Gedenkfeier: Mittelalterfest statt Umzug

Der Luzerner Regierungsrat hat an seiner ersten Sitzung im neuen Jahr das detaillierte Programm der Sempacher Schlachtfeier vorgestellt. Es gibt ein grosses Fest für die ganze Bevölkerung.

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Das Schlachtgelände wird informativ beschriftet. (Bild: Visualisierung PD)

Das Schlachtgelände wird informativ beschriftet. (Bild: Visualisierung PD)

Das Budget für die Sempacher Gedenkfeier 2011 beträgt 330'000 Franken. Aus Anlass des 625-Jahr-Jubiläums der Schlachtjahrzeit wird ausserdem das Schlachtgelände informativ beschriftet und die Morgenbrotstöckli-Gedenkstätte renoviert. Diese einmalige Investition kostet zusätzlich 56'000 Franken, wie einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Luzern zu entnehmen ist.

Das Schlachtgelände wird informativ beschriftet. (Bild: Visualisierung PD)

Das Schlachtgelände wird informativ beschriftet. (Bild: Visualisierung PD)

Am Mittwochmorgen haben Regierungspräsident Marcel Schwerzmann, Staatsschreiber Markus Hodel und der Sempacher Stadtpräsident Franz Schwegler das neue Konzept der Gedenkfeier erläutert. Die Feier wird 2011 zwei Teile gegliedert:

Die vom Kanton Luzern veranstaltete Feierbesteht aus einem Forum Geschichte, einer Jugend-Debatte, dem eigentlichen Gedenktag am Sonntag, 3. Juli 2011 sowie einer Musikplattform. Auf den Umzug zum Schlachtgelände wird aus Sicherheitsgründen verzichtet.

Die bisherigen AnlässeHellebardenlauf, Sempacherschiessen und Städtlifest finden eine Woche vorher statt. Sie gehören nicht zu den vom Kanton organisierten Veranstaltungen, werden aber mit diesem koordiniert.

Die Sempacher Gedenkfeier sorgte bereits seit längerer Zeit immer wieder für negative Schlagzeilen, weil sie von extremen politischen Gruppen als Plattform genutzt wurde. Deshalb hat der Luzerner Regierungsrat beschlossen, 2010 keine Sempacher Gedenkfeier durchzuführen und die Erarbeitung eines neues Konzepts in Auftrag zu geben. Nach der Feier 2011 wird dieses dann ausgewertet.

pd/das

Die Gedenkfeier im Detail:

Das Forum Geschichtefindet am 7., 14. und 28. Juni statt. Es soll neuere Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft einem breiten Publikum näherbringen. Die Termine der drei Abendveranstaltungen wurden mit Rücksicht auf das Sessionsprogramm des Kantonsrates bestimmt. Am dritten Abend (28. Juni), dem letzten Tag der Juni-Session, werden die Themen der beiden ersten Abende zusammengefasst und in einem Podiumsgespräch öffentlich diskutiert.

Das Ziel der Jugend-Debatteam Samstag, 2. Juli, ist die Förderung der politischen Partizipation. Deshalb wird Wert darauf gelegt, dass Jugendliche, unabhängig von ihrem Bildungsstand und ihrer Nationalität, über Themen diskutieren können, die für sie von Bedeutung sind. Die Jugendlichen nehmen in Gruppen teil, die sich vorbereitet haben und von Erwachsenen begleitet werden. Das Ergebnis der Jugend-Debatte soll in die kantonale Politik einfliessen.

Der Sempacher Gedenktagam Sonntag, 3. Juli, besteht aus dem Jahrzeit-Gottesdienst, dem Morgenbrot und dem Mittelalterfest, das den eigentlichen Rahmen für den Austausch von Bevölkerung und Politikern bietet. Der ökumenische Gottesdienst in der Kirche St. Stefan beginnt um 9.30 Uhr. Im Festakt hält eine bedeutende Persönlichkeit eine Rede mit historischem Bezug. Das Morgenbrot um 10.30 Uhr wird von der Stadt Sempach und vom Kanton offeriert und leitet zum Mittelalterfest in der Unterstadt über. Dieses dauert bis um 16 Uhr.

Die Luzerner Musikplattformbesteht aus Konzerten auf der Seebühne vor der Festhalle. Die Konzerte finden von Mittwoch, 22. bis Samstag, 25. Juni statt, jeweils zwischen 19 und 22 Uhr. Sie umfassen verschiedene Stilrichtungen.

pd/das

Reaktionen:

Die Junge SVP Luzern bedauert den Entscheid, im Rahmen der Sempacher Schlachtjahrzeit auf einen Umzug zu verzichten und statt dessen einen farblosen Multi-Kulti-Anlass zu installieren. Die Neuausrichtung der Schlachtfeier ist ein Boykott vor vermummten Linksextremen, welche die friedliche Feier durch ihr antidemokratisches Auftreten zerstören wollten. Die Neuausrichtung ist auch ein weiterer unrühmlicher Meilenstein im systematischen Ausverkauf der Heimat.

Anian Liebrand, Präsident Junge SVP Luzern.