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GEFÄNGNISSE: Pläne für Super-Direktor begraben

Statt eines Chefs für die beiden kantonalen Haftanstalten Grosshof und Wauwilermoos wird es auch künftig zwei geben. Der neue Grosshof-Direktor könnte von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft kommen.
Alexander von Däniken
Die Justizvollzugsanstalt Grosshof in Kriens (links) und die Strafanstalt Wauwilermoos. (Bilder: LZ)

Die Justizvollzugsanstalt Grosshof in Kriens (links) und die Strafanstalt Wauwilermoos. (Bilder: LZ)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@luzernerzeitung.ch

Die Erklärung ist einleuchtend: Hätte ein einziger Direktor die Gefängnisse Grosshof in Kriens und Wauwilermoos in Egolzwil führen sollen, wäre dies nur mit Stellvertretern an beiden Standorten gegangen. «Damit hätten wir keinen Spareffekt erzielt», sagt Stefan Weiss. Er ist Leiter der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug und Direktor ad interim des Gefängnisses Grosshof. Letzteres seit dem abrupten Abgang des damaligen Direktors Hanspeter Zihlmann Anfang Mai 2017 (wir berichteten).

Der Luzerner Regierungsrat liess seither im Rahmen des Sparpakets KP17 den gemeinsamen Direktor prüfen. Mit der «Anpassung der Struktur» hätte im Jahr 2020 eine Million Franken gespart werden können. Die Überprüfung ist nun zu Ende: Weiss sucht mittels Stelleninserat nach einem neuen Grosshof-Direktor.

«Gute Vernetzung» in kantonaler Justiz von Vorteil

Das Stellenprofil ist allgemein gehalten. Von Vorteil soll der Kandidat etwa Erfahrung im Justizvollzug und eine «gute Vernetzung im Justizbereich des Kantons Luzern» haben. Die offene Formulierung war laut Weiss bewusst; Gefängnisdirektoren gebe es in der Schweiz schliesslich nicht viele. Das legt die Vermutung nahe, dass der künftige Direktor aus der Luzerner Staatsanwaltschaft oder der Polizei kommt. Weiss hält dies «durchaus für möglich», hält aber fest, dass er selbst «niemanden im Auge» habe.

Ex-Direktor Zihlmann war auch schon eine Art interne Besetzung: Er war vor seinem Amtsantritt Abteilungsleiter in der Dienststelle Vollzugs- und Bewährungsdienste. Inwiefern sich das damalige Anforderungsprofil konkret vom aktuellen unterscheidet, kann Weiss nicht sagen. «Generell sind heutzutage die Anforderungen aber höher.» Als Beispiel nennt er eine immer stärkere Zusammenarbeit mit dem Gefängnis Wauwilermoos. Dort sei mit Felix Föhn bereits ein Direktor eingestellt, der gewillt sei, Synergien mit dem Grosshof zu suchen. Wann dies mit dem neuen Grosshof-Direktor geschehen wird, ist unklar. Laut Stelleninserat wird der 1. Juni dieses Jahres angestrebt; es dürfe aber auch ein, zwei Monate später werden.

Die Pläne des Super-Direktors sind zwar Geschichte. Der Spardruck ist es aber nicht. Gemäss Stefan Weiss ist es das Ziel des kantonalen Sparprogramms, auf Basis des Budgets 2016 beim Personal- und Sachaufwand je 5 Prozent einzusparen. 2016 hat der Grosshof Nettokosten von 0,7 Millionen Franken verursacht, gemäss Budget 2018 soll ein Ertragsplus von 0,1 Millionen resultieren. Hier sei man auf Kurs; rund 850 000 Franken können unter anderem durch das Zusammenlegen von Abteilungen oder den gemeinsamen Einkauf für die Küche und weiteren Massnahmen gespart werden. Und: Eben wurde das Projekt «Harmonisierung Prozesse zwischen den Gefängnissen» gestartet. Bei allem Sparen bleibe die Stelle des Grosshof-Direktors «ein attraktiver Job mit viel Freiraum», sagt Weiss.

SP-Kantonsrat Peter Fässler (Kriens) hatte in einem Postulat vom letzten September gefordert, von einem Super-Direktor abzusehen. Entsprechend froh ist er über die Nachricht. Den noch nicht behandelten Vorstoss werde er nach Absprache mit der Fraktion zurückziehen. Die angestrebten Synergien begrüsse er, solange sie nicht zu weit gingen.

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