carhaltestellen beim Schwanenplatz in der Stadt Luzern. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, 21. Juni 2018)

Mit einem Ticketsystem für den Ein- und Ausstieg an den innerstädtischen Carhaltestellen wollen SP und Juso der Stadt Luzern die Touristen zur Kasse bitten. Die Fraktion fordert gemäss des am Donnerstag eingereichten Vorstosses «eine gerechte Beteiligung der Touristen an den gesamtgesellschaftlichen Kosten, welche durch den Cartourismus entstehen». Namentlich an der Aufwertung der Innenstadt Luzern.

Mittels Postulat bittet sie den Stadtrat zu prüfen, wie für die Einfahrt auf den Schwanen- und Löwenplatz ein Ticketsystem eingeführt werden kann. «In unserem Vorstoss fordern wir, dass sich jeder Tourist mit rund drei Franken pro Besuch moderat an den verursachten Kosten beteiligt», sagt Grossstadtrat Martin Wyss. Konkret sollen die Kosten für einen Reisebus rund 160 Franken betragen. Über den Daumen gepeilt dürfte dies Luzern jährlich rund sechs Millionen Franken einbringen, rechnet SP-Fraktionschef Simon Roth vor.

Zur Einordnung: Für einen Carparkplatz beim Projekt Seeparking Schweizerhofquai wird mit 120 Franken pro Stunde kalkuliert.

Wie die Postulanten schreiben, würden Tagestouristen heute – im Vergleich zu Hoteltouristen – keine Kurtaxen bezahlen. Auch sei das Ein- und Aussteigen von Besuchern an den Carhaltestellen Schwanen- und Löwenplatz aktuell gratis, verursache aber eine starke Belastung des innerstädtischen Verkehrssystems. Der Cartourismus ziehe weitere Kosten nach sich, etwa Strassenunterhaltsarbeiten.

In Bezug auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss seien mit dem 2017 eingeführten Anhalteregime zwar Verbesserungen erzielt worden, es brauche aber weitere Optimierungen wie ein Leitsystem und eine bessere Verkehrsführung.

Montana-Hoteldirektor fordert ebenfalls Gebühr

Die Idee einer Gebühr für Cartouristen brachte unlängst Fritz Erni, Direktor des Stadtluzerner Hotels Montana, im Interview mit unserer Zeitung ins Spiel.

Die Auswirkungen des Tagestourismus solle nicht der Steuerzahler berappen. Erni schwebt das Modell des Freilichtmuseums Ballenberg vor, wo der Eintritt 24 Franken kostet. Auch in Luzern dürfe man so arrogant sein und für den Besuch der Stadt einen marktkonformen Eintrittspreis verlangen. Wie Erni betonte, soll die Gebühr nur für Cartouristen gelten.

Interlaken will ähnlichen Vorstoss diskutieren

Eine knappe Woche nach Ernis Äusserung, nun also die Forderung von SP und Juso. Von einem Nachahmer-Effekt will Roth nichts wissen: «Wir haben bereits vor den Sommerferien mit unseren Kollegen von der SP Interlaken die Idee diskutiert. Vorgesehen war, dass beide Parteien Ende August den Vorstoss gleichzeitig einreichen. Weil die Diskussion aber jetzt von Erni angeschoben wurde und die SP Interlaken den Vorstoss erst an ihrer Fraktionssitzung Ende August beschliessen kann, haben wir den Vorstoss eingereicht.» Warum verfolgt die SP/Juso-Fraktion eine eigene Strategie, statt mit Erni zusammenzuspannen? «Weil unsere Idee besser ist. Ein Eintritt wie in Disneyworld ist nicht das, was wir anstreben. Luzern ist kein Freilichtmuseum und ich bin kein Statist», so Roth.

Dimitri Rougy, Mitglied des Grossen Gemeinderats in Interlaken, bestätigt in einer Mitteilung, dass seine Fraktion an einem koordinierten Vorgehen interessiert ist: «Interlaken hat im Cartourismus die Kapazitätsgrenzen bald erreicht, in den Bereichen Infrastruktur oder Carmanagement aber Potenzial.»

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