Gegen die Surseer Hochhaus-Pläne gibt es kaum Widerstand

Die Parteien stehen grundsätzlich hinter dem Bebauungsplan Therma-Areal. Fragen gibt’s einzig zum Verkehr.

Dominik Weingartner
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Auf dem Therma-Areal beim Bahnhof Sursee soll eine neue Überbauung entstehen. Dazu gehört ein 63,4 Meter hohes Wohn-, Büro- und Gewerbehaus. Es soll das höchste Gebäude der Stadt werden. Zum Projekt gehört auch ein 25 Meter hoher Längsbau. Insgesamt sollen 100 bis 130 Wohnungen entstehen, dazu kämen noch Gewerbe- und Büroflächen (wir berichteten). Am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr informiert die Stadt Sursee im Rathaus im Rahmen einer Orientierungsversammlung über den entsprechenden Bebauungsplan.

So verändert sich das Ortsbild

Die Surseer Gemeindeversammlung behandelt den Bebauungsplan dann am 16. März. Die Anzeichen verdichten sich, dass gegen die Hochhaus-Pläne der Stadt kaum Widerstand zu erwarten ist, so wie dies Bauvorsteher Bruno Bucher (FDP) gegenüber unserer Zeitung bereits vermutet hatte.

Grüne loben Parkplatzkonzept

Zumindest kündigen die Surseer Grünen an, den Bebauungsplan «nicht grundsätzlich zu bekämpfen», wie Ortsparteipräsident und Kantonsrat Samuel Zbinden auf Anfrage sagt. «Grundsätzlich begrüssen wir innere Verdichtung», so Zbinden. Er weist aber auch daraufhin, dass Hochhäuser oft nicht die richtige Art der Verdichtung seien. Zudem habe die Ortsplanungsrevision gezeigt, dass die Bevölkerung kritisch gegenüber «zu viel Wachstum und zu vielen Hochhäusern» sei. Dennoch sagt er: «Wenn ein Hochhaus Sinn macht, dann aber an diesem Standort». Der Bahnhof sei dafür geeigneter als ein Wohnquartier. Zudem lobt der Grünen-Präsident, dass weniger Parkplätze vorgesehen sind, als eigentlich erlaubt wären.

So soll es dereinst aussehen.
6 Bilder
So sieht es heute aus.
Bebauungsplan Vorplatz
Bebauungsplan Landschaftspark
Gestaltungsplan Rigistrasse
Bislang noch Zukunftsmusik: das geplante Hochhaus sowie der modernisierte Busbahnhof in Sursee.

So soll es dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Auch die SP steht «grundsätzlich hinter dem räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt Sursee, die Verdichtung in diesem Gebiet vorsieht», wie Ortsparteipräsident Martin Bisig auf Anfrage sagt. «Wir haben allerdings angesichts der Dimension des Projekts schon noch Fragen, namentlich zur Verkehrsführung und zur Gesamtplanung des Bahnhofareals», präzisiert er. Angesichts der regen Bautätigkeit in Sursee stelle sich die Frage, «was da noch auf Stadt und Region zukommt und wann die Grenze erreicht wird», so Bisig. Weiter kritisiert der SP-Präsident, dass zwischen der heutigen Orientierungsversammlung und der Abstimmung an der Gemeindeversammlung nur gerade elf Tage liegen. «Da bleibt wenig Zeit für die Meinungsbildung in der Bevölkerung.»

FDP: «Es fehlen langfristige Konzepte»

Die Verkehrsfrage beschäftigt auch die FDP. Ortsparteipräsident Hans Bachmann sagt: «Aus verkehrstechnischer Sicht sind noch keine genügenden langfristigen Konzepte vorhanden.» Zum Wachstum von Sursee komme das Wachstum der Nachbargemeinden hinzu, das Einfluss auf den «Knotenpunkt Sursee» habe. Gegen das Hochhaus an sich haben die Freisinnigen nichts einzuwenden. «Da sich bereits zwei Hochhäuser in Bau befinden und auch einige Industriebauten gewisse Höhen erreichen, ist das Pax Hochhaus kein singulärer Fremdkörper im Ortsbild», sagt Bachmann. Auch werde mit der Überbauung einer «sinnvollen Erweiterung von Wohn- und Arbeitsplätzen» Rechnung getragen. Die Geschäftsleitung der FDP werde der Parteiversammlung, die nächste Woche stattfindet, die Annahme des Bebauungsplans empfehlen, so Bachmann.

Die anderen Surseer Parteien wollten sich zum Thema nicht äussern. Die CVP verweist auf eine Parteiversammlung von nächster Woche, an welcher der Bebauungsplan besprochen wird. Diese Versammlung möchte man zunächst abwarten. Eine Anfrage an die SVP blieb bis am Mittwoch unbeantwortet.