Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Gelfingen: Das Schloss Heidegg wartet mit Überraschungen auf

Die Schlosskapelle ist während einem halben Jahr vor allem im Aussenbereich saniert worden. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, mit der die Verantwortlichen begeistern wollen.
Ernesto Piazza
Die Kapelle des Schloss Heidegg wurde saniert. Fotografiert am Mitwoch, 10. April in Gelflingen

Die Kapelle des Schloss Heidegg wurde saniert.

Fotografiert am Mitwoch, 10. April in Gelflingen

Das Schloss Heidegg bietet den Besuchern diverse Neuerungen. Dazu gehören die Uniformen von Queen Victorias Privatsekretär, die aktuell in Gelfingen ausgestellt sind. Zudem ist im Heidegg das Schlachtgemälde Villmergen 1656 zu sehen. Dieses ist ein visuelles Erinnerungsstück aus Siegersicht: Luzern gewann dort den dritten von vier Religionskriegen.

Im dritten Obergeschoss des Schlosses erleben die Besucher unter dem Titel «Vorhang auf!» im Wohnmuseum die Evolution des Vorhangs. Es sei eine erste Etappe eines grösseren Projekts, erklärt Ruckstuhl. Das Gesamtkonzept beinhaltet die Idee, die Geschichte des Vorhangs von 1760 bis ins 21. Jahrhundert aufzuarbeiten und zu zeigen.

Weiter lädt das Schloss Heidegg die Besucher ab Juni ein, das Wohnmuseum mit einem Ausstellungsführer in «Leichter Sprache» zu erkunden. Dieser hat die Form eines Buches und wurde von zwei Seetalerinnen an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich entwickelt. Sie haben Informationen zu den Objekten und Räumen des Wohnmuseums in Leichter Sprache verfasst und mit Symbolen ergänzt. «Der Führer trägt dem Umstand Rechnung, dass über die Hälfte aller Erwachsenen nur kurze Texte in klarer, einfacher Standardsprache verstehen», sagt Kurator und Geschäftsführer Dieter Ruckstuhl.

Sanierung kostete rund 420000 Franken

Im vergangenen Jahr wurde die Schlosskapelle durch den Kanton Luzern saniert. Sie dauerte ein halbes Jahr und kostete rund 420 000 Franken. Am vergangenen Sonntag wurde sie eingesegnet. Die Kapelle im Schloss Heidegg hat man um 1600 gebaut und rund 40 Jahre später zu Ehren den beiden Heiligen Karl Borromäus und Elisabeth geweiht. Glaubt man einer bekannten Schweizer Sage des 19. Jahrhunderts, ist die Kapelle bereits im Mittelalter errichtet worden. Und zwar aus Dankbarkeit, weil die Burg Heidegg im von den Eidgenossen gegen die Habsburger geführten Sempacher Krieg von 1386 verschont blieb.

Mittlerweile wurde das Gotteshaus, welches seit 1950 auch als öffentliche Trauungskapelle bekannt ist, dreimal renoviert. Die Sanierungsarbeiten bei der Schlosskapelle erstreckten sich vor allem auf den Aussenbereich. So musste am Gebäude neben normalen Alterungsspuren dringend der aufsteigenden Feuchte an der Hoffassade begegnet werden. Im Rahmen der Sanierung stellte man ebenfalls nachmittelalterliches Bruchsteinmauerwerk fest. Dabei wurde die Nordmauer als Teil der Umfassungsmauer identifiziert. Äusserlich präsentiert sich das Gotteshaus jetzt wieder in einem strahlend weissen Kleid. Das Dach mit seinen alten Biberschwanzziegeln ist nun wieder dicht. Im Innern entdeckt man als einzige Neuerung in schlichter Form zwölf Bänke aus massiver Eiche. «Sie geben dem Raum seine zeitlose Würde und Eleganz zurück», sagt Ruckstuhl. Die Kapelle sei sorgfältig und zurückhaltend renoviert worden, lautet sein Fazit zu den Arbeiten.

Schlossfest sorgt für grossen Besucherstrom

Neuen Rekordbesuch brachte das nach drei Jahren in der Form zum zweiten Mal abgehaltene Schlossfest. 5000 Personen fanden sich auf der Heidegg ein. «Bei diesen Festivitäten hat alles gestimmt», erinnert sich Ruckstuhl. Das zeigte sich auch in der Zahl der Museumsbesucher. Sie stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr auf Total 17 000, so viele wie seit der Wiedereröffnung des renovierten Schlosses 1998 nicht mehr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.