In den Tiefen des Sonnenbergs: Geheimnisvoller Bunker mit ungewisser Zukunft

In Kriens wurde ein alter Militärbunker nach langer Zeit wieder geöffnet. Vielleicht dient er künftig als Käselager oder für Vereinsaktivitäten.

Hugo Bischof
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Der Krienser Gemeinderat und Bauvorsteher Matthias Senn beim Betreten des alten Militärbunkers. Sein Blick fällt auf eine an eine an die Wand angelehnte Eisentür. (Bild: Jakob Ineichen, Kriens, 18. September 2019)

Der Krienser Gemeinderat und Bauvorsteher Matthias Senn beim Betreten des alten Militärbunkers. Sein Blick fällt auf eine an eine an die Wand angelehnte Eisentür. (Bild: Jakob Ineichen, Kriens, 18. September 2019)

Der Gwunder war gross, als sich am Mittwoch Vormittag die eiserne Tür im Fels rechts oberhalb der Talstation der Sonnenbergbahn in Kriens öffnete. Zehn Jahre lang war sie verschlossen geblieben. Dahinter verbirgt sich ein alter Militärbunker. Wann er gebaut wurde und was sein genauer Zweck war, ist unbekannt. Beim Ortstermin war der gesamte fünfköpfige Krienser Stadtrat dabei – samt Stadtschreiber, Feuerwehrkommandant und weiteren wichtigen Verwaltungsmitgliedern. Das Wort «historisches Ereignis» machte die Runde. Bauvorsteher Matthias Senn sagte schmunzelnd:

«So viele Zeugnisse aus vergangenen Zeiten haben wir in Kriens ja nicht.»

2008 oder 2009 wurde der Bunker letztmals genutzt, für Atemschutzübungen der Krienser Feuerwehr. Deren heutiger Kommandant Marco Blättler erinnert sich noch gut daran: «Die verwinkelten Räume wurden eingenebelt, wir wurden zum Suchen hineingeschickt.» Heute gebe es aber zeitgemässere Übungsmöglichkeiten.

Von links: Stadtschreiber Guido Solari, die Krienser Stadträte Judith Luthiger, Matthias Senn, Lothar Sidler, Franco Faé und Stadtpräsident Cyrill Wiget in der Bunkerzentrale. Bild Jakob Ineichen (Kriens, 18. September 2019)

Von links: Stadtschreiber Guido Solari, die Krienser Stadträte Judith Luthiger, Matthias Senn, Lothar Sidler, Franco Faé und Stadtpräsident Cyrill Wiget in der Bunkerzentrale. Bild Jakob Ineichen (Kriens, 18. September 2019)

Dass der Bunker einst militärisch genutzt wurde, sieht man rasch. Es gibt schwere Panzertüren, einen Duschraum mit Schleuse, dazu in die Wände eingelassene Sprachrohre für die interne Kommunikation. Ganz oben stehen noch immer zwei Fahrräder, mit denen im Kriegsfall vermutlich die Luft umgewälzt werden konnte. Im Zentrum ist ein rudimentär möblierter Raum. Gemeinderat Matthias Senn sagt:

«Eine Vermutung ist, dass dieser im Zweiten Weltkrieg notfallmässig als Kommandoraum für den damaligen Krienser Gemeinderat dienen sollte. Wir haben dafür aber nirgends einen Beleg gefunden.»

Dass der Bunker gar auf die Krienser Ortswehr Ende des 19. Jahrhunderts zurückgeht, hält Senn aufgrund der intakten Bausubstanz hingegen für unwahrscheinlich.

Der alte Bunker stammt wahrscheinlich aus dem Zweiten Weltkrieg. (Bilder: Jakob Ineichen, Kriens, 18. September 2019)
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Zwei alte, angerostete Tanks.
Im oberen Teil des Bunkers stehen immer noch zwei Velos. Mit ihnen konnte im Kriegsfall vermutlich die Luft umgewälzt werden.
Ein Gestell oder Tisch. Verwendungszweck unklar.
Eine Panzertür.
Die Treppe, die zum Ausgang des Bunkers führt. Der Ausgang bleibt verschlossen.
Von links: Stadtschreiber Guido Solari, die Krienser Stadträte Judith Luthiger, Matthias Senn, Lothar Sidler, Franco Faé und Stadtpräsident Cyrill Wiget in der Bunkerzentrale.
Eine Rohrleitung.
Die Zentrale mit zahlreichen Telefonanschlüssen.
Der Eingang zum Bunker.
Bauvorsteher Matthias Senn begutachtet eine an die Bunkerwand angelehnte Eisentüre.

Der alte Bunker stammt wahrscheinlich aus dem Zweiten Weltkrieg. (Bilder: Jakob Ineichen, Kriens, 18. September 2019)

Was mit dem Bunker künftig geschieht, will der Stadtrat nun abklären. «Eine Idee war, ihn als Käselager zu nutzen», sagt Matthias Senn. «Das wird aus Gründen der Lebensmittelhygiene aber schwierig.» Ein Problem ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Dazu kommen die Metallabsplitterungen von den Armierungseisen. Auch die Nutzung durch Vereine werde geprüft,sagt Stadtpräsident Cyrill Wiget: «Dafür müsste aber wohl ziemlich viel in den Unterhalt der Anlage investiert werden.»

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