Gemeinden analysieren gescheiterte Fusion

Ein ungünstiger Start, hoher Zeitdruck und das Fehlen einer eigentlichen Vision haben zum Scheitern der Fusion der Gemeinden Geuensee, Knutwil, Mauensee und Sursee geführt. Zu diesem Schluss kommt die Projektsteuerung des Fusionsprojektes.

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Blick auf das Schloss Mauensee mit Sursee im Hintergrund. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf das Schloss Mauensee mit Sursee im Hintergrund. (Bild: Archiv Pius Amrein / Neue LZ)

Im November 2010 hatten die Stimmberechtigten der vier Gemeinden die Aufnahme von Fusionsverhandlungen gutgeheissen. Im vergangenen Januar jedoch brachen die Exekutiven das Projekt ab. Ein Grund dafür war die von den kleinen Gemeinden verlangte Sitzgarantie im neuen Stadtrat. Damit wurde auch die für den 11. März geplante Fusions- Abstimmung hinfällig.

Die Projektsteuerung habe an ihrer Abschlusssitzung den Prozess analysiert, heisst es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Einig sei man sich, dass der Start ungünstig war. Ein Projekt von dieser Tragweite müsse von den Gemeinden initiiert werden und nicht auf Empfehlung des Kantons in Angriff genommen werden.

Zudem müsse künftigen Projekten vor allem in der Startphase mehr Zeit eingeräumt werden, um die Ziele festzulegen. Im konkreten Fall hätte man frühzeitig erkannt, welche Inhalte für die einzelnen Gemeinden nicht verhandelbar sind (z.B. Standort Verwaltung, Sitzgarantie im Gemeinderat).

Vision verpasst

Verpasst worden sei auch die Erarbeitung einer eigentlichen Vision für die Region, heisst es weiter. Dies müsste zusammen mit der Bevölkerung zu Beginn des Prozesses erfolgen. Möglicherweise sei das der Grund, weshalb der Einbezug der Bevölkerung zu wenig gut gelang.

Als sehr hoch wurde die Belastung der Projektsteuerung und der Zeitdruck wahrgenommen. Einzelne Mitglieder hätten sich jedoch eine noch straffere und konsequentere Terminplanung gewünscht. Teilweise hätten auch Flexibilität, Innovationswille, Offenheit und gegenseitiges Vertrauen gefehlt.

Dennoch wollen die Beteiligung positiv nach vorne Blicken. Die Erfahrungen mit dem Fusionsprojekt würden in die weitere Zusammenarbeit einfliessen, heisst es in der Mitteilung. Zudem sei auch ein besserer Überblick über die Art und die Struktur der Aufgaben vorhanden.

Die Kosten für das Fusionsprojekt belaufen sich auf 298'878 Franken und liegen damit innerhalb des Budgets von 300'000 Franken. Die Hälfte davon übernimmt der Kanton, den Rest teilen sich die vier Gemeinden im Verhältnis zur Einwohnerzahl (Sursee 93'988, Geuensee 24'655, Knutwil 18'379, Mauensee 12'402).

sda