Gegner der Krienser Pilatus-Arena werben mit «falschem» Hochhaus

Auf den Plakaten des Nein-Komitees ist ein Projekt zu sehen, das gar nicht mehr aktuell ist. Auf der Pro-Seite ist man darüber verärgert.

Stefan Dähler
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Der Abstimmungskampf zur Pilatus-Arena ist in Kriens im vollen Gange, vielerorts hängen Plakate. Auf jenen des Referendumskomitees, die das 110 Meter hohe Hochhaus ins Zentrum rücken, ist jedoch nicht das Projekt abgebildet, das tatsächlich realisiert werden soll. Zu sehen ist eine Visualisierung des Teams BS+EMI Architektenpartner Zürich, das zwar am Projektwettbewerb teilgenommen hat, diesen jedoch nicht für sich entscheiden konnte. Hier ein Plakat im Bild:

Bild: PD

Die Jury entschied sich stattdessen Anfang 2018 für den Entwurf der Giuliani Hönger Architekten AG, ebenfalls mit Sitz in Zürich:

Visualisierung: Büro Raumgleiter

Dahinter stecke keine Absicht, sagt Bruno Amrhein, Co-Gründer des Referendumskomitees. Das Bild habe man bei einer Google-Suche nach dem Stichwort «Pilatus-Arena» gefunden. «Ich sehe darin kein Problem. Es geht uns darum, die Grössen- und Höhenverhältnisse aufzuzeigen. Ob die Fassade oder die Fenster etwas anders aussehen, spielt keine grosse Rolle.» Bruno Amrhein weist darauf hin, dass die Pro-Seite mit Visualisierungen werbe, auf denen der obere Teil des Hochhauses abgeschnitten ist. «Das ist nun mal Teil des politischen Wettkampfes.»

Anders sieht man das auf der Pro-Seite. Die gezeigte Visualisierung «entspricht überhaupt nicht dem Siegerprojekt. Das ist einfach unseriös gegenüber der Bevölkerung», sagt Daniel Deicher, Sprecher der Pilatus-Arena AG. «Es zeigt, dass die Gegner keine wirklichen Argumente gegen das ausgereifte und sorgfältig geplante Projekt haben.» Ausserdem stelle die Verwendung der Visualisierung durch das Referendumskomitee eine Urheberrechtsverletzung dar. «Wir planen aber keine rechtlichen Schritte, sondern finden es einfach nur erschreckend, wie die Gegner mit einer demokratischen Abstimmung umgehen», sagt Deicher.

Das Podium zur Pilatus-Arena in voller Länge (15. Oktober 2020):