GEISSMÄTTLI: Die Fixerraum-Initiative wurde zurückgezogen

Am 24. Februar wird nicht nochmals über den Fixerraum abgestimmt. Selbst bei den Betreibern setzt man aber Fragezeichen hinter den Standort Geissmättli.

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Der wenig frequentierte Fixerraum an der St. Karlistrasse 13a. (Bild Marco Zanoni / Neue LZ)

Der wenig frequentierte Fixerraum an der St. Karlistrasse 13a. (Bild Marco Zanoni / Neue LZ)

Seit gut vier Monaten läuft der versuchsweise Betrieb eines Fixerraums im ehemaligen Restaurant Geissmättli im St.-Karli-Quartier. Drogenkranke können hier täglich in geschütztem Umfeld ihren Stoff konsumieren. Im März 2007 sagte das Stadtluzerner Stimmvolk Ja zum Betriebskredit. Seit Dienstag nun ist klar: Es gibt keine zweite Volksabstimmung. Das Komitee «Kein Fixerraum in Wohnquartieren» zog seine Initiative zurück.

Vorwürfe an den Stadtrat
«Der Entscheid fiel uns schwer», sagt Marco Korner vom Komitee-Ausschuss. «Aber uns fehlen die publizistischen und finanziellen Mittel, um einen zweiten aufwändigen Abstimmungskampf zu führen.» Korner wirft dem Stadtrat zudem vor, er habe «mit seinem undemokratischen Vorgehen die Initiative ad absurdum geführt».

Zur Erinnerung: Die Initiative «Kein Fixerraum in Wohnquartieren» war im Mai 2006 mit 2031 gültigen Unterschriften eingereicht worden. Das Stadtparlament erklärte sie auf Antrag des Stadtrats im Dezember 2006 für ungültig, hob die Ungültigkeitserklärung im Dezember 2007 aufgrund eines Rechtgutachtens aber wieder auf.

«Wir haben in allen Teilen Recht erhalten, das Ziel aber trotzdem verfehlt», konstatiert Korner, «da der Stadtrat den Fixerraum inzwischen in einer Zone eröffnet hat, die wir mit unserer Initiative bekämpften.» Das sei der «Untergang unserer Demokratie».

Nur 13 Besucher pro Tag
Korner nennt einen weiteren Grund für den Rückzug der Initiative: «Der Fixerraum ist wohl offen, aber es geht ja ohnehin kaum jemand hin.» Er belegt dies mit Zahlen: Durchschnittlich werde der Fixerraum täglich von lediglich 13 Drogenabhängigen frequentiert.

Hugo Bischof

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.