100 Wohnungen und viel Grünraum: Gemeinde Meggen will ihr Zentrum baulich attraktivieren

Entlang der Luzernerstrasse in Meggen soll eine Neuüberbauung mit viel Grünraum entstehen. Ein Luzerner Architekturbüro hat im Rahmen des Masterplans den Projektwettbewerb gewonnen.

Hugo Bischof
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Das revidierte Raumplanungsgesetz und der kantonale Richtplan lassen für Meggen zurzeit keine Einzonungen mehr zu und verpflichten die Gemeinde dazu, mit dem bestehenden Bauland sorgsam umzugehen. Der Gemeinderat erarbeitete deshalb vor drei Jahren einen Masterplan zur inneren Entwicklung und baulichen Verdichtung. Damit soll eine massvolle Bevölkerungsentwicklung in den bestehenden Bauzonen ermöglicht werden.

Für den Masterplan wurden sieben Gebiete im Zentrum von Meggen nach einheitlichen Kriterien als Handlungsfelder ausgeschieden. Diese zeigen auf, wo in nächster Zeit Veränderungen anstehen. Betroffen sind verschiedene Grundeigentümer mit teilweise bereits bebauten Grundstücken. Viele Grundstücke gehören der Gemeinde selber.

Gut 100 Wohnungen sind hier vorgesehen

Beim Planungsfeld Luzernerstrasse ist der Projektwettbewerb jetzt abgeschlossen. Gewonnen hat ihn das Architekturbüro Meyer Gadient aus Luzern. Das teilte die Gemeinde am Montag mit. Insgesamt wurden neun Projekte bewertet. Das Siegerprojekt sieht entlang der Luzernerstrasse auf 300 Metern Länge, von der Abzweigung Rüeggiswilstrasse bis zur Sporthalle, eine Reihe von Gebäuden («Dorfhäuser») mit vier bis sechs Etagen vor. Darin sind gut 100 Wohnungen vorgesehen, dazu auch Gewerberäume. Unmittelbar dahinter liegt die Megger Sportanlage. Diese bleibt bestehen. «Geplant ist einzig, dass die kaum mehr genutzte und sanierungsbedürftige 100-Meter-Bahn verlegt wird», sagte der Megger Gemeindeammann HansPeter Hürlimann bei der Präsentation des Siegerprojekts.

So wird die Überbauung entlang der Luzernerstrasse gemäss dem Siegerprojekt dereinst aussehen.

So wird die Überbauung entlang der Luzernerstrasse gemäss dem Siegerprojekt dereinst aussehen.

Visualisierung: Nightnurse, Zürich

«Bisher befindet sich an diesem zentralen Bereich der Gemeinde vor allem viel Asphalt- und Verkehrsfläche», betonte der Gemeindammann. «Künftig soll hier eine attraktive Überbauung mit viel Grünraum und öffentlichen Durchgängen entstehen.» Die heutigen oberirdischen Parkplätze sollen in den Untergrund verlegt werden. Die Zukunft der Autogarage und der Gärtnerei, die sich hier befinden, ist noch offen.

Als nächster Schritt kommt nun ein Bebauungsplan

Als nächster Schritt wird für das Projekt Luzernerstrasse ein Bebauungsplan erarbeitet. Darüber soll die Bevölkerung 2022 abstimmen können. Die Testplanung beim Gebiet Mühleweiher ist noch in Gang. Bei den weiteren Planungsfeldern finden Gespräche zwischen der Gemeinde und privaten Grundeigentümern statt.

Die Umsetzung des Masterplans ist eine langfristige Planung und läuft über mehrere Jahre. «Die Grundeigentümerschaften haben unterschiedliche Interessen in Bezug auf die Umsetzung und Realisierung der Handlungsfelder», sagt Hürlimann. «Diese müssen koordiniert werden. Zur Realisierung der Vorhaben der Handlungsfelder sind weitere Planungsinstrumente notwendig, welche die Vorgaben des Bau- und Zonenreglements ergänzen und die Realisierung der Bauvorhaben sicherstellen.»

Die Gemeinde Meggen muss sorgsam mit ihrem Boden umgehen.

Die Gemeinde Meggen muss sorgsam mit ihrem Boden umgehen.

Bild: Boris Bürgisser (Meggen, 07. November 2018)

Haushälterischer Umgang mit dem Boden

Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes entschied das Schweizer Stimmvolk im März 2013, dass der haushälterische Umgang mit dem Boden, der Kulturlandschutz, die Siedlungsentwicklung nach innen sowie der Zersiedlungsstopp unterstützt werden sollen. Als Folge dieser Revision und der Anpassung des kantonalen Planungs- und Baugesetzes sowie des kantonalen Richtplans wurde Meggen als Kompensationsgemeinde definiert. Somit sind in der Gemeinde Meggen keine Einzonungen von zusätzlichen Flächen möglich. Im Vergleich zum kantonalen Schnitt ist die Wohndichte (Einwohner pro Fläche) in der Gemeinde Meggen besonders tief. Der Kanton hat die Gemeinde daher aufgefordert, diesen Wert zu erhöhen. Unter den gegebenen Umständen kann dies nur mit einer inneren Verdichtung erfolgen.

Die neun für den Projektwettbewerb Luzernerstrasse eingereichten Projekte werden vom 28. November bis 6. Dezember 2020 im Gemeindehaus Meggen, 1. Stock, ausgestellt.