Kommentar

Gemeinden und Kantone müssen um schnelles Internet kämpfen

Schnelles Breitbandinternet gibt es mehrheitlich in den Städten. Damit werden ländliche Gebiete noch mehr geschwächt. Es braucht mehr Engagement von Gemeinden und Kantonen.

Alexander von Däniken
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Gerade in ländlichen Gebieten sind Download- und Upload-Geschwindigkeiten zu tief. Das fördert eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft vom letzten Dezember zu Tage. Demnach hatte zum Beispiel ein Stadtluzerner 2018 im Durchschnitt eine Verbindung mit einer Download-Geschwindigkeit von 573 Megabit pro Sekunde zur Verfügung, eine Bewohnerin der Gemeinden Wolhusen oder Engelberg aber nur eine solche von rund 67 Megabit. Im oberen Urner Reusstal waren es nicht einmal 50 Megabit.

Der Stadt-Land-Graben wird durch die ungleiche Verteilung von Hochgeschwindigkeitsinternet noch tiefer. Innovative Tourismusprojekte haben auf dem Land einen schweren Stand, Angestellte von Firmen in der Stadt können seltener zu Hause arbeiten, wenn sie auf dem Land wohnen, Bergbauern haben nicht nur mit den Hängen zu kämpfen, sondern auch mit unzuverlässigem Netz, wenn etwa die Tiere in der Online-Datenbank aktualisiert werden müssen.

Aus Sicht der Anbieter wie der Swisscom oder UPC ist es nachvollziehbar, wenn Projekte in der Stadt forciert werden: Eine Überbauung mit mehreren Dutzend Wohnungen und ebenso vielen künftigen Endkunden ist lukrativer als ein Einfamilienhaus auf dem Land. Immerhin kündigt die Swisscom an, bis 2021 in allen Gemeinden der Schweiz mindestens 90 Prozent der Anschlüsse mit einer Kapazität von mindestens 80 Megabit pro Sekunde auszurüsten. Doch das reicht nicht. Gemeinden und Kantone müssen das Heft in die Hand nehmen und sich aktiv für bessere Internetverbindungen einsetzen. So wie dies der Gemeindeverband Luzern Region West derzeit bereits tut.

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