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Gegner der Pfarrer-Volkswahl im Kanton Luzern im Kreuzfeuer

Am 9. Dezember entscheiden die Reformierten über das neue Personalgesetz. Damit würden die Pfarrer nicht mehr vom Volk gewählt. Die Vorlage ist hoch umstritten, wie sich an einem Podium zeigte.
Martina Odermatt
Synode-Mitglied Norbert Schmassmann (links) und Jurist Christian Hochuli –fotografiert bei der Lukaskirche Luzern – sind sich uneins, ob Pfarrer vom Volk gewählt werden sollen. (Bild: Pius Amrein, 31. Oktober 2018.)

Synode-Mitglied Norbert Schmassmann (links) und Jurist Christian Hochuli –fotografiert bei der Lukaskirche Luzern – sind sich uneins, ob Pfarrer vom Volk gewählt werden sollen. (Bild: Pius Amrein, 31. Oktober 2018.)

Damit hatte Norbert Schmassmann wohl nicht gerechnet: Der CVP-Kantonsrat und Befürworter des neuen Personalgesetzes der reformierten Kirche musste dieses am ersten Podium am Mittwochabend vehement verteidigen. Die Gegner des Gesetzes waren klar in der Überzahl.

Das neue Personalgesetz der reformierten Kirche will gleiche Spielregeln für alle kirchlichen Mitarbeiter. Das Personalgesetz sieht unter anderem vor, dass die Pfarrer nicht mehr vom Volk, sondern vom Kirchenvorstand gewählt werden. In der Synode wurde das Gesetz in erster Lesung mit 45 Ja- zu 3 Nein- und in zweiter Lesung mit 35 Ja- zu 15 Nein-Stimmen verabschiedet. Eine fünfköpfige Gruppe rund um den Juristen Christian Hochuli ergriff darauf das Referendum, welches mit gut 1100 Unterschriften zu Stande kam. Im Hinblick auf die Abstimmung vom 9. Dezember veranstaltet das Komitee «Pro Volkswahl, Nein zum Personalgesetz» Podien zum Thema.

Theologe spricht sich für Pfarrer-Wahl aus

Am Mittwochabend nun kam es zum ersten Schlagabtausch zwischen Befürwortern und Gegnern des Gesetzes. Geleitet wurde das Podium von Evelyne Fischer, stellvertretende Ressortleiterin Kanton unserer Zeitung.

Theologe Ralph Kunz eröffnete das Podium mit einem Referat gegen die Abschaffung der Pfarrwahl. Er appellierte daran, dass die Macht von unten kommen solle, und nicht von oben. Das sei Teil der reformatorischen Identität. «Man vertraut sich dem Pfarrer in Seelennot an, deshalb muss man ihm vertrauen können. Die Pfarrwahl ist der Gegenpol zu Priesterkaste, weil der Pfarrer vom Volk gewählt ist.»

«Kein Pfarrer stellt sich einer Kampfwahl»

Norbert Schmassmann, Synode-Mitglied, pflichtete dem Theologen bei, obwohl er für die Abschaffung der Volkswahl von Pfarrern einsteht. «Auch ich bin dafür, dass die Kirche von unten gestärkt wird. Aber eine Volkswahl bedingt doch eine Auswahl! Ich kenne keinen einzigen Pfarrer, der sich einer Kampfwahl stellt», argumentierte Schmassmann. Deshalb könne man das Verfahren durch eine Wahl durch den Kirchenrat abkürzen. «Ausserdem gehen ungefähr zwei, drei Prozent der Stimmberechtigten an eine Kirchgemeindeversammlung. Das ist eine sehr einseitige Demokratie.» Für Christian Hochuli vom Pro-Volkswahl-Komitee war allerdings klar: «Die Wähler sind das oberste Organ, nicht der Vorstand. Wir sind eine Volkskirche. Pfarrer und Kirchenvorstand müssen vom gleichen Organ gewählt werden». Dabei sei offensichtlich, dass Pfarrer nicht die gleiche Stellung inne hätten wie andere Mitarbeiter. Das merke man auch im Personalgesetz. «Es braucht die Sonderstellung der Pfarrer», sagte Hochuli. Darauf entgegnete Schmassmann: «Der Pfarrer ist meiner Meinung nach nicht den Leuten, sondern dem Evangelium verpflichtet. Er ist kein Politiker.»

Hitzig wurde es dann nochmals während der Fragerunde. Etliche Gegner des Personalgesetzes meldeten sich zu Wort, erzählten von ihren Erfahrungen. Der gemeinsame der Kern der Aussagen: «Es geht um Bestätigung um die Legitimation der Geistlichen.»

Hinweis: Das nächste Podium findet am 19. November in Kriens statt. Infos: www.reflu.ch/personalgesetz

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