Gemeinde Aesch träumt vom grossen Geld

Als erste Gemeinde im Kanton Luzern plant Aesch eine Villenzone - um die Finanzen zu sanieren. Experten sind vorsichtig, das Dorf ist gespalten.

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So könnte eine Villa in Aesch aussehen. (Bild: Visualisierung Jäger Egli AG Architekten Luzern/Emmenbrücke)

So könnte eine Villa in Aesch aussehen. (Bild: Visualisierung Jäger Egli AG Architekten Luzern/Emmenbrücke)

In Aesch riecht man das grosse Geld. Geplant ist eine Villenzone mit Blick auf den See: neun Parzellen mit insgesamt 30'900 Quadratmeter Fläche, hohe Hecken und eine majestätische Zufahrtsstrasse. So will die 1000-Seelen-Gemeinde zusammen mit dem Regionalplanungsverband Idee Seetal gute Steuerzahler anlocken. Diese kämen der Gemeinde gelegen: Aesch hat 5 Millionen Franken Schulden, der Steuerfuss liegt bei 2,2 Einheiten. Reiche Zuzüger könnten den Steuerfuss der Gemeinde senken - bis auf das Niveau von Eschenbach (1,5 Einheiten). Dies sagte Hans Peter Stutz von der Idee Seetal am Donnerstag an einer Infoveranstaltung für die Bevölkerung in Aesch.

Am Donnerstag konnte sich die Bevölkerung zum ersten Mal öffentlich zur geplanten Villenzone äussern. Rund 80 Einwohner drängten sich im Singsaal. Die einen sehen im Projekt eine einmalige Chance, um die Gemeindefinanzen zu sanieren, die anderen bemängelten die Sonderbehandlung von Reichen. «Ich bin grundsätzlich gegen eine Villenzone - das ist ein unglaublicher Landverschleiss», sagte etwa ein Votant. Es gab aber auch andere Stimmen: «Wir müssen in die Zukunft schauen. Es gibt keine andere Möglichkeit als die Villenzone», meinte ein Befürworter.

Am 15. Juni kommt die Umzonung vor die Gemeindeversammlung. Anschliessend muss der Regierungsrat die Zone genehmigen. Gegen beide Entscheide können Beschwerden gemacht werden. Ob die Villenzone realisiert wird, hängt auch vom Bund ab: Dieser hat dem kantonalen Richtplan noch nicht zugestimmt.

Luzia Mattmann

Den ausführlichen artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.