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Gemeindefinanzen: Triengen hat plötzlich mehr Kies

Es ist eigentlich eine schöne Überraschung: Unverhofft ist die Gemeinde Triengen eine halbe Million Franken reicher. Doch das in einer Kiesgrube liegende Vermögen beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft Sursee.
Urs-Ueli Schorno
Das Kiesabbaugebiet befindet sich im Trienger Ortsteil Kulmerau. (Bild: map.search.ch)

Das Kiesabbaugebiet befindet sich im Trienger Ortsteil Kulmerau. (Bild: map.search.ch)

2005 haben die Gemeinde Triengen und der Ortsteil Kulmerau fusioniert. Seither besitzt Triengen ein Stück Land, das zum Abbaugebiet der Sebastian Müller AG aus Rickenbach gehört. Für den Kies, welcher dort abgebaut wird, wird die Gemeinde von der Firma entschädigt. «Die abgebauten Mengen wurden laufend abgeglichen. Die Restmenge war immer bekannt», sagt der amtierende Gemeindepräsident Martin Ulrich. Der Wert des noch in der Grube vorhandenen Kieses beträgt 651400 Franken. Nur: Diese Zahl tauchte bisher nie in den Büchern der Gemeinde auf.

Der Gemeindepräsident erklärt: «Es gibt mehrere Verrechnungen mit der Firma. Nutzung, Abbau, Erweiterungen, da gibt es Verträge, und die Konten sind bekannt.» Und weiter: «Die Firma mit der Abbaubewilligung ist immer bereit gewesen zu zahlen.»

Kompliziertes Vertragswerk

Das Problem liegt woanders: Das komplizierte Vertragswerk machte es für den Gemeinderat schwierig, den korrekten Umgang mit dem Kiesbestand zu finden. «Wie genau man den noch vorhandenen Kies verbucht, war nie so klar», sagt Ulrich. «Das Wann und Wie mussten wir erst herausfinden.» Nun hat der Trienger Gemeinderat vorwärtsgemacht. «Der Betrag wurde per Ende 2016 überwiesen und eingebucht.»

Zugleich habe man mit der kantonalen Finanzaufsicht das Gespräch gesucht, und die Staatsanwaltschaft Sursee sei eingeschaltet worden. Diese ermittelt nun gegen unbekannte Täterschaft, die Geschäftsbesorgung betreffend. «Ob dabei überhaupt irgendeine illegale Praktik angewandt wurde und wie die Verantwortlichkeiten sind, ist nun im laufenden Verfahren zu klären», so Ulrich. Die Untersuchungsbehörde sei Anfang März tätig geworden, die vollständigen Akten zur Einsicht habe der Gemeinderat abgeliefert. Das teilte der Gemeinderat gestern mit.

Der Gemeinderat will Red und Antwort stehen

Wieso das erst jetzt der Fall ist, hat laut Ulrich einen konkreten Grund: Kommende Woche präsentiert die Gemeinde das Resultat der Jahresrechnung. Dort werden die 651400 Franken, das Gemeindevermögen, das in der Kiesgrube liegt, erstmals in der Gemeinderechnung auftauchen. Anfang April folgt die Veröffentlichung der gesamten Botschaft. «Die Präsentation der Rechnung am 1. Mai an der Gemeindeversammlung wird uns dann Gelegenheit bieten, Stellung zu nehmen.» Er erwarte einige Fragen aus der Bevölkerung, so Ulrich. Alle Fakten werde man aber erst nach Abschluss des Verfahrens liefern können. Ob bei anderen Luzerner Kiesgruben ähnliche Verhältnisse vorliegen, konnte gestern beim Kanton nicht mehr in Erfahrung gebracht werden.

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